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Naben- oder Kettenschaltung?

Faltrad-Entscheidungshilfe für Unentschlossene.
einfalt
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Naben- oder Kettenschaltung?

Beitrag von einfalt »

Ich möchte ein Faltrad kaufen, das ich dann immer mit in die Wohnung nehme (Fahrstuhl vorhanden).

Von den grundsätzlichen Unterschieden zwischen Naben- und Kettenschaltung hinsichtlich Aufbau, Gewicht, Preis, Wirkungsgrad, Wartung und Kettenverschleiß habe ich gehört. Es ist für mich schwer einzuschätzen, ob eine Kettenschaltung für das Tragen des gefalteten Rads und die Aufbewahrung in der Wohnung in der täglichen Praxis geeignet ist.

Für Eure Hinweise aus eigener Erfahrung herzlichen Dank!
Pibach
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Re: Naben- oder Kettenschaltung?

Beitrag von Pibach »

Ich hab beide Varianten Mu Sport mit Alfine und Mu Ex mit SRAM Red Schaltung, mal abgesehen davon dass mein Mu Ex leichter ist und sich daher leichter trägt ist da "in der Praxis" kein Unterschied feststellbar, soll heißen Schalthänger stört nicht (allerdings stört die etwas unglückliche Zugführung).

Im Winter bei Matsch und Schnee ist vermutlich eine Nabenschaltung langlebiger. Wobei ich das aus meiner Praxis nicht bestätigen kann, Nexus Premium hat den ersten Winter nicht überlebt. Habs Durch eine Alfine ersetzt. Was recht aufwendig war (Neuteil + neu Einspeichen). Kette und Tretlager ist nun nach 2. Winter fällig.

Das Mu Ex nutze ich nur bei schönem Wetter, kann diesbezüglich also schlecht vergleichen, meine Schalträder vorher haben aber problemlos mehrere Winter ohne großen Teiletausch überstanden.

Ich würde mir trotzdem wieder ein Rad mit Alfine bzw. Nexus Premium zulegen, weil :

a) das gegenüber einer Shimano XT (ähnlicher Level) doch kostengünstiger ist.
b) eine Schaltung benötigt vorderen Umwerfer, sonst kriegt man Probleme mit Kettenspringern
c) mir die 8 Gänge ausreichen und der Schaltvorgang wirklich sauber und flott ist.
d) der Gewichtsunterschied ist zwar immens (Weight difference: +750g
Price difference: -€130), aber der saubere Look reißt das wieder raus.

Unterhalb dieses Alfine/XT Levels würde ich nicht kaufen - eventuell noch eine STurmey Archer S-RF5, weil die leichter ist und eigentlich auch 5 Gänge im Stadtverkehr völlig ausreichen.
einfalt
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Re: Naben- oder Kettenschaltung?

Beitrag von einfalt »

Ich muß meine Anfrage noch etwas präzisieren. Es geht mir vor allem um Schmutz und Kettenschmiermittel, welche mit in die Wohnung kommen. Außerdem muß das Rad ein paar Schritte getragen werden, und da leidet früher oder später auch die Kleidung. Gelegentliches Benutzen wäre sicher kein Problem, aber ich brauche das Rad täglich. Ist es praktikabel das Rad immer in einen Transportsack zu packen, bevor man es in die Wohnung bringt?

Für technische Hinweise bin ich natürlich dennoch dankbar.
Pibach
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Re: Naben- oder Kettenschaltung?

Beitrag von Pibach »

einfalt hat geschrieben:Ich muß meine Anfrage noch etwas präzisieren. Es geht mir vor allem um Schmutz und Kettenschmiermittel, welche mit in die Wohnung kommen.
Sehe diesbezühlich keinen Unterschied Nabenschaltung versus Kettenschaltung.
Eventuell, wenn Du vor hast das ganze durch Kettenkasten abzuschirmen.
Ist es praktikabel das Rad immer in einen Transportsack zu packen, bevor man es in die Wohnung bringt?
Nein.
Das dauert (ca 2 Minuten) und ist ziemlich unhandlich.
Aber ne alte Zeitung kann man drunter legen, wenn es wirklich mal richtig dreckig ist.
alterfalter2
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Re: Naben- oder Kettenschaltung?

Beitrag von alterfalter2 »

@ einfalt

Du könntest Dir ein Brompton zulegen, da liegt alles, was schmierig sein könnte, in gefaltetem Zustand in der Mitte des Rads, so daß Du damit keine Probleme haben wirst. Es läßt sich leicht und super schnell falten und ergibt dann ein kleines, rechteckiges Paket, daß sich auf den angebauten Rollen bequem in jede Ecke der Wohnung schieben läßt. Sollte es einmal naß geworden sein, könntest Du es auf eine Schuhablage aus Plastik stellen, die es in jedem Supermarkt für 3 Euro zu kaufen gibt. Das wäre eine wirklich saubere Lösung, ich mache das schon lange so.

Gruß TIL
Motte
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Re: Naben- oder Kettenschaltung?

Beitrag von Motte »

Räder mit Nabenschaltung sind schwerer. Wenn Gewicht eine Rolle spielt ist das Kettenschaltungsrad im Vorteil. Durch Ritzeltausch lässt es sich auch einfacher den eigenen Wünschen anpassen (Übersetzung)

Einige Falträder mit Kettenschaltung muss man vor dem Falten in einen bestimmten Gang schalten. Das ist bei Nabenschaltungen nicht nötig. Aber das macht man früher oder später - wie das Falten auch - ganz automatisch.

Im Alltag - das sehe ich wie Alterfalter 2 - ist es entscheidend, ob man beim Tragen an dreckige Teile kommt. Das lösen aber mehrere Radhersteller ganz zufriedenstellend. Bei Regenwetter verteilen alle Räder mit gepflegten (aber offenen) Ketten das Öl an die Speichen/Reifen und den Hinterbau.
Ich selbst finde in diesem Fall einen geschlossenen Kettenkasten (wie den Chainglider) optimal. Der verträgt sich aber nur mit einer Nabenschaltung.
Bei Regen tropft nicht nur das Kettenfett - auch der olle Aluschmiergel der Bremsen. In der Wohnung ist also eine Unterlage Pflicht (bei Aldi gibt es Schmutzfangmatten in unterschiedlichen Farben für wenig Geld)

Mein Dahon MüXL hatte einen Halbkettenschutz (für die Nabenschaltung) Mir hat der immer gereicht. Der wirkt übrigens auch, wenn man das Rad schiebt.

Ich hab zwar eins, finde aber, dass sich Dahons im gefalteten Zustand nicht gut tragen lassen - das hat was mit dem Faltschema zu tun. Heben und mal ne Treppe hoch ist noch o.k. - aber gut ist anders. Da tragen sich Räder, die man Hauptrohr fassen kann (wie z.B. das Brompton) wesentlich besser.

Du siehst - wie so oft hat alles sein "Für und Wider". Was wichtiger ist, kann man nur selbst festlegen.

Gruß

Udo
Ruebezahl
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Re: Naben- oder Kettenschaltung?

Beitrag von Ruebezahl »

Nimm eine Nabenschaltung. Fahre selber beides. Bei der Nabenschaltung kannst Du im Idealfall einen Chainglider anbauen (oder er ist schon dran oder zumindest ein Kettenkasten), dann hast Du mit der kette (und Schmutz) fast gar nix mehr zu tun.
EmilEmil
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Re: Naben- oder Kettenschaltung?

Beitrag von EmilEmil »

Ruebezahl hat geschrieben:Nimm eine Nabenschaltung. Fahre selber beides. Bei der Nabenschaltung kannst Du im Idealfall einen Chainglider anbauen (oder er ist schon dran oder zumindest ein Kettenkasten), dann hast Du mit der kette (und Schmutz) fast gar nix mehr zu tun.
Leider ist der Idealfall (Chainglider) auf wenige Falträder beschränkt. Ich fahre derzeit an 28" Trekker ,24" Falter und 20" Falter Chainglider. Ich bin sehr zufrieden, was die Sauberkeit beim Hantieren betrifft. Vor allem aber ist Kettenpflege nur einmal im Jahr nötig, und die Abnutzung der Kette ist so gering, daß ich mit 20 000 km Standzeit rechne.(Spritzwasser und Partikel sind der Kette Tod !).
Bedenkt man, daß 95 % der Deutschen Radler Pflegemuffel sind (ich zähle mich auch dazu !) ist ein Chainglider eigentlich eine feine Sache.
Trotzdem sind Hinweise angebracht : Ich weiß nicht. wie sich ein Chainglider bei Schmutz (Modder), Schnee und Eis verhält, da ich unter diesen Bedingungen nicht fahre.
Weiter ist es so, daß man nicht jedes Rad mit dem Chainglider ausrüsten kann. Vorraussetzung Nabenschaltung wurde schon genannt, aber es nutzt nichts, wenn trotz Getriebenabe ein Kettenspanner verbaut wird (wegen Heckfederung oder auch wegen Dämlichkeit der Hersteller, evtl. kann man ein Exzenter Tretlager einsetzen).Gefedertes Heck geht aber mit Antriebsschwinge ( einzig mir bekanntes Modell Pacy 20").
Die nächste Einschränkung betrifft die Größe des Kettenblatts. Chainglider gibt es nur für max. 48 Zähne. Dieser ist nicht so einfach zu beschaffen, weil er ein Spezialteil für Giant ist (am 16" Giant Subway Falter). Das Pacy 20" (gibts das noch ?) kam zB mit einem 44 Zähne Glider. Da ist dann selbst eine Standard-Frührentner-Entfaltung von 2,45 m bis 7,5 m , wie sie bei ~303 % bis ~308 % Übersetzungs-Umfang (Spectro S7 und Alfine8 ) verwirklicht werden kann, nicht machbar. EmilEmil fährt mit der i-Motion9 (340 %) 2,20 m bis 7,48m , eine nach unten erweiterte Frührentner Entfaltung.( Zum Vergleich : Rennradler fahren 2,95 m bis über 10.0 m Entfaltung; ein Top-Trekkingrad hat 1,5 m bis 9,00 m). Den letzteren Umfang kann man am Faltrad nur mit einer DualDrive Schaltung (3.Gang Nabe plus 9 oder 10 Gang Kettenschaltung) erreichen; auf den Unsinn des 9-er Ritzels der Capreo Schaltung plus 61-er KB will ich nicht weiter eingehen. Für die DualDrive könnte man immerhin noch einen geöffneten Chainglider (Für 48 Zähne, unterer Flügel gekappt) verwenden. Den Vorteil der fast vollstädig gekapselten Kette hat man nicht; aber die Hose und andere beim Falten exponierte Kleidungsstücke sollten sauber bleiben. Eine weitere Möglichkeit sollte die Alfine 11 sein, da kann auch mit 44-er KB die richtige Entfaltung verwirklicht werden. Ach ja, Chainglider-Geräusche und Reibungsverluste (~ 0,5 Watt) sind vernachlässigbar.
MfG EmilEmil
Zuletzt geändert von EmilEmil am So Apr 29, 2012 8:50 pm, insgesamt 2-mal geändert.
Ruebezahl
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Re: Naben- oder Kettenschaltung?

Beitrag von Ruebezahl »

M.W. gibt es den Chainglider auch in Bauformen für Kettenspanner (obwohl das natürlich dann kein ganz geschlossenes System mehr ist) und 48 Zähne sollten eigentlich reichen. Könnte mir vorstellen, dass man da im MTB- oder Trekkingbereich fündig wird. Aber der Teufel liegt natürlich im Detail. Habe letzten Endes meine Versuche damals aufgegeben, eine 46er Kurbel am Vitesse D3 (mit Alfine aufgerüstet) zu chaingliden weil es hinten nicht machbar war. Leider.
EmilEmil
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Re: Naben- oder Kettenschaltung?

Beitrag von EmilEmil »

Ja Ruebezahl,
daß ist der offene Chainglider und den gibt es mit 38,42 und 44 Zähnen. Zweifach oder dreifach Kettenblatt geht damit auch nicht. Deswegen mein Hinweis auf die DualDrive und die Verwendung eines "geöffneten" Chaingliders..
MfG EmilEmil
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