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Bike Friday Koffer / Anhängersystem

Sattel, Reifen, Anhänger, Bekleidung...
Schmetterling
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Bike Friday Koffer / Anhängersystem

Beitrag von Schmetterling »

Hallo,

ich habe gesehen, daß bei Euch schon mal kurz die Frage der Faltradmitnahme im Koffer für Dahon diskutiert wurde und möchte hier nur meinen etwas ausführlicheren Beitrag zum Thema Bike Friday Koffer - Anhängersystem reinstellen, den ich gestern auch bei den Birdy-Freunden eingestellt habe. Der Bike Friday Koffer ist letztlich ein handelsüblicher großer Samsonite-Hartschalenkoffer, der für die Aufnahme des Anhängergestells auf der Unterseite von Bike Friday 3 Bohrungen verpaßt bekommt (kann problemlos auch ohne Anhängersystem verwendet werden - mache ich seit mehreren Jahren. So groß sind die Löcher nicht :D )



Birdy:
Im wesentlichen müssen zur Unterbringung im Bike Friday Koffer bei den Birdys mit klassicher Rahmenform
die Räder herausgenommen werden. Bei den Monocoque Birdys reicht die Herausnahme des Vorderrades. Wenn man die Kunststoffschraube für den Anschlag herausdreht, kann man den Hinterbau aufgrund der spezifischen Form des Oberrohres ein paar Zentimeter weiter einfalten als beim alten Birdy. (S. 24 Monocoque Birdy Bedienungsanleitung) Das reicht für den Bike Friday Koffer, ohne daß das Hinterrad herausgenommen werden muß. (Vorbehalt aber bei Big Apple Bereifung.)
Bei allen Birdys muß das Sattelrohr herausgezogen werden.
Zudem sind Falt- oder Steckpedale angeraten.
Alle Teile passen separat in den Koffer. Luftnoppenfolie ist zum Abpolstern sehr nützlich.

Das ist alles noch keine Schrauborgie, da man (im günstigsten Fall) nur Schnellspanner zu lösen hat. Bei den 'klassischen' Nabenschaltungs-Birdys müssen natürlich zusätzlich zwei Muttern gelöst werden zum Herausnehmen des Hinterrades. Mit einem Rohloff-Birdy würde ich allerdings auf diese Art nicht verreisen wollen wegen des möglichen Ölaustritts, was im Koffer nicht schön ist. Dichtes Verpacken der Nabe wäre sicherlich umständlich.
Die Kette, die zudem bei den klassischen Birdys nach Herausnahme des Hinterrades auch noch lose im Koffer herumschlabbert, ist natürlich ein ärgerlicher Schmutzfaktor. Gerade deswegen hätte ich mir seit längerem ein praxistaugliches Riemen-Birdy gewünscht. Es bleibt wohl nur, nach ausgebautem Hinterrad eine Plastikhülle über die Kette zu stülpen und bis über das Kettenblatt zu ziehen. (Oder sich ein Riemen-Bernds zuzulegen - siehe unten.)

So weit, so wenig schraub'. Ein bißchen kniffliger wird es, wenn das Birdy Schutzbleche hat, insbesondere, wenn die mit diesen wenig gebräuchlichen Torque-(?)Schrauben verschraubt sind. Die müssen herunter, und dann geht es schon eher Richtung Schrauborgie. Zum Thema Birdy mit Steckschutzblechen bin ich leider nicht so bewandert. Vielleicht jemand anderes ?

Also, Schrauborgie nicht unbedingt. (Jedenfalls längst nicht so schlimm wie bei den 'Air'-Modellen von Bike Friday [nicht zu verwechseln mit den 'Airnimals'], wo schon der Hersteller zähneknirschend von erschreckenden 20 Minuten ausgeht, bis man das Teil in den Koffer gepuzzelt hat.)

Übrigens ist der Bike Friday Koffer ein wahres Raumwunder - ich habe schon alle bekannten Falträder hineinbekommen - zumindest die mir wichtigen. Das Brompton paßt excellent, wenn man die Sattelstütze herausnimmt (Sattel abschrauben oder sich eine nach unten nicht aufgeweitetes Sattelstütze besorgen). Das Bernds paßt nach ein bißchen Bastelei - nachträglich noch tausend Dank an den sehr geduldigen Bernds-Händler in Dortmund-Applerbeck, dem ich eines Tages einfach mal mit meinem Koffer auf die Pelle rückte und begehrte, sein Riemen-Bernds hineinzufalten.
Das Bickerton habe ich irgendwann mal, ohne groß nachzudenken, mit Tasche hineingemüllt, einfach zum Verstauen. Paßt auch. Und als Special Feature: Das Moulton (von Pashley) paßt in die Tandemversion des Bike Friday Koffers - Vorder- und Hinterteil in jeweils einen Koffer - zentimetergenau. Und insbesondere in dem Koffer, in dem das Vorderteil verstaut ist, bleibt noch viel Platz für Sonstiges.

O.K. - die wahren Birdy-Freunde verzichten natürlich unterwegs lieber auf Ihre Zahnbürste als auf ihr Birdy, dafür besteht aber gar kein Grund, denn es paßt mehr als nur die Zahnbürste in den Koffer, auch wenn das Birdy schon drin ist. Entweder das Birdy oder die sonstigen Reiseutensilien sollten natürlich abgepackt werden wg. Verschmutzungsgefahr der Letzteren.

Nun ist der Bike-Friday Koffer ja nicht nur ein Koffer, sondern mit dem optionalen Fahrgestell für den, der's möchte, auch ein Anhänger.In der Birdy Mailing-Liste habe ich die Meinung, gefunden, daß das Bike-Friday Fahrgestell wegen der auf das Friday zugeschnittenen Hinterbau-Kupplung nicht an das anders konstruierte Birdy paßt. Das stimmt nur bedingt, denn man kann das Fahrgestell auch ohne die Bike-Friday Kupplung und dafür mit Weber-Kupplung bekommen, zumindest hatte Kai Fuchs (ex-Bike-Friday Vertreter in Deuschland) mir das vor einiger Zeit angeboten. Wie er mir gesagt hatte, kann man auf alle Fälle die Bike Friday Kupplung abbauen und durch eine Weber-Kupplung ersetzen.
Ersteres habe ich ausprobiert (funktioniert - wer möchte eine Bike Friday Kupplung ?); Letzteres habe ich nicht ausprobiert.

Soweit die Fakten. Wie sich Koffer und Fahrgestell fahren, habe ich noch nicht ausprobiert. Laut Bike Friday kann man damit ja mal eben die USA durchqueren (siehe die enthusiastischen Erfahrungsberichte auf der etwas nervigen Website bikefriday.com).
Wichtige Kriterien wären für mich: Bodenfreiheit und damit Geländegängigkeit bzw. Bordsteintauglichkeit (mit denen dürfte es allerdings bei vielen Falträdern ohnehin nicht weit her sein), Gewicht, Rollwiderstand der Räder und nicht zuletzt Geräuschentwicklung des Plastikschalen-Koffers (dürfte sich aber in Grenzen halten, da das Fahrgestell über richtige luftbereifte Räder verfügt).
Das Fahrgestell läßt sich übrigens durch das Lösen von drei Schrauben abnehmen und natürlich im Koffer verstauen.

Im Vergleich zum Birdy-Koffer ist der Bike-Friday Koffer insbesondere handlicher (Griffe an 2 Seiten; eigene Rollen); er wird problemlos als Fluggepäck akzeptiert (auch auf Kurzstreckenflügen), er ist zu 100% Intercity-tauglich und vielleicht 80% ICE-tauglich. Daß er völlig unabhängig von Faltrad-Mitnahme mein bevorzugter Koffer ist, wann immer es um längere Reisen geht, sagt eigentlich alles.
Das ist aber nun wirklich nur meine persönliche Meinung.
Konkrete Erfahrungen mit dem Bike Friday Koffer als Anhänger wären interessant. Bei den Bromptonauten steht auch schon etwas dazu.


Einen weniger positiver Aspekt der Koffer-Anhänger ist, finde ich, die visuelle Sicherheit - leider achten die Hersteller mit der komplett schwarzen Farbgebung einschließlich der Räder (die Reifen ohne Reflektorenstreifen !!) auf größtmögliche Unauffälligkeit im Straßenverkehr.
Daß es den Bike-Friday Koffer auch in Rot und in Gelb gab (Letzteres ist wohl Geschichte und inzwischen durch Türkis ersetzt worden) habe ich erst nach Kauf des schwarzen Modells erfahren. Anbringungsmöglichkeiten für Beleuchtung kenne ich keine. Reflektierende Klebestreifen wären zumindest eine Notlösung, wenn sich Nachtfahrten nicht vermeiden lassen. Bike Friday bietet auch auffällige Fähnchen an.

Zum Schluß für konkrete Interessenten noch die Warnung vor der langen Lieferzeit: Ich habe auf meinen Tandemanhänger (zwei Koffer auf dem Anhängergestell) 6 Wochen gewartet, und das in der Standardfarbe schwarz. Wer sich in dieser Farbe nicht überfahren lassen möchte und vernünftigerweise eine auffälligere Farbe bevorzugt, muß vielleicht noch länger warten.
Und jetzt gute Reise .... Bin gespannt auf Eure Erfahrungen. Vieleicht bekommt das Thema hier nach einiger Zeit noch etwas 'Drive' ...
FlyBoy
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Re: Bike Friday Koffer / Anhängersystem

Beitrag von FlyBoy »

Ich habe diesen Thread hier entdeckt und er könnte mir wirklich weiterhelfen. Ich würde mich sehr über Antworten freuen! :P

Ich will (und werde) mir ein Faltrad zulegen, das ich oft mit auf meine Reisen nehmen werde. Ich bin Pilot, fliege daher viel in der Welt herum und komme oft in Städte, die regelrecht darauf warten, mit dem Fahrrad erkundet zu werden, oftmals auch außerhalb der eigentlichen Städte. Daher will ich nun endlich - ich habe lange genug gewartet bzw. gezögert - ein Faltrad kaufen, das ich mitnehmen kann.

Es soll aber auch eines sein, dass ich ebenso vor Ort zu Hause einsetzen kann, was aber nicht in Deutschland ist, sondern etwas weiter weg in einer nicht so Fahrrad-tauglichen Stadt, mit viel hohen Bordstein Kanten und unebenen Wegen. Momentan tendiere ich entweder zu einem Bernds oder einem Birdy, nur bedingt kann ich mir ein Bike-Friday Pocket-Llama oder ein Brompton vorstellen.

Jetzt dazu die Fragen, ich hoffe es sind nicht zuviele...

Welche Innenmaße hat denn der Bike-Friday Koffer in etwa? Ich habe gegoogelt und finde den Samsonite Koffer nicht, so wie er bei Bike-Friday aussieht. Am ehesten kommt der F'Lite in Frage und der hat die Außenmaße 56 x 82 x 33 cm und wird mit 111 Litern angegeben. Entspricht der dem Bike-Friday Koffer? Ich möchte mir die Zeit und den Mehraufwand sparen, nur den Koffer dort zu bestellen...

Wie hast Du es denn hinbekommen, das Bernds dort rein zu falten? Beide Räder raus? Weil es ein Riemen Bernds war war es also auch eine Nabenschaltung, welche denn, falls du das noch weißt? Ist es kompliziert, den Riemen schnell wieder drauf zu ziehen? Und vor allem, welcher Zeitaufwand schätzt du war notwendig für die Bastelei, von der du sprachst?

Als das Bernds im Koffer lag, war er da voll? Meinst du, dass man noch relativ einfach Sachen für 2 Tage mitnehmen konnte? Also wirklich komplette Sachen, da ich ja nicht mit meiner Uniform Radfahren gehen werde ;). Ich bin anspruchslos und brauche nicht viel, schon gar kein Schnickschnack für "schicke" Klamotten...

Warum kann bei einer Nabenschaltung beim Rausschrauben des Rades Öl austreten, was du bei der Rohloff ansprichst? Empfiehlst du, Räder mit Nabenschaltungen generell nicht rauszuschrauben für den Transport?

Hoffentlich kann ich diesem Thema hier noch ein bisschen Leben einhauchen, es war ja nicht gerade das lebendigste anscheinend. Manchmal kommt's mir so vor, als ob ich der einzige sein könnte, der sein Faltrad mit auf (Flug-)Reisen nehmen möchte, ich finde kaum gute Informationen darüber, welche Koffermaße benötigt werden für die Räder, welchen Aufwand das Ver- und Entpacken bereitet oder welche Probleme sich bei dieser Form der Reisen so einstellen. Selbst die Hersteller halten sich bedeckt...

Jedenfalls vielen Dank für irgendwelche Antworten, jedes Bisschen ist schon hilfreich!
alterfalter2
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Re: Bike Friday Koffer / Anhängersystem

Beitrag von alterfalter2 »

@ Schmetterling
@ FlyBoy

Moin, Ihr Beiden..
Wie schön, daß das Thema hier mal aufgegriffen wird! Ich bin seit einem Vierteljahrhundert faltradinfiziert und fahre/falte, was ich bekommen kann und was mir gefällt :)
Flugreisen habe ich bereits mit einigen Falträdern unternommen, vornehmlich nach England, aber auch nach Süd Afrika und China. Dabei habe ich so manche Überraschungen erlebt, durchaus auch positive. Ob andere Räder in den Bike Friday Koffer passen, habe ich mir auch schon manchmal überlegt, allerdings gibt es bei mir dann immer mal das Problem, wo man den Koffer läßt, wenn man am Ziel angekommen ist, denn ich mache ungern Rundreisen und so ist mein Ankunftsflughafen oft nicht auch der der Abreise.
Der BF-Koffer rollt erstaunlich gut hinter dem Rad her, ohne Rumpeln und Wackeln, verträgt hohe Geschwindigkeiten, z.B. bei steilen Paßabfahrten, wie in Süd Afrika erlebt.
Dazu schließt der Deckel staub- und wasserdicht, eine große Freude.
Es gibt von BF ein Kupplungsstück, welches man an ein beliebiges Ausfallende anschrauben kann. Das ist nicht teuer und ich brauchte es für eines meiner Bike Fridays (Pocket Rocket Pro), bei dem keine Kupplung serienmäßig am Rahmen verlötet war.
Diese Kupplung kann man auch für ein Bernds oder anderes Faltrad verwenden, braucht dann die klotzige Weber-Kupplung nicht (die ich nicht besonders schätze).
Für Flugreisen würde ich in jedem Fall ein Bike Friday anderen Falträdern vorziehen (z.B. Pocket Llama). Keines faltet so klein und ist dennoch so stabil und genügsam, hat durch die Gepäckträger Platz für vier Taschen zusätzlich zum Koffer. Das BF Pocket Llama ist selbst im unwirtlichsten Terrain gut zu fahren und leicht zu reparieren, unempfindlich durch den Stahlrahmen.
Bei Städtereisen wäre das BROMPTON mein Favorit. Kleiner geht´s nimmer, es hat ein ausgeklügeltes Gepäcksystem, ist blitzartig zu falten und auf kleinstem Raum zu verstauen. Für den Transport würde ich mir allerdings den BF-Koffer nicht antun. Meiner Meinung nach reicht die b-bag völlig aus, wenn man die mit einer Mini-Isomatte noch etwas zusätzlich polstert. Die b-bag läßt sich nach Gebrauch aufrollen und auf die Tasche oder den Gepäckträger geschnallt mühelos mitnehmen, auch auf weiteren Strecken.
Das BROMPTON fährt leichtfüßig auf allen ebenen Flächen, ist aber nicht für rauhes Terrain geeignet (z.B. für die Treidelpfade entlang Englischer Kanäle, wo es mitunter morastig und "very bumpy" sein kann). Mit der 6-gang Schaltung kommt es mit hügeligem Gelände gut klar, ist jedoch nichts für eine Alpenüberquerung.
Ich hatte auf einer Reise nach China ein BROMPTON dabei, daß sich bei den Ausflügen ins städtische Umland und in den Großstädten sehr bewährt hat, selbst den Abwurf aus der Ladeluke des Fliegers auf den Gepäckwagen mit anderen Gepäckstücken hat es unbeschadet überstanden, offenbar deswegen, weil es sich exakt zu einem rechteckigen Paket falten läßt, bei dem nichts absteht, was bei Druck verbogen werden könnte. Ein Birdy hätte das vermutlich nicht überlebt, weil da im gefalteten Zustand das Vorderrad nicht parallel anliegt; das knackt weg bei Belastung, leider.. ..und so ist bei Flugreisen für das Birdy ein Koffer zwingend notwendig.
Ich könnte meine Erfahrungen noch seitenweise fortsetzen, warte aber erstmal ab, ob da noch Fragen sind.
Stark empfehlen kann ich auch das Slingshot FoldTech für Flugreisen, damit war ich gerade über Weihnachten für zwei Audaxes in Nord-England. Der Flugkoffer ist allerdings größer, als das erlaubte Maß. Deshalb geht der sicherheitshalber nur als "sporting utility" bei mir mit (auf innereuropäischen Flügen), was nicht teuer ist. Die Falträder sind große Spitze und wettbewerbsgeeignet, Laufradgröße 26" oder 28", allerdings weiß man nicht, wohin mit dem Koffer am Zielort. Den kann man weder falten, noch als Anhänger hinter sich herziehen. Das ist also nur etwas für eine Reise mit gleichem Ankunfts/Abreiseort.
Sonst bin ich von den Slingshots sehr überzeugt, was die Fahreigenschaften betrifft. Ich fahre ein Rennrad, als auch ein Mountain Bike älterer Bauart, meine Söhne die neueren Modelle.
Eine Alternative zu den Flug-Koffern ist noch die Carradice Fahrradtasche für Räder, die man weder zerlegen, noch falten kann. Sie ist stabil und relativ klein geschnitten, so daß man kein allzu großes Paket erhält, wenn man am Zielort damit weiterrradeln möchte.
Ich nutze sie für "Großfalter", die in keinen Koffer passen, wie z.B. das Strutt Worksong oder Zerlegeräder mit S&S Kupplungen.

Gruß TIL
Motte
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Re: Bike Friday Koffer / Anhängersystem

Beitrag von Motte »

@ FlyBoy

Ein paar Fragen kann ich Dir beantworten.
Der Koffer ist ein Samsonite F'Lite GT.

Nabenschaltungen deren Zahnräder in einem Ölbad laufen (zurzeit sind das Shimano S11/ Rohloff und Pinion) müssen an der Austrittsachse gedichtet werden. Dabei muss man als Hersteller einen Kompromiss wählen zwischen guter Abdichtung und Schwergängigkeit. Legt man ein solches Rad auf die Seite, besteht natürlich immer die Gefahr, dass kleine Mengen Öl über die Achse entweichen können. Gleiches gilt, wenn Druckunterschiede zwischen Nabengehäuse und Umgebung auftreten. Da kaum jemand mit vollem Tempo auf den Flughafen zufährt um mit letztem Schwung, das Rad faltend, ins Flugzeug zu springen, dürfte das kein wirkliches Problem sein. Mit einer Lage Küchenpapier und einer Frischhaltefolie aus dem Drogeriemarkt sollte das zu beherrschen sein.

Das Rausschrauben des Rades selbst spielt dabei keine Rolle – nur das liegend Lagern.

Wenn ich die Wahl habe, dann fahre ich persönlich lieber mit Radtaschen als mit Hänger.

Da beim Friday Hänger die Achse unter dem Koffer liegt, hat der auch mit kleinen Rädern relativ viel Platz unter dem Boden. Andere Reisehänger mit 16 Zoll Rädern haben die Achse in Höhe der Mitte der Ladung (z.B. der beliebte Vitelli Camping) und daher auch nicht mehr Bodenfreiheit.

Wenn Du viel unterwegs bist, dann solltest Du ein Rad mit möglichst simpler Technik und vielen Normalbauteilen erwerben. So dass Du nicht darauf angewiesen bist bei Defekten auf Ersatz aus dem Herstellerland zu warten. Den Rest hat Til ja schon gesagt.

Gruß
Udo
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Re: Bike Friday Koffer / Anhängersystem

Beitrag von Pibach »

Motte hat geschrieben:Da kaum jemand mit vollem Tempo auf den Flughafen zufährt um mit letztem Schwung, das Rad faltend, ins Flugzeug zu springen, dürfte das kein wirkliches Problem sein.
Also so etwa mache ich das.
Zum Flughafen radeln.
Räder raus, falten, abpolstern, einpacken, einchecken.
Dauert ca 6 Minuten.

Vorab muss man das Verpackungsmaterial organisieren.
Ich nutze da einen passenden Pappkarton und Abstandshalter und Polsterfolie.
Haufenweise "Panzerklebeband" zum versträrken der Kanten.
Der Pappkaron überlebt aber nicht mehr als 2 bis 3 Flüge.
Ein Koffer mit Anhängerfunktion wäre schon nett.
Aber der Pappkarton lässt sich falten und leicht transportieren.
Problem bleibt, dass man sich ständig mit neuen Kartons eindecken muss.
Insbesondere für den Rückflug ist das ggf. schwierig.
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Re: Bike Friday Koffer / Anhängersystem

Beitrag von alterfalter2 »

@ Pibach

"Aber der Pappkarton lässt sich falten und leicht transportieren.
Problem bleibt, dass man sich ständig mit neuen Kartons eindecken muss.
Insbesondere für den Rückflug ist das ggf. schwierig."

Das ist ja ganz nett gedacht, Pibach, aber wo willst Du beim Rückflug so fix einen passenden Karton herbekommen + "haufenweise " Panzertape? ..und ein Karton für ein Dahon bleibt auch gefaltet sperrig. Ich sehe da eher Probleme, wenn man - wie Du - mit dem Verpackungsmateial + Reiseutensilien zum Flughafen radelt.. -- es sei denn, Du warst schon mal am Tag v o r dem Abflug vor Ort und hast das Verpackungsmaterial dort gebunkert, abgesehen davon, daß Du dann am Ziel den Karton und die Panzertape-Rollen irgendwo lassen mußt, wenn Du sie nicht auf Deiner Radreise mit Dir herumfahren möchtest (+ Kleidung, Zelt, Schlafsack etc.).

Um das Bike Friday in den Koffer zu bugsieren braucht man mehr als 6 Minuten, eher eine halbe Stunde, bis es endlich in den Koffer gepuzzlet ist. Das wird bei anderen Rädern ähnlich sein, wenn sie in den Koffer sollen. Allein das Brompton verschwindet ultra schnell in der b-bag, das geht flugs und ohne Probleme, sogar der Falthelm paßt da noch ohne Weiteres mit hinein.

Ich stehe auf praktikable Lösungen beim Reisen: entweder comfortabel mit Koffer(-anhänger) oder super günstig (beim BROMPTON) unter Verwendung zweier billiger Isomatten in Verbindung mit der Stülphülle und ein paar Spannbändern.
Bei beiden Möglichkeiten kann man die Verpackung problemlos mit auf die Reise nehmen und muß nicht deswegen zum Ankunftsort zurückkehren.

Gruß TIL
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Re: Bike Friday Koffer / Anhängersystem

Beitrag von Schmetterling »

Um das Bike Friday in den Koffer zu bugsieren braucht man mehr als 6 Minuten, eher eine halbe Stunde, bis es endlich in den Koffer gepuzzlet ist. Das wird bei anderen Rädern ähnlich sein, wenn sie in den Koffer sollen.

Gruß TIL
Was für ein Bike Friday gilt, muß für 'andere Räder' noch lange nicht gelten.

Birdy Monocoque und Brompton sind in ein paar Minuten im Koffer (Brompton schafft man vielleicht schon in unter 1 Minute), das zu beschreiben war ja der Grund, warum ich diesen Thread überhaupt angefangen habe (siehe den 1. Beitrag).

Es sei denn, der Bike Friday Koffer ist in den letzten Jahren kleiner geworden, was meines Wissens nicht der Fall ist.

Probieren geht über Spekulieren !

Gruß
Schmetterling
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Re: Bike Friday Koffer / Anhängersystem

Beitrag von Pibach »

Schmetterling hat geschrieben:...der Bike Friday Koffer ...
Das ist nichts spezielles, sondern ein ganz normaler Samsonite Flite (plus anmontierte Befestigung für die Räder).

@Alterfalter: ich hab noch keine Bike Friday zerlegt, aber meine Dahons. Räder und Lenker raus, falten, abpolsterm, einpacken, mehr ist da nicht zu machen, geht flott.

Mit Karton hast Du natürlich recht, daher schrieb ich ja "Rückweg ggf. schwierig". Allerdings hält so ein Karton schon ein paar Flüge aus. Ich fahre mit dem flachen Karton zum Flughafen, wobei das überwiegend ÖPNV ist. Am Ziel sollte man ihn irgendwo zwischenlagern. Weichverpackungen wie Isomatte nutze ich auch manchmal, allerdings muss man aufpassen, dass es auch wirklich dicht sitzt und nichts rausrutscht. Das "Koffer=Anhäger System" ist dagegen geeignet, wenn man eine Tour macht und immer alles dabei haben möchte. Das kommt bei mir allerdings so eigentlich nicht vor. Ich reise eher irgendwo in ein Hotel, auf einen Zeltplatz, zu Freunden o.ä. und nutze von da aus das Rad. Zwischelagern von Sachen also weniger das Problem. Ansonsten hab ich oft auch viel mehr dabei als in so einen Flite Koffer passt.
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Re: Bike Friday Koffer / Anhängersystem

Beitrag von alterfalter2 »

@ Schmetterling

"Birdy Monocoque und Brompton sind in ein paar Minuten im Koffer (Brompton schafft man vielleicht schon in unter 1 Minute), das zu beschreiben war ja der Grund, warum ich diesen Thread überhaupt angefangen habe (siehe den 1. Beitrag)."

Wie schön für Dich, Schmetterling! ..ich schaffe das mit dem BF nicht, auch nicht mit den Modellen von Airnimal. Ein Birdy besitze ich nicht, deshalb kann ich dazu nicht viel sagen und für das Brommi nehme ich meine Verpackungsmethode, B bag oder die beiden Isomatten + Stülphülle. Hat sich bewährt..

Gruß TIL
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Re: Bike Friday Koffer / Anhängersystem

Beitrag von alterfalter2 »

@ Pibach

"Am Ziel sollte man ihn irgendwo zwischenlagern."

..und wo bitte am Flughafen oder Bahnhof? Da fällt mir wenig ein, schon garnichts, was kostenfrei wäre..

"Das kommt bei mir allerdings so eigentlich nicht vor."

..dann reist Du anders, als ich. Mein Ankunftsort ist selten der der Abreise und ich toure mit dem Rad durchs Land, mache keine Rundreise. In Deinem Falle ist ein Anhänger oder eine sonstwie klein verstaubare Verpackung nicht zwingend notwendig..

Gruß TIL
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