Updates| Bilder|Videos |Shop

Reload nach langer Pause. Sorry dafür.

Recht haben oder Ruhe haben?

Der Smalltalk-Bereich. Alles was NICHT mit Fahr/Falträdern zu tun hat
berlinonaut
Beiträge: 1763
Registriert: So Okt 13, 2013 9:41 pm
Faltrad 1: Brompton M8RD
Faltrad 2: Bickerton Sterling X
Faltrad 3: Brompton SH2Lx
Geschlecht: m
Status: FALTradfahrer
Wohnort: Berlin

Re: Recht haben oder Ruhe haben?

Beitrag von berlinonaut »

derMac hat geschrieben: Das einzige Problem in Berlin könnte jetzt sein, dass zu lange auf ein Taxi warten muss.
Das ist in Berlin kein Problem. Länger als 5 Minuten wartet man im Innenstadtbereich im Wesentlichen nur an Sylvester. Das liegt daran, dass der Senat zum Zwecke des Geldverdienens deutlich zu viele Taxilizezen ausgegeben hat. Mit dem Effekt, dass Taxifahrer und auch Taxiunternehmer mittlerweile ein eher prekärer Beruf ist unter finanziellen Aspekten.
Pibach hat geschrieben: Es geht bei diesen Mitfahrdiensten um eine dramatische Umwälzung des gesamten Mobilitätskonzeptes. Das hat mit Taxis und dem gerade konkreten Unternehmen Uber nur examplarischen Zusammenhang.
Wo genau liegt denn der Unterschied zwischen Uber und Taxi ausser der Tatsache, dass Taxis in jeder Hinsicht reguliert sind bis hin zum Fahrpreis und Uber gar nicht?
Pibach hat geschrieben: Derzeit liegt UberPop bei glaube ich 80% der Taxiskosten. Das ist auch nicht wirklich günstig. Die Nachfrage scheint dennoch enorm zu sein. Liegt wohl an der Nutzung per App. Das scheint die Effizienz bei der Buchung, Wartezeit und Bezahlung offenbar zu verbessern.
Wann bist Du das letzte mal Taxi gefahren? Taxi-Apps gibt es gleich mehrere, über die meisten davon kann man auch bezahlen. Inclusive Livekarte für die Anfahrt. Und zumeist braucht man gar nicht warten sonden winkt sich einfach ein vorbeifahrendes Taxi ran - gibt ja mehr als genug. Der einzige Grund warum Uber billiger ist ist weil sie billiger sein wollen, um überhaupt in den Markt reinzukommen. Und weil sie selbst ja keine Fixkosten haben ausser der Vermittlungsinfrastruktur und keinerlei Qualitäts- oder Qualifikationskriterien einhalten müssen kann es ihnen ja auch egal sein: Das Risiko incl. der laufenden Kosten des Autos trägt ja der Fahrer. Alles, was Uber hier investiert über die Vermittlungsinfrastruktur hinaus passiert nur temporär, damit ihnen nicht das Geschäftsmodell verboten wird. Sobald das etabliert ist ist es selbst damit ganz schnell wieder vorbei und sie haben einen riesigen Haufen abhängiger "Selbstständiger", die auf dem sozialen Sicherheitsniveau von Tagelöhnern arbeiten, aber vorher dafür noch dick investieren müssen und hohe laufende Kosten haben. Wenn man Berichte von Fahrern in Deutschland liest lässt sich leicht ablesen, dass die meisten von denen nicht rechnen können - sie verdienen nicht nur extrem schlecht und wenn man genau hinschaut verdienen sie nix, sondern müssen sogar noch Geld mitbringen. Das funktioniert nur, weil die Fahrer der Meinung sind das Auto "ist ja eh da" und kostet daher nichts - durch gelegentliche Fahren können sie sich eine Karre leisten, die sie sich sonst nicht leisten können. Die kennen schlicht den Unterschied zwischen Umsatz und Verdienst nicht - sogar vom gesetzlichen Mindestlohn sind die Kilometer weit weg. Kurz: Das Risiko und die Kosten tragen die Fahrer, das Geld verdient Uber.
berlinonaut
Beiträge: 1763
Registriert: So Okt 13, 2013 9:41 pm
Faltrad 1: Brompton M8RD
Faltrad 2: Bickerton Sterling X
Faltrad 3: Brompton SH2Lx
Geschlecht: m
Status: FALTradfahrer
Wohnort: Berlin

Re: Recht haben oder Ruhe haben?

Beitrag von berlinonaut »

Pibach hat geschrieben:
berlinonaut hat geschrieben: Vor dem Profit steht erst mal die Investition ...Und bis dahin muss man es erst mal schaffen...
Nach Deiner Argumentation würde man sich also Neuerungen, zumal sie lukrativ sind, gar nicht annehmen, weil es Turbokapitalismus ist?
Sicherlich nicht. Aber die Aussage von Dir "Wenn etwas neue Effizienzlevel erreicht, ist das zuerst immer mit hohem Profit verbunden" ist - sagen wir mal - stark verkürzt...
Pibach hat geschrieben: Ziel ist hier die Auslastung der PKW.
Nö. Ziel ist nicht die Auslastung der PKW. Das Problem ist, dass Leute kreuz und quer von A nach B wollen, es Ballungszeiten gibt, wo das mehr Leute wollen (z.B. die morgendliche Rushhour) und Leerlaufzeiten (morgens um Drei). Würde vollständige Information über die Bewegungswünsche vorliegen könnte man einige dieser Wege zusammenlegen und so effizienter "reisen". Das ist im Prinzip das, was Busse, Tram, U-Bahn und S-Bahn in grossem Stil tun: Das ist bei Lichte betrachtet nichts anderes als eine gigantisch skalierte Mitfahrgelegenheit zu günstigen Kosten. Und das möchtest Du jetzt neu erfinden, nur schlechter und auf Basis von PKW.
Das zweite Problem was wir haben ist, dass die Strassenkapazität nicht mit dem Verkehr mithalten kann. In Berlin sind wir noch vergleichsweise gut dran, dennoch gibt es hier reichlich Stau und auch Falschparker. Das bedeutet also, die Kapazität des Verkehrssystems ist zu gering für die Menge an motorisiertem Individualverkehr. Das Problem bekommst Du gelöst durch mehr Strassenbau (das war die Vision der frühen Siebziger: "die autogerechte Stadt") oder weniger Autos. Weniger Autos kann heissen Umstieg auf Fahrrad, BVG, Motorroller oder eben Fahrgemeinschaften. Wobei letztere den geringsten Hebel haben, weil typischerweise vergleichsweise unzuverlässig, unflexibel, unkomfortabel und hoher Koordingationsaufwand. Auf dem Land ist das bei mittellangen Pendelstrecken durchaus üblich zum Zweck der Geldersparnis. In dem Szenario funktioniert das auch brauchbar. Das ist aber auch die einzige Motivation und funktioniert auch nur bei vorhersagbarem Transportbedarf, also z.B. Pendeln zur Schichtarbeit. In der Stadt glaube ich da nicht dran - da ist ÖPNV das effizientere Mittel.
Das Dritte Problem ist Dreck und Platzverschwendung. Das Bekommst Du durch Carsharing/Mitfahrgelegenheit (was von Beidem willst Du eigentlich?) gar nicht gelöst. Das ist ein Tropfen auf dem heissen Stein, bestenfalls eine Übergangslösung. Wenn das Ziel ein Lösen der Transportprobleme ist bei gleichzeitiger Entschlackung der Strassen und Verbesserung der Lebensqualität der in der Stadt wohnenden ist diese Art von Carsharing bestenfalls einen Fussnote der Entwicklung, mit der Perspektive auf selbstfahrende Autos irgendwann in den nächsten 50 Jahren (was ich für sehr konservativ halte) sowieso.
Für Kurzstreckenmitfahrgelegenheit gibt es btw. Flinc ( https://flinc.org/ ). Enstpricht evtl. dem was Du Dir vorstellst - so richtig das Haus rockt das nicht im Sinne einer Massenbewegung soweit ich weiss.
Pibach hat geschrieben:
Das sehe ich anders. Die PKW in Deutschland haben wenn ich das richtig im Kopf habe ein Durchschnittsalter von ca. 8,5 Jahren. Über 2/3 der Neuzulassungen sind Firmenwagen. Mit anderen Worten: Ein Carsharingkonzept, das darauf aufbaut basiert entweder auf Steuerhinterziehung und Querfinanzierung durch Arbeitgeber und den Staat oder auf vergleichsweise uraltem Material.
Es werden einfach die PKW besser ausgelastet. Das ist erstmal sehr sinnvoll. Ob das teilweise Firmenwagen oder ältere Autos sind - ist völlig schnurz in diesen Überlegungen.
Wenn steuerfinanzierte Autos dann plötzlich besser ausgelastet werden wäre es ja geradezu absurd, das verbieten zu wollen. Stattdessen muss man die Art der Finanzierung überdenken. Prima, diese Subventionen sollte man ja ohnehin abschaffen. Das ist aber wieder ganz andere Schiene in den Überlegungen.
Du merkst schon, dass Du beim Versuch ein Problem zu lösen auf einmal einen riesigen Rattenschwanz an neuen Problemen aufmachst, oder? Einfach nur, weil Du unbedingt eine bestimmte Lösung haben möchtest, völlig egal, ob die was taugt oder nicht...
Carsharing muss halt ein Anbieter die Autos vorhalten und instant halten und will natürlich daran verdienen. Das ist bei Mitfahrdiensten grundsätzlich anders. Da fährt der Eigentümer, prüft die Betriebsfähigkeit, usw, kurzum: das ist eine Größenordnung effizienter.
Das ist nicht um grössenordungen effizienter (im Gegenteil) - es sind lediglich die Kosten nicht transparent. Eine grosse, gleichartige Fahrzeugflotte zu warten und betriebsbereit zu halten ist immer effizienter als sich um ein einzelnes Fahrzeug zu kümmern... Mit anderen Worten: Die kommerziellen Carsharinganbieter haben erheblich günstigere Kostenstrukturen als ein einzelner Besitzer eines Privat PKW.
Da reicht es perspektivisch ja auch, wenn der Mitfahrobulus den (hoffentlich geringen) Mehraufwand für das Einladen eines Mitfahrers übersteigt. Die kommerziellen Mitfahrdienste (wie UberPop) braucht man eigentlich nur für die Übergangszeit, damit sich solche Konzepte zum Standardmodell entwickeln. Danach wird vrstl der Löwenanteil der Mitfahrten in P2P liegen, also wo der Fahrer für die Strecke, die er sowieso fährt noch Mitfahrer mitnimmt.

Das ist schließlich das effizienteste. Völlig unabhängig von allen weiteren Fragen (Versicherung, etc), die für diese Überlegung keine Rolle spielen und lediglich Details der genauen Umsetzung betreffen.
Nö. Ich bleibe dabei: Du hast Dich in ein konservatives, maximal ungeeigentes Modell verliebt und säufst Dir das jetzt schön. Alles, was dagegen spricht oder kompliziert wäre sind langweilige, irrelevante Detailfragen - es kann also gar nicht wirklich was dagegen sprechen ;) . Mit der Argumentation kann ich auch das Beamen für das Modell der Zukunft verargumentieren. Dafür braucht man ausserdem keinen Strassenplatz. 8-)

Edit: Quoting repariert.
Zuletzt geändert von berlinonaut am Mi Aug 12, 2015 9:04 am, insgesamt 2-mal geändert.
derMac
Beiträge: 2072
Registriert: Di Jul 17, 2012 2:01 pm
Faltrad 1: Dahon Dash P18
Faltrad 2: Giant Halfway
Faltrad 3: Bike Friday Family T
Geschlecht: m
Geburtsjahr: 1970
Status: FALTradfahrer
Wohnort: Grünes Herz Deutschlands 650 hm

Re: Recht haben oder Ruhe haben?

Beitrag von derMac »

Pibach hat geschrieben:
derMac hat geschrieben: Es ging um das Fahren auf der Fahrbahn. Da gibt es üblicherweise nichts zu schlängeln und auch kein "Auf und Ab von Bürgersteigen".
?
Es geht um das vorwärts kommen.
Du schriebst, Anhänger seien für die Straße (ich vermutete du meinst die Fahrbahn, da du auch vom Radweg gesprochen hat) nicht geeignet. Darauf bezog ich mich.
Pibach hat geschrieben:
derMac hat geschrieben: Ich hab nicht so viel Erfahrung mit Taxifahren in Berlin, aber anderswo ruf ich ein Taxi und das kommt in annehmbarer Zeit und fährt mich überall hin wo ich hinwill. Das einzige Problem in Berlin könnte jetzt sein, dass zu lange auf ein Taxi warten muss.
Es geht bei diesen Mitfahrdiensten um eine dramatische Umwälzung des gesamten Mobilitätskonzeptes. Das hat mit Taxis und dem gerade konkreten Unternehmen Uber nur examplarischen Zusammenhang.
Meine Aussage bezog sich auf deine Aussage, Taxiunternehmen seien ineffektiv.

Und bei Mitfahrdiensten wie Uber geht es nicht um eine Umwälzung des gesamten Mobilitätskonzepts, sondern darum weiter Auto zu fahren. Die Autos werden auch nicht besser Ausgelastet als das jetzt schon mit Taxis der Fall ist. Mit Taxis hat das insofern zu tun, als die Uber-Fahrer wie Taxiunternehmer agieren. All dieses "Share Economy" ist nur Werbegedöns, die Fahrer bieten nicht wirklich eine Mitfahrgelegenheit auf einer sowieso gefahrenen Strecke an sondern fahren gezielt zum Kunden und diesen dann zu seinem Wunschziel. Anders würde das Geschäftsmodell gar nicht funktionieren.

Meine Aussagen bezogen sich auf konkrete Aussagen von dir. Ich hab auch jedesmal konkret zitiert, worauf ich mich beziehe. Ich hab aber keine Lust, dir jedes mal wieder rauszusuchen, worauf ich mich bezogen habe. Das musst du schon selber nachlesen wenn du dich nicht mehr dran erinnern kannst.

Mac
Pibach
Moderator
Beiträge: 8367
Registriert: Mi Aug 05, 2009 10:09 pm
Faltrad 1: Dahon Mu Ex
Faltrad 2: Dahon Mu Singlespeed
Faltrad 3: Gotway MCM V3
Geschlecht: m
Geburtsjahr: 1968
Status: FALTradfahrer
Wohnort: Berlin

Re: Recht haben oder Ruhe haben?

Beitrag von Pibach »

derMac hat geschrieben: Ich hab aber keine Lust, dir jedes mal wieder rauszusuchen, worauf ich mich bezogen habe. Das musst du schon selber nachlesen wenn du dich nicht mehr dran erinnern kannst.

berlinonaut
Beiträge: 1763
Registriert: So Okt 13, 2013 9:41 pm
Faltrad 1: Brompton M8RD
Faltrad 2: Bickerton Sterling X
Faltrad 3: Brompton SH2Lx
Geschlecht: m
Status: FALTradfahrer
Wohnort: Berlin

Re: Recht haben oder Ruhe haben?

Beitrag von berlinonaut »

Pibach hat geschrieben: Ansonsten läuft das ja auch eher so ab, dass man aus den Erfahrungen mit Uber in den USA lernt und daraus sich dann ähnliche (oder auch ganz andere) Konzepte für Europa formieren. Z.B. "Mietwagen-Unternehmer".
Das ist übrigens ein typischer Focus-Artikel: Kenntnisarm, faktenschwach, voller Halbwahrheiten und unter Auslassung diverser wesentlicher Gesichtspunkte. Wie eigentlich fast immer beim Focus ist man vor dem Lesen besser informiert als danach. :lol:
Pibach
Moderator
Beiträge: 8367
Registriert: Mi Aug 05, 2009 10:09 pm
Faltrad 1: Dahon Mu Ex
Faltrad 2: Dahon Mu Singlespeed
Faltrad 3: Gotway MCM V3
Geschlecht: m
Geburtsjahr: 1968
Status: FALTradfahrer
Wohnort: Berlin

Re: Recht haben oder Ruhe haben?

Beitrag von Pibach »

Mag sein. Das wesentliche kommt aber rüber: Entweder die Fahrpreise liegen untern den Betriebskosten oder aber, wenn gewinnorientiert, dann müssen bestimmte Richtlinien gelten.

Damit dürfte die Entwicklung eines weitreichenden dynamic carsharing aber deutlich schleppender voranschreiten.

Wesentlicher Knackpunkt könnte die Rückkerpflicht sein.
Scheint auch so zu sein, dass Aufträge von unterwegs unzulässig sind.
Reichlich unzeitgemäß.
D.h. in Deutschland geht das derzeit nicht ohne Taxi-Lizenz.
Wird also Zeit, diese Gesetze anzupassen.
berlinonaut
Beiträge: 1763
Registriert: So Okt 13, 2013 9:41 pm
Faltrad 1: Brompton M8RD
Faltrad 2: Bickerton Sterling X
Faltrad 3: Brompton SH2Lx
Geschlecht: m
Status: FALTradfahrer
Wohnort: Berlin

Re: Recht haben oder Ruhe haben?

Beitrag von berlinonaut »

Also noch mal die Frage: Über was redest Du?
- Mietwagenservice (Uber) - mehr Verkehr als vorher wg. Rückkehrpflicht, keinerlei Verkehrsersparnis, asoziales Modell
- Taxiersatz (Uber Pop) - qualitativ minderwertiger, illegaler Ersatz für Taxis unter Umgehung von Gewerbe- und Steuerrecht sowie "Ausbeutung" von "Selbständigen", die nicht rechnen können. Keinerlei Verkehrsersparnis, eher das Gegenteil
- Mitfahrgelegenheit für Kurzstrecken (z.B. Flinc): zilliarden organisatorischer Problemchen in der Praxis, keine Durchschlagkraft auf dem Massenmarkt, evtl. minimale Verkehrsersparnis, wirtschaflich vermutlich nicht tragfähig
- privates Carsharing (z.B. carunitiy): Logistikprobleme, kein Massenmarkt, steuerliche Grauzone, löst nicht wirklich Probleme, wirtschaftlich begrenzt tragfähig
- Floating Carsharing (z.B car2go, drivenow): Schafft vermutlich nicht weniger Verkehr, aber potentiell weniger parkende Autos wegen besserer Auslastung. Teuer je Fahrt, funktioniert nur in Ballungsräumen. Potential als Zwischenschritt bei der Abschaffung eines eigenen Autos.
- stationsgebundenes Carsharing (z.B flinkster): Teuer, unflexibel, nur im Einzelfall praktisch

Du springst munter zwischen diversen Modellen hin und her wie es Dir gerade in den Sinn kommt und vermischst dabei kunterbunt die Eigenschaften, Vorteile und Nachteile der Modelle. Allen geimeinsam ist eines: Das Problem innerstädtischer Verkehrsüberlastung löst keines dieser Modelle, weil sie alle nicht das bestehende System "motorisierter Individualverkehr" in Frage stellen, der ja gerade das Problem ausmacht. Das ist Rumdoktoren an Symptomen, keine Problemlösung. Am vielversprechendsten erscheint mir dabei noch das floating Carsharing als heute schon praxistauglicher Zwischenschritt mit Entwicklungs- und Skalierungspotential - erstaunlicherweise ist das das Modell, das Du explizit untauglich findest.

Dass die Modelle, die Du favorisierst neben der strukturellen Sinnlosigkeit für die Problemlösung in der Praxis erhebliche (Folge)probleme haben oder schlicht illegal sind, also neben der geistigen Umerziehung weiter Bevölkerungsgruppen auch noch eine Weltrevolution der Wirtschaftssysteme mit all den daran hängenden Nebeneffekten haben nimmst Du gar nicht wahr oder es stört Dich nicht. Damit ist das (mal wieder) eine inhaltlich sinnfreie Diskussion fernab jeglicher Praxisrelevanz - kurz: man kann es sich sparen weiterzudiskutieren. :(
derMac
Beiträge: 2072
Registriert: Di Jul 17, 2012 2:01 pm
Faltrad 1: Dahon Dash P18
Faltrad 2: Giant Halfway
Faltrad 3: Bike Friday Family T
Geschlecht: m
Geburtsjahr: 1970
Status: FALTradfahrer
Wohnort: Grünes Herz Deutschlands 650 hm

Re: Recht haben oder Ruhe haben?

Beitrag von derMac »

Pibach hat geschrieben:Wesentlicher Knackpunkt könnte die Rückkerpflicht sein.
Scheint auch so zu sein, dass Aufträge von unterwegs unzulässig sind.
Reichlich unzeitgemäß.
D.h. in Deutschland geht das derzeit nicht ohne Taxi-Lizenz.
Wird also Zeit, diese Gesetze anzupassen.
Es wäre hier hilfreich, sich über die Aufgaben und Unterschiede zwischen Taxi und "Mietwagen mit Fahrer" zu informieren, dann wird auch klar was sich der Gesetzgeber dabei gedacht hat. Kann man relativ leicht ergooglen. Danach kann man über mögliche Gesetzesänderungen diskutieren.

Mac
Pibach
Moderator
Beiträge: 8367
Registriert: Mi Aug 05, 2009 10:09 pm
Faltrad 1: Dahon Mu Ex
Faltrad 2: Dahon Mu Singlespeed
Faltrad 3: Gotway MCM V3
Geschlecht: m
Geburtsjahr: 1968
Status: FALTradfahrer
Wohnort: Berlin

Re: Recht haben oder Ruhe haben?

Beitrag von Pibach »

berlinonaut hat geschrieben: Du springst munter zwischen diversen Modellen hin und her wie es Dir gerade in den Sinn kommt und vermischst dabei kunterbunt die Eigenschaften, Vorteile und Nachteile der Modelle. (
?
Ist doch genau andersrum. Ließ doch mal.
Pibach
Moderator
Beiträge: 8367
Registriert: Mi Aug 05, 2009 10:09 pm
Faltrad 1: Dahon Mu Ex
Faltrad 2: Dahon Mu Singlespeed
Faltrad 3: Gotway MCM V3
Geschlecht: m
Geburtsjahr: 1968
Status: FALTradfahrer
Wohnort: Berlin

Re: Recht haben oder Ruhe haben?

Beitrag von Pibach »

derMac hat geschrieben:dann wird auch klar was sich der Gesetzgeber dabei gedacht hat.
Du möchtest jetzt den Zielen der Gesetzgeber zustimmen? Oder andeuten, hier habe jemand zu wenig gelesen?

Ich finde das Thema eigentlich interessant.
Antworten