Harry hat geschrieben:
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Am Hinterrad hab ich einen Kojak, der ist ok. Dem Vorderreifen (Stelvio) traue ich nicht mehr. Mit Kojak vorne wäre es vermutlich gut gegangen.
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Ich will über die eingebrachte Fingerkraft vernünftig dosieren. Am besten ohne dass das Vorderrad blockiert bzw. erst mit größerer Anstrengung und nicht unerwartet. Habt ihr auch solche Erfahrungen und welche Beläge sind empfehlenswert.
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Hoffentlich gehts dem Ellbogen inzwischen wieder gut und es gibt keine Beschwerden mehr.
Die Physik des Bremsvorgangs ist bei näherem Hinsehen weitaus kompliziertes als zunächst angenommen wird. Insoweit Dank an @Karsten für eine mir bisher unbekannte Quelle. Mit der muß ich mich sicher eingehender beschäftigen. Denn diese Quelle enthält, nach oberflächlicher Durchsicht, neue Gesichtspunkte, die man erstmal verstanden haben muß.
Zu dem von @Harry geschilderten Unfall meine ich, daß auch ein Reifen mit besserer Haftung (egal ob Trocken- oder Naß-Haftung) nichts Wesentliches geändert hätte.
Denn eine Blockade eines Rades durch eine Bremse führt, solange kinetische Energie in dem System steckt, immer zu einem Gleitvorgang zwischen Reifen und Fahrbahn (100 % Schlupf). Nach den Überlegungen von Wunibald Kamm (Stichwort "Kamm'scher Kreis") bleibt dann keine Haftung mehr für Seitenkräfte übrig. Bremsen (Längskräfte) und Lenken (Seitenkräfte) gleichzeitig ist keine gute Strategie.
Es ist verständlich, wenn viele Radler denken, daß sie "geradeaus fahren" und dabei gar nicht lenken.
Leider besteht beim Zweirad eine Geradeausfahrt aus einer Folge von kleinen Schlangenlinien, die zur Aufrechterhaltung der Vertikal-Position nötig sind (Der Radler führt eine kleine Wankbewegung Links-Rechts durch !). Das bedingt die Existenz von Seitenkräften.
Ein blockiertes, auf der Fahrbahn mit 100 % Schlupf gleitendes Rad hat keine Ressourcen mehr, um seitliche Haftreibung zur Verfügung zu stellen.
Ein Reifen mit besserer Haftreibung hat für die meisten Fahrsituationen viele Vorteile, in diesem geschilderten Extremfall jedoch nicht.
Eine Besserung des Problems kann daher nur an der "Bremsseite" erfolgen.
Darüber ist ist in den voherigen Beiträgen schon Einiges (Vieles Richtige) gesagt worden. Ich zitiere besonders das Brems-Verhaltens-Training (das wird im Zweifel aber von der Adrenalinsteuerung des Radlers ausgehebelt) und die Bremskraft-Begrenzung (Technische Lösung).
Bei dem Letzterem haben bisher wohl nur halbherzige Versuche zu unzureichenden Ergebnissen geführt (Power-Modulator ?).
Ein Thema insgesamt, daß von den Herstellern vernachlässigt wird.
Ich bin mit dem Folding*Star vor 1 1/2 Jahren über den Lenker gegangen, weil mir ein Auto die Vorfahrt genommen hatte (Linksseitiger Radweg, Nebenstraße mit Mittellnsel, Stopschild, Schild Radweg kreuzt von Li und Re, Radfahrerblut (Markierung) auf der Straße). Das Auto stand und der Fahrer fuhr ohne zu schauen einfach los. Die bissigen (zu ?) Scheibenbremsen verhinderten einen Kontakt mit der Rostlaube. Mein Abflug ging mit Schürfwunden an Händen und Knien glimpflich aus; ebenfalls keinen Kontakt mit der Rostlaube hatte der Foldimg*Star. Der erlitt eine Blessur durch die Fahrbahn am Ausfallende-Geschwür (Federgesteuerter Kettenspanner). Da werkelt im Moment (wie lange noch ?) ein Alfine-Kettenspanner, der den Geschwür-Faktor noch vergrößert hat.
MfG EmilEmil