Also mir geht es darum, dass die herumfahrenden bzw. parkenden PKW besser ausgelastet werden. Dann braucht man davon weniger. Ganz einfache Rechnung. Das bringt in der Bilanz weniger blockierte Verkehrsfläche und mehr Durchsatz bei höherer Effizienz. Ich sehe keine andere Maßnahme, die auch nur entfernt vergleichbares Potenzial hätte. Ob das jetzt Uber hinbekommt oder ein ähnlicher Dienst. Grundsätzlich ist das Modell - weitgehende Automatisierung über Mobilegeräte sowie Nutzung des eigenen PKW - einiges effektiver als herkömmliche Taxisdienste und hat daher weniger Overhead - mal abgesehen von den Problemen rund um Angestelltenverhältnisse, Versicherungen, Abgaben etc.
Hier könnte man diskutieren in wie weit eine Gesellschaft bereit ist, das zu unterstützen oder aber anders zu regulieren - immerhin dürften solche Mitfahrdienste extrem wirkungsvoll die Verkehrsengpässe reduzieren und die Infrastruktur entlasten.
Klar scheint auch zu sein, dass ein öffentlicher Träger das nicht schaffen kann. Öffentliche Träger haben auch grundlegende Tendenz zu Ineffizienz, siehe Dt. Bahn. M.E. ist vor allem die Organisationssform Ursache, dass sich das Verkehrsaufkommen weg von dem eigentlich weit überlegenen öffentlichen Verkehr immer stärker in Richtung Individualverkehr entwickelt hat.
Recht haben oder Ruhe haben?
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derMac
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Re: Recht haben oder Ruhe haben?
Nein, das ist nicht klar.Pibach hat geschrieben:Klar scheint auch zu sein, dass ein öffentlicher Träger das nicht schaffen kann.
Mac
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Pibach
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Re: Recht haben oder Ruhe haben?
Was ist verkehrt an "gewinnorientiert"?derMac hat geschrieben: Über ist IMO ein assozialer (alle Nachteile und Risiken werden auf den Fahrer und die Gesellschaft abgewälzt) gewinnorientierter Verein.
Ansonsten besteht zw. Fahrer und Dienst ja ein marktwirtschaftliches Kräftegleichgewicht. Oder anders gesagt: In dem System Taxi ist bestimmte Zahl Fahrer bereit diesen Job zu machen. Durch Mitfahrdienste weden es vrstl mehr solcher Jobs. Die Dienste müssen also Konditionen bietet, die die entsprechende Menge an Fahrern herbeibringt. Die Situation der Fahrer wird sich also aller Voraussicht nach in der Bilanz verbessern. Das muss sich nicht konkret auch auf Einzelfaktoren erstrecken (z.B. Versicherungsschutz).
Nachteilig ist das natürlich für Taxiunternehmen. Die müssten sich umorientieren. Finde ich aber begrüßenswert. Da nicht besonders effektives Verkehrskonzept und dringend optimierungsbedüftig.
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Re: Recht haben oder Ruhe haben?
Wie könnte das denn dann Deiner Ansicht nach funktionieren über öffentichen Träger?derMac hat geschrieben: Nein, das ist nicht klar.
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Re: Recht haben oder Ruhe haben?
Die Innovation, die z.B. Car2Go und Konsorten in die Mobilitätsfrage gebracht haben schafft ein öffentlicher Träger nicht. Auf der anderen Seite hielte ich es für fatal, die Deutsche Bahn rein nach Wirtschaftlichkeitsüberlegungen zu betreiben (so wie es seit der Privatisierung ja schon teilweise geschieht). Das ist IMHO eine Infrastrukturaufgabe ähnlich dem Strassenbau, die kann nicht an jeder Stelle kostendeckend sein und muss das auch nicht. Ich fände es z.B. eine valide Option, hier in Berlin die BVG für alle kostenlos zu machen, finanziert durch eine kommunale Abgabe. Und gleichzeitig das Autofahren im Innenstadtbereich unattraktiver zu machen - sei es durch Verkehrsüberwachung, Citytax, Nachweispflicht für einen Abstellplatz oder wie auch immer. Wenn die BVG dann noch attraktiver würde, durch Sicherheit, Sauberkeit, Komfort, bessere Strecken etc. und sich so als attraktives Verkehrsmittel für alle positionierte würde das durchaus dazu beitragen, den motorisierten Individualverkehr in der Innenstadt zu verringern und dadurch die Lebensqualität zu erhöhen. Im Tagesspiegel war gestern ein interessanter Artikel zum geplanten Ausbau des U-Bahnnetzes 1977 mit Streckenkarte: http://www.tagesspiegel.de/berlin/bvg-p ... 65454.html Gar nicht mal schlecht die damaligen Überlegungen...
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Re: Recht haben oder Ruhe haben?
Also wenn Du Rückkoppllungsmechanismen abbaust ist das zwangsläufig ein Garant für beliebig eskalierende Ineffizienz. Der Zusammenbruch des Sozialismus hat das ja schön verdeutlicht. Eine zwangs-BVG würde imho Tür und Tor für den Verkehrskollaps öffnen. Wahrscheinlich würde die BVG schon in wenigen Jahrzehnten den Berliner Staatshaushalt verzehren und dabei kaum funktionieren. Alle weiteren Innovationen würden blockiert.
M.E. lieber genau andersrum.
Mehr Konkurrenz durch alternative Verkehrsformen (also vor allem Mitfahrdienste). Das ist die Basis für gut funktionierender Rückkopplung und Anreizstrukturen.
Weitgehende Umorganisation in ein privates Unternehmen, gewinnorientiert und unabhängig von Subventionen.
Dazu weniger Barrieren in der Nutzung, also Handy-Tickets und fairere Abrechnung, so dass auch mehr Gelegenheits-ÖPNVler (insbesondere Radfahrer und Autofahrer) die Öffis nutzen.
M.E. lieber genau andersrum.
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Re: Recht haben oder Ruhe haben?
Nein. Uber funktioniert durch Aushebeln von Steuern, Versicherungen, Sozialabgaben und Reglementierungen und Qualitätssicherungsmassnahmen, wie sie z.B. für das Taxigewerbe gelten. Das ist Raubtierkapitalismus, der seine Fratze erst in ein paar Jahren zeigt. Die Perspektive ist btw. klar: Selbstfahrende Autos. Dann hat es sich was mit den Arbeitsplätzen. Die sind nur eine Übergangslösung, die so schnell wie möglich abgelöst werden wird. Die Bereitsschaft des Unternehmens, hier selbst zu investieren oder auch nur ein Risiko zu tragen ist denkbar gering. Dank fetter Finanzierung wird reichlich Lobbyarbeit gemacht. Soziale Verantwortung kommt in diesem Modell nicht vor. Wie sowas funktioniert sieht man z.B. bei MyTaxi: Sobald die Verbreitung hoch genug war haben sie versucht ein maximal brutales Provisionsmodell zu etablieren. In der ersten Runde sind sie damit nicht durchgekommen, das ist aber nur eine Frage der Zeit. Die Tendenz, selbst keine eigene "Arbeits"-Leistung anzubieten sondern an der Vermittlung zu verdienen und damit den eigentlichen "Arbeitern" einen Teil ihres Verdienstes wegzunehmen (was für den Endkunden intransparent ist) habe sehr viele dieser neuen Geschäftsmodelle von MyPizza bis MyHammer. Und am Ende der Fresskette stehen oft genug "Selbständige", die nur noch mit Selbstausbeutung überleben können und keine Alternative haben. Gelockt durch Mehrumsatz haben sie langfristig am Ende meist weniger Geld in der Tasche bei mehr Arbeit. Schlechter Deal.Pibach hat geschrieben: (Uber)
Ansonsten besteht zw. Fahrer und Dienst ja ein marktwirtschaftliches Kräftegleichgewicht. Oder anders gesagt: In dem System Taxi ist bestimmte Zahl Fahrer bereit diesen Job zu machen. Durch Mitfahrdienste weden es vrstl mehr solcher Jobs. Die Dienste müssen also Konditionen bietet, die die entsprechende Menge an Fahrern herbeibringt. Die Situation der Fahrer wird sich also aller Voraussicht nach in der Bilanz verbessern. Das muss sich nicht konkret auch auf Einzelfaktoren erstrecken (z.B. Versicherungsschutz).
Nichts gegen Geld verdienen, aber das "sozial" in sozialer Marktwirtschaft steht da nicht umsonst. Gewinne privatisieren, Risiken und Verluste kollektivieren ist die natürliche Tendenz kapitalistischer Unternehmen - deswegen muss man das ja nicht gut finden...
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Re: Recht haben oder Ruhe haben?
Unabhängig davon ist es aber eben auch viel effizienter, wie gesagt, durch die Organisation mit Mobilgeräten und die Nutzung von eigenen PKW.berlinonaut hat geschrieben:Uber funktioniert durch Aushebeln von Steuern, Versicherungen und Sozialabgaben.
Nö. Das gleicht sich durch zunehmende Konkurrenz aus - zumindest im Idealfall. Falls sich eine dominierende Monopolstellung ergeben sollte, wäre das Kartellamt zuständig.Wie sowas funktioniert sieht man z.B. bei MyTaxi: Sobald die Verbreitung hoch genug war haben sie versucht ein maximal brutales Provisionsmodell zu etablieren. In der ersten Runde sind sie damit nicht durchgekommen, das ist aber nur eine Frage der Zeit.
Ne, die sind effizienter, dadurch bleibt ihnen in dem Kräftegefüge zu den Fahrern eben viel Spielraum für eigene Provisionen. Die würde mit zunehmender Verbreitung solcher Dienste aber vrstl marginalisiert.Die Tendenz, selbst keine eigene "Arbeits"-Leistung anzubieten sondern an der Vermittlung zu verdienen und damit den eigentlichen "Arbeitern" einen Teil ihres Verdienstes wegzunehmen (was für den Endkunden intransparent ist)
In einem Zukunftsstaduim sehe ich eher P2P-Mitfahrdinste, nur knapp über Selbstkosten, und die Dienste selber sind nahezu kostenfrei (gibt ja keinen Anlass, dass die viel kosten). Quintessenz ist dann schlicht, dass die Autos ausgelastet sind, also wie gewünscht.
Bissel sehr negative Sicht.Gewinne privatisieren, Risiken und Verluste kollektivieren ist die natürliche Tendenz kapitalistischer Unternehmen - deswegen muss man das ja nicht gut finden...
Marktwirtschaft ist - bei allen Nachteilen - das bislang effektivste Konzept, das wir kennen.
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Re: Recht haben oder Ruhe haben?
Also die Idee, Autos nur deswegen nicht "selbstfahrend" zu entwickeln, weil das ansonsten Arbeitsplätze zerstören würde ist doch unsinnig. Es gibt immer irgendwann technisch effektivere Lösungen und die menschliche Arbeitsleistung verschiebt sich. Dieses beständige Innovieren ist die Basis unsere Wohlstandes.berlinonaut hat geschrieben:Die Perspektive ist btw. klar: Selbstfahrende Autos. Dann hat es sich was mit den Arbeitsplätzen.
Ob man nun unbedingt selbstfahrende Autos braucht, ist ne andere Frage. Ich denke das ist nicht unbedingt so nötig, wenn der Fahrer ohnehin die Strecke fahren will. Und das wird in den P2P-Mitfahrdiensten ja darauf hinauslaufen.
Ansonsten wird es bestimmt in ferner Zukukunft solche Autos geben - und eine Reihe anderes Dinge, die wir uns jetzt noch nicht ausmalen. Da muss man schauen, was das für Herausforderungen bringt.
Ansonsten kann ich aus dem Umfeld der autonomen Verkehrsysteme sagen, dass das noch ein verdammt weiter Weg ist bis sowas auch nur näherungsweise flächendeckend funktioniert. Jedenfalls wird das ganz sicher noch nicht in den kommenden 20 Jahren realisierbar sein.
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derMac
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Re: Recht haben oder Ruhe haben?
Prinzipiell nichts, aber konkret bei Dienstleistungen, auf die ich angewiesen bin, dass ich durch dieses angewiesen sein zwingend diesen Gewinn miterbringen muss.Pibach hat geschrieben:Was ist verkehrt an "gewinnorientiert"?
Nein. Die Kräfte sind nicht gleichverteilt.Ansonsten besteht zw. Fahrer und Dienst ja ein marktwirtschaftliches Kräftegleichgewicht.
Dieser Vergleich würde nur funktionieren, wenn die "Mitfahrdienste" (das sind nicht wirklich Mitfahrdienste) unter den gleichen Randbedingungen agieren müssten wie die bisherigen Taxidienste.Oder anders gesagt: In dem System Taxi ist bestimmte Zahl Fahrer bereit diesen Job zu machen. Durch Mitfahrdienste weden es vrstl mehr solcher Jobs. Die Dienste müssen also Konditionen bietet, die die entsprechende Menge an Fahrern herbeibringt.
Nein, diese Voraussicht ist nicht so klar gegeben, da du die Gesamtbetrachtung zu stark vereinfachst. Z.B. ist die Hürde, Taxifahrer zu werden höher, als die Hürde Fahrer in einem "Mitfahrdienst" zu werden. Du hast dann einfach noch schlechter qualifizierte Fahrer die noch schlechter verdienen. Außerdem ist Scheinselbständigkeit nicht zufällig reguliert.Die Situation der Fahrer wird sich also aller Voraussicht nach in der Bilanz verbessern.
Doch, muss es langfristig, weil es sonst nur ein Mogelpaket ist.Das muss sich nicht konkret auch auf Einzelfaktoren erstrecken (z.B. Versicherungsschutz).
Ich hab nicht so viel Erfahrung mit Taxifahren in Berlin, aber anderswo ruf ich ein Taxi und das kommt in annehmbarer Zeit und fährt mich überall hin wo ich hinwill. Das einzige Problem in Berlin könnte jetzt sein, dass zu lange auf ein Taxi warten muss.Da nicht besonders effektives Verkehrskonzept und dringend optimierungsbedüftig.
Ich habe keine Grundsätzliche Lösung für das Verkehrsproblem. Ich sehe nur nicht, warum private Träger das Problem prinzipiell besser lösen können sollten und ich möchte in meinen grundlegenden Bedürfnissen nicht gern von privaten Interessen abhängig sein.Wie könnte das denn dann Deiner Ansicht nach funktionieren über öffentichen Träger?
Mac