Updates| Bilder|Videos |Shop

Reload nach langer Pause. Sorry dafür.

Recht haben oder Ruhe haben?

Der Smalltalk-Bereich. Alles was NICHT mit Fahr/Falträdern zu tun hat
berlinonaut
Beiträge: 1763
Registriert: So Okt 13, 2013 9:41 pm
Faltrad 1: Brompton M8RD
Faltrad 2: Bickerton Sterling X
Faltrad 3: Brompton SH2Lx
Geschlecht: m
Status: FALTradfahrer
Wohnort: Berlin

Re: Recht haben oder Ruhe haben?

Beitrag von berlinonaut »

Pibach hat geschrieben: Hm. Also ich fahre die Skalitzer ständig, da Umfahrung kaum handhabbar. Die Umfahrstrecken wären zickzack und Kopfsteinpflaster, kommt man nicht flott voran.
Kommt ein bisschen drauf an von wo man kommt und wo man hin will - ich umfahre das Stück in aller Regel etwas weitläufiger - mit Hilfe eines Stadtplans oder digitalen Äquivalents kommt man da auf brauchbare Strecken, die einem normal nicht einfallen würden. Kommt man aber z.B. aus dem Tiergarten grob auf Höhe Tiergartentunnel auf die Verlängerung der Skalizer und will Richtung Osten hat man Trauer - bis ungefähr zum Museum für Verkehr und Technik sieht es da eher mau aus, wenn man nicht sehr viel Zeit verlieren möchte.
Pibach hat geschrieben: Zu Deiner Utopie: (...) Fehlt eigentlich nur der politische Wille.
Der reduzierte Verkehr würde es dann erlauben, die Vekehrsfläche zu entzerren. Also z.B. nicht 2 Geradeausspuren, sondern nur eine. Oder eben kein Parkstreifen. Das schafft dann Platz für eine Radwegmarkierung. Die sollte eben so breit sein, dass ein Radfahrer auch mit Anhänger drauf passt.
Hey, wir sind uns mal einig! :mrgreen: Ich denke der pragmatischste Ansatz zur Reduzierung des Autoverkehrs ist die Reduzierung der Parkflächen bei gleichzeitiger effizienter Parkraumüberwachung und kein Aushebeln durch grossflächige Anwohnerparkplätze/Parkraumbewirtschaftung. Dann löst sich das Problem von ganz allein. Selbst ohne Änderung von Parkräumen würde allein eine effiziente Sanktionierung auf Basis der bestehenden Regelungen schon eine dramatische Verbesserung bringen (standardmässig zugeparkte Radstreifen, Radwege, Ladezonen, zweite Reihe etc.). Da braucht man gar nicht viel machen in meinen Augen. Solange in Berlin allerdings ausser Lippenbekenntnissen nichts kommt braucht man da nicht viel Hoffnung haben. Das Wissen ist ebenso da wie die Ideen - allein der politische Wille fehlt. Siehe z.B. diesen Artikel: http://www.tagesspiegel.de/berlin/fahrr ... 41096.html
berlinonaut
Beiträge: 1763
Registriert: So Okt 13, 2013 9:41 pm
Faltrad 1: Brompton M8RD
Faltrad 2: Bickerton Sterling X
Faltrad 3: Brompton SH2Lx
Geschlecht: m
Status: FALTradfahrer
Wohnort: Berlin

Re: Recht haben oder Ruhe haben?

Beitrag von berlinonaut »

Pibach hat geschrieben: Rücksichtsvoller ja, aber auch nur dort, wo Rücksicht nicht zu viel "kostet" - also eben nicht auf so Strecken wie Skalitzer. Da wird man hauteng mit vollem Tempo überholt, ob nun mit oder ohne Anhänger. Der Anhänger verringert dabei noch mal den Sicherheitsabstand. Denn ausscheren können die Autos dort nicht für den Überholvorgang, Spuren sind zu eng.
Seit ich mir angewöhnt habe, die jeweilige Spur besetzt zu halten durch Sicherheitsabstand vom Strassenrand, so dass ein Überholen immer nur mit Spurwechsel möglich ist, fährt es sich erheblich sicherer und entspannter. Mecker gibt es eigentlich nie (am erstaunlichsten finde ich das in der Sonnenallee), gelegentlich überholt mal einer mit nur einem halben Spurwechsel. Wenn man sich zu sehr nach rechts quetscht animiert man zum knappen Überholen und gefährdet sich auch noch selbst durch sich öffnende Autotüren und keinen Ausweichraum bei Schlaglöchern etc.. Anhänger oder nicht macht bei dieser Strategie praktisch keinen Unterschied.

Pibach hat geschrieben: Fahren mit Anhänger ziemlich langsam und umständlich. Zumal man ja auch den Faltrad-Vorteil der Intermodalität weitgehend aufgibt.
Nö.

Bild

Bild
Pibach
Moderator
Beiträge: 8367
Registriert: Mi Aug 05, 2009 10:09 pm
Faltrad 1: Dahon Mu Ex
Faltrad 2: Dahon Mu Singlespeed
Faltrad 3: Gotway MCM V3
Geschlecht: m
Geburtsjahr: 1968
Status: FALTradfahrer
Wohnort: Berlin

Re: Recht haben oder Ruhe haben?

Beitrag von Pibach »

berlinonaut hat geschrieben:Ich denke der pragmatischste Ansatz zur Reduzierung des Autoverkehrs ist die Reduzierung der Parkflächen bei gleichzeitiger effizienter Parkraumüberwachung ...
Das wäre aber "negative" Maßnahme, würde erstmal die Verkehrsqualität der Autofahrer bzw. deren Kosten erhöhen.

Ich finde effizienten Verkehr ein wichtiges Gut und man sollte den daher verbessern - auch für (bisherige) Autofahrer. Konzepte von Beregelung und Überwachung finde ich sowieso prinzipiell unangenehm und funktionieren imho auch grundsätzlich schlecht.

Daher bin ich eher für positive Maßnahmen. Also dass jdm sein (eigenes) Auto abschafft, weil es eben tolle Alternativen gibt.

Wo wir uns hier wohl alle einige sind, ist dass der Autoverkehr im Vergleich zu den anderen Verkehrsmöglichkeiten übertrieben gefördert wird. Deswegen gibt es ja so viele Autos. Lt. einer Studie der TU Dresden wird jedes Auto mit ca 2000,- EUR pro Jahr subventioniert. Oder anders gerechnet mit ca 10ct je Fahr-Kilometer (siehe hier).
Pibach
Moderator
Beiträge: 8367
Registriert: Mi Aug 05, 2009 10:09 pm
Faltrad 1: Dahon Mu Ex
Faltrad 2: Dahon Mu Singlespeed
Faltrad 3: Gotway MCM V3
Geschlecht: m
Geburtsjahr: 1968
Status: FALTradfahrer
Wohnort: Berlin

Re: Recht haben oder Ruhe haben?

Beitrag von Pibach »

berlinonaut hat geschrieben: Nö.
Schicke Lösung.
Wobei das eben schon:
a) etwas umständlicher ist
b) bei so einem kleinen Anhängerchen auch noch gut ohne ginge.
c) ein größerer Anhänger mit ordentlich Gepäck dann grenzwertig wird beim Treppenschleppen und Rein/Raus mit ÖPNV.
derMac
Beiträge: 2072
Registriert: Di Jul 17, 2012 2:01 pm
Faltrad 1: Dahon Dash P18
Faltrad 2: Giant Halfway
Faltrad 3: Bike Friday Family T
Geschlecht: m
Geburtsjahr: 1970
Status: FALTradfahrer
Wohnort: Grünes Herz Deutschlands 650 hm

Re: Recht haben oder Ruhe haben?

Beitrag von derMac »

Pibach hat geschrieben:Ich finde effizienten Verkehr ein wichtiges Gut und man sollte den daher verbessern - auch für (bisherige) Autofahrer. Konzepte von Beregelung und Überwachung finde ich sowieso prinzipiell unangenehm und funktionieren imho auch grundsätzlich schlecht.

Daher bin ich eher für positive Maßnahmen. Also dass jdm sein (eigenes) Auto abschafft, weil es eben tolle Alternativen gibt.
Prinzipiell gebe ich dir hier Recht. Das Reduzieren von Förderungen ist aber noch keine Strafe sondern eben das weglassen einer positiven Maßnahme. Außerdem sollte man bei dem wichtigen Gut "effizienter Verkehr" nicht vergessen, dass es mit anderen wichtigen Gütern wie Ruhe, Gesundheit und ähnlichem konkurriert. Effizienter Verkehr steigert die Lebensqualität nicht automatisch.

Mac
berlinonaut
Beiträge: 1763
Registriert: So Okt 13, 2013 9:41 pm
Faltrad 1: Brompton M8RD
Faltrad 2: Bickerton Sterling X
Faltrad 3: Brompton SH2Lx
Geschlecht: m
Status: FALTradfahrer
Wohnort: Berlin

Re: Recht haben oder Ruhe haben?

Beitrag von berlinonaut »

Pibach hat geschrieben: Schicke Lösung.
Wobei das eben schon:
a) etwas umständlicher ist
Wie das halt so ist, wenn man mit mehr als einem Handtäschchen unterwegs ist. Geht in der Praxis aber sehr gut.
Pibach hat geschrieben:b) bei so einem kleinen Anhängerchen auch noch gut ohne ginge.
Täusch Dich nicht - die Tasche ist mit 70l Volumen angegeben. Plus ggf. Decksladung. Gestern hab ich darauf z.B. ein Brommi transportiert.
Pibach hat geschrieben:c) ein größerer Anhänger mit ordentlich Gepäck dann grenzwertig wird beim Treppenschleppen und Rein/Raus mit ÖPNV.
An den meisten Bahnhöfen gibt es Fahrstühle. Wenn nicht nervt es in der Tat, man ist aber nicht schlechter dran als ein "normaler" Reisender mit einem grossem Koffer.
Alternativ geht z.B. auch sowas:
Bild
Bild
Den kann man bei weniger Platz auch blitzschnell falten und die Räder abnehmen - dann passt er z.B. in die Gepäckablage im ICE. Für mich haben Anhänger das Leben ohne Auto erst möglich gemacht. Die Hürde, sich einen teuren Anhänger zu kaufen war hoch und zumindest am Anfang fühlte ich mich ein bissi doof (wie ein Ökomissionar). Hat sich aber schnell gegeben und die Anschaffung der beiden Trailer hat sich absolut gelohnt.
Pibach
Moderator
Beiträge: 8367
Registriert: Mi Aug 05, 2009 10:09 pm
Faltrad 1: Dahon Mu Ex
Faltrad 2: Dahon Mu Singlespeed
Faltrad 3: Gotway MCM V3
Geschlecht: m
Geburtsjahr: 1968
Status: FALTradfahrer
Wohnort: Berlin

Re: Recht haben oder Ruhe haben?

Beitrag von Pibach »

Also ich hab ja einen Einspurer. Aber da muss ich an Treppen abkoppeln, 2 mal laufen, und wieder ankoppeln. Für Fahrstühle ist das Gespann zu lang. Muss man auch abkoppeln. Auch umständlich. Gibt im ÖPNV auch viele Haltestellen ohne Fahrstühle. Außerdem ist Fahrstuhl eh recht langsam (ich bin gerne flott unterwegs).
Da ich auf dem Rad auch einiges transportiert kriege hat sich der Anhänger daher nicht bewähren können - außer mal für besondere Anlässe.
berlinonaut
Beiträge: 1763
Registriert: So Okt 13, 2013 9:41 pm
Faltrad 1: Brompton M8RD
Faltrad 2: Bickerton Sterling X
Faltrad 3: Brompton SH2Lx
Geschlecht: m
Status: FALTradfahrer
Wohnort: Berlin

Re: Recht haben oder Ruhe haben?

Beitrag von berlinonaut »

Pibach hat geschrieben:Für Fahrstühle ist das Gespann zu lang. Muss man auch abkoppeln. Auch umständlich. Gibt im ÖPNV auch viele Haltestellen ohne Fahrstühle. Außerdem ist Fahrstuhl eh recht langsam (ich bin gerne flott unterwegs).
Vorteil Brommi: Mit dem Burley passt es in die meisten Fahrstühle angekoppelt rein, ansonsten dauert abkoppeln da 2 Sekunden. Das Bike-City-Gespann ist für die meisten Fahrstühle zu lang - aber man kann den Brommi Hinterbau bei angekoppeltem Anhänger einfalten. Oft passt es dann. Anhänger nehme ich auch nur bei erhöhtem Transportbedarf - also in erster Linie bei Reisen mit sehr viel Gepäck (das ginge ohne Anhänger nicht mit dem Falter) oder zu Grosseinkäufen oder sonstigen aussergewöhnlichem Transportbedarf. Brauche ich nicht täglich - sonst würde ich vermutlich ein Lastenrad fahren. ;) Dass ich mit Hänger beim Umsteigen im ÖPNV langsamer bin als ohne nehme ich so hin. Ist aber kein Drama bisher vom zeitlichen Ausmass auf die Reisedauer gerechnet. Wie gesagt nicht anders, als wenn ich ohne Rad mit einem grossen Koffer unterwegs wäre.
Pibach
Moderator
Beiträge: 8367
Registriert: Mi Aug 05, 2009 10:09 pm
Faltrad 1: Dahon Mu Ex
Faltrad 2: Dahon Mu Singlespeed
Faltrad 3: Gotway MCM V3
Geschlecht: m
Geburtsjahr: 1968
Status: FALTradfahrer
Wohnort: Berlin

Re: Recht haben oder Ruhe haben?

Beitrag von Pibach »

derMac hat geschrieben: Das Reduzieren von Förderungen ist aber noch keine Strafe sondern eben das weglassen einer positiven Maßnahme. Außerdem sollte man bei dem wichtigen Gut "effizienter Verkehr" nicht vergessen, dass es mit anderen wichtigen Gütern wie Ruhe, Gesundheit und ähnlichem konkurriert. Effizienter Verkehr steigert die Lebensqualität nicht automatisch.
Genau.
Ich würde daher auch begrüßen, Auto und auch Bahn nicht mehr zu subventuinieren, bzw. diese Subventionierung schrittweise abzubauen.
Ansonsten kann man etwas steuern, dass stattdessen Verkehrsmittel, die mehr Lebensqualität bringen, mehr gefördert werden. Die hätten das zumindest eher verdient.
Ansonsten gilt es aber, leistungsfähige Alternativen zu schaffen, so dass der Verkehr effizient bleibt.

Imho wären dabei Dienste wie Uber derzeit der stärkste Hebel für eine Umstrukturierung. Also das semi-professionelle Anbieten von taxiähnlichen Mitfahrmöglichkeiten.
Wenn sich das Nutzerverhalten erst mal flächendeckend auf solche Dienste ungestellt hat, wird es auch mehr zu privaten Mitfahrten kommen.

Leider wird das aus wettbewerbsrechtlichen Gründen derzeit aber verhindert. Das ist Verkehrspolitisch ein Drama.
derMac
Beiträge: 2072
Registriert: Di Jul 17, 2012 2:01 pm
Faltrad 1: Dahon Dash P18
Faltrad 2: Giant Halfway
Faltrad 3: Bike Friday Family T
Geschlecht: m
Geburtsjahr: 1970
Status: FALTradfahrer
Wohnort: Grünes Herz Deutschlands 650 hm

Re: Recht haben oder Ruhe haben?

Beitrag von derMac »

Pibach hat geschrieben:Leider wird das aus wettbewerbsrechtlichen Gründen derzeit aber verhindert. Das ist Verkehrspolitisch ein Drama.
Über ist IMO ein assozialer (alle Nachteile und Risiken werden auf den Fahrer und die Gesellschaft abgewälzt) gewinnorientierter Verein. Ich sehe nicht, dass der dabei helfen kann, irgendwelche Probleme zu lösen und der hat auch gar kein Interesse daran, gesamtgesellschaftlich irgendwas zu bewegen. Ich bin im Gegenteil dafür, transport so gut wie möglich über öffentliche Träger zu organisieren (andere grundlegende Versorgungssysteme jeglicher Art auch).

Mac
Antworten