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Welchen Reifen für die Stadt ?

Es muss nicht immer gleich die Werkstatt sein. Do-It-Yourself!
superfalter
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Welchen Reifen für die Stadt ?

Beitrag von superfalter » Mo 23. Mär 2015, 08:26

Moin liebe "Gemeinde" ...

nachdem ich in innerhalb 5 Tagen 3 Platten in Berlin hatte, stelle ich mir die Frage welcher Reifen für die Stadt fahrbar ist. Da ich gern schnell und viel fahre, habe ich bis jetzt Kojak gefahren (ausser im Winter - da Marathon Plus). Ich habe jetzt auf Marathon hinten umgerüstet. Selbst eine Pannenschutzeinlage hinten hat nichts gebracht oder sogar einen Platten mit verursacht, da durch starkes Bremsen der Schlauch innerhalb der Reifens rutscht und somit sich an der scharfen Kante der Einlage reibt.

Welche Reifen oder Reifenkombis fahrt ihr ?

Motte
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Re: Welchen Reifen für die Stadt ?

Beitrag von Motte » Mo 23. Mär 2015, 09:33

Was war denn die Ursache? Glas oder Metall?

Hier im Ruhrgebiet liegt unglaublich viel Glas auf den Wegen (zerschmetterte Flaschen) - aber realtiv wenig Metallschrott oder Keramik. Es wird auch wenig scharfkantiges Granulat im Winter gestreut, weil die Winter hier relativ mild sind und die Stadt Essen Radwege ohnehin nicht räumt. (Auf der Straße liegt dann Salz). "Mein" letzter Platten liegt 2 Jahre zurück und war an einem 50er BA mit 5000 Km Laufleistung (ab dem Alter fangen sie erfahrungsgemäß an scherben zu sammeln). Ansonsten komme ich mit Marathon Supreme (42er), BA in 50er und 60er oder Marathon Plus über Jahre pannenfrei durch die Botanik. Ich pumpe aber regelmäßig mit der Standpumpe auf und fahre relativ hohen Druck - den 60er BA z.B. mit 3 Bar.
Schwach aufgepumpte Reifen sind nach meiner Erfahrung zwar komfortabel zu fahren, aber pannenanfällig.

derMac
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Re: Welchen Reifen für die Stadt ?

Beitrag von derMac » Mo 23. Mär 2015, 11:41

Meine Erfahrung ist, das Platte neben dem Reifenmodell auch ganz viel mit Glück oder Pech zu tun haben. Man sollte da Einzelerfahrungen in alle Richtungen nicht überbewerten. Den Reifen, der völlig pannenresistent ist, scheint es trotzt entsprechender Werbung nicht zu geben, man kann zu allen entsprechende Berichte im iNetz finden. Ich habe ja das Glück, hauptsächlich auf wenig pannenanfälligen Wegen unterwegs zu sein, so dass ich auf ca. 1 Panne pro 4000 km komme (bei eher leichten Fahrrädern). Das halte ich für vertretbar, man erkauft sich am Fahrrad die Wartungsarmut ja im allgemeinen mit einem spürbaren Mehrgewicht (und oft auch schlechterem Wirkungsgrad), da muss jeder seinen eigenen Kompromiss finden. Auch ich denke, dass ein höherer Luftdruck tendenziell die Pannenhäufigkeit verringert.

@Motte: 60 mm mit 3 Bar ist aber schon ganz schön hart, oder?

Mac

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Re: Welchen Reifen für die Stadt ?

Beitrag von Pibach » Mo 23. Mär 2015, 13:05

Also ich hab vernachlässigbar selten Platten, ca alle 4000km statistisch könnte hinkommen.
Selbst der Kojak hat bereits so wirksamen Pannenschutz, das ihm Glasscherben und ähnliche Plattfußgefahren des Stadtverkehrs kaum was anhaben können.
Wobei der Kojak sich merkwürdiger Weise selber zersetzt, die Seitenflanken reißen auf, schon nach geringer Kilometerleistung, man braucht also recht häufig neue (ich hab allerdings das Gefühl, das waren bei mir Produktionsfehler).
Trotzdem sehe ich keine Alternative zum Kojak. Schon ein Marathon Racer rollt merklich schwergängiger und härter und das Rad wird durch das Mehrgewicht träger.

Wenn man so häufig hintereinander Platten hatte liegt es idR daran, das die "von innen" entstehen. Also irgendwas im Reifen den Schlauch beschädigt.
Verdrehen des Reifens bzw. des Schlauchs durch Bremsen kann eigentlich kaum sein, es sei denn die Reibung an der Felge ist extrem niedrig? Würde ich mal beobachten (Markierung am Reifen), ob der tatsächlich wandert. Kannst dann durch Ablassen der Luft, etwas Kneten, und wieder Aufpumpen den Schlauch entspannen.
Zu weiche Reifen können durchschlagen und dann gibt es Platten durch Snakebites. Ansonsten sinkt die Plattfußanfälligkeit mit geringerem Luftdruck, weil dann der Reifen besser spitzen Gegenständen ausweichen kann.

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Re: Welchen Reifen für die Stadt ?

Beitrag von berlinonaut » Mo 23. Mär 2015, 13:17

@superfalter: für welches Rad? Brompton oder Birdy?
Ich fahre am Brommi den Bromton Kevelar und habe mir nach sechs oder sieben pannenfreien Jahren binnen kurzer Zeit drei Plattfüsse einfangen in Berlin. Alle durch Glassplitter. Von daher stimme ich Mac zu: das hat viel mit Glück oder Pech zu tun. Die Marathöne sind mir deutlich zu schwer und zu schlecht abrollend am Brommi. Ich wollte jetzt zum Sommer hin auch mal den Kojak probieren - der rollt ja noch mal eine ganze Ecke besser als die Brompton Kevelar. Den Kevelar solltest Du ja als Händler eine Ecke billiger bekommen als der Normalverbraucher, damit entfiele der grösste Nachteil dieses Reifens. Ansonsten guck mal da: http://wiki.bromptonauten.de/index.php? ... #Bereifung

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Re: Welchen Reifen für die Stadt ?

Beitrag von berlinonaut » Mo 23. Mär 2015, 13:19

Pibach hat geschrieben: Wenn man so häufig hintereinander Platten hatte liegt es idR daran, das die "von innen" entstehen. Also irgendwas im Reifen den Schlauch beschädigt.
Nö, das kann auch einfach Pech sein. Schlauerweise sollte man beim Flicken / Tauschen des Schlauchs standardmässig nach der Pannenursache gucken, damit kann man Serienpannen von innen heraus ziemlich sicher ausschliessen. Das lernt man aber schon als Kind.

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Re: Welchen Reifen für die Stadt ?

Beitrag von derMac » Mo 23. Mär 2015, 13:24

Pibach hat geschrieben:Selbst der Kojak hat bereits so wirksamen Pannenschutz, das ihm Glasscherben und ähnliche Plattfußgefahren des Stadtverkehrs kaum was anhaben können.
Der Kojak kann problemlos durch kleinste Glassplitter einen Platten bekommen. Auf eine außergewöhnlich hohe Pannenresistenz würde ich mich bei dem nicht verlassen.

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Re: Welchen Reifen für die Stadt ?

Beitrag von Pibach » Mo 23. Mär 2015, 15:00

derMac hat geschrieben: Der Kojak kann problemlos durch kleinste Glassplitter einen Platten bekommen. Auf eine außergewöhnlich hohe Pannenresistenz würde ich mich bei dem nicht verlassen.
Ja, der ist sicher nicht besonders pannenresistent. Plattfuß kommt in meiner Praxis jedenfalls trotzdem nur selten vor. Obwohl ich vor dem Kreuzbergpark wohne, da ist oft Scherbenmeer angesagt (im Sommer), ich achte da nicht groß drauf und fahr da einfach drüber.
Scheinbar reicht die Schutzlage, um Glassplitter so zu drücken, dass die Spitze nicht in Eindringrichtung zu liegen kommt. Ausserdem sammelt der nicht, wie Profilreifen, Scherben auf, sondern schmeißt die raus, die können sich also nicht so leicht reinarbeiten.
berlinonaut hat geschrieben: Nö, das kann auch einfach Pech sein.
Pech kann immer sein. Mehrfachauftreten eigentlich seltener (unabhängiger) Ereignisse ist aber entsprechend unwahrscheinlich. Also steht fast immer eher eine gemeinsame Ursache dahinter. Dem sollte man erst mal nachgehen.

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Re: Welchen Reifen für die Stadt ?

Beitrag von Motte » Mo 23. Mär 2015, 15:08

Würde ich sagen - egal welcher Reifen. Wenn das falsche Teil im richtigen Winkel auf den Reifen trifft, isser hin. Es gibt messerscharfe Metall und Glassplitter - die gehen auch durch den Marathon Plus. Ich hab bei meinem Reifen (unabhängig von der Marke) immer eine Grenze (Laufleistung) gehabt, da nahmen die Pannen zu. Kann aber alles auch Pech gewesen sein.

Dass Pannenschutz völlig unabhängig vom Aufwand besteht, den der Hersteller betreibt - also jeglicher Pannenschutz nur Werbung sei - das glaube ich indes nicht. Bei den früheren Reifen gehörte auch bei mir zu jedem besseren Radausflug mindestens eine Reifenpanne. Leider stimmt aber auch die Aussage von Pibach, dass Pannenschutz im Normalfall zu Lasten von Leichtlauf und Gewicht geht.


Mac - bei 3 Bar kann ich durch leichtes Drücken auf den Lenker noch sehen, wie sich der Reifen wölbt. Ein wenig federt er dann noch - läuft aber ausgesprochen leicht. Mit 1,5 Bar hatte "ich" dauernd Plattfüße (im Reifen) und ein unangenehmes Fahrgefühl.

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Re: Welchen Reifen für die Stadt ?

Beitrag von berlinonaut » Mo 23. Mär 2015, 16:26

Pibach hat geschrieben:
berlinonaut hat geschrieben: Nö, das kann auch einfach Pech sein.
Pech kann immer sein. Mehrfachauftreten eigentlich seltener (unabhängiger) Ereignisse ist aber entsprechend unwahrscheinlich. Also steht fast immer eher eine gemeinsame Ursache dahinter. Dem sollte man erst mal nachgehen.
Been there, done that, got no T-Shirt. Wie gesagt: Ich betreibe standardmässig bei jedem Platten Ursachenforschung, schon aus purem Eigennutz. Schliesslich will ich nur möglichst selten mein Rad auseinander bauen oder unterwegs liegenbleiben. In meinem Fall waren nach vielen pannenfreinen Jahren drei mal in kurzer Folge Glassplitter die Ursache. Die Mäntel wurden btw. zwischen den Pannen sogar gewechselt, so dass Alterserscheinungen nicht die Ursache waren. Du vermutest mal wieder eine Korrelation wo keine ist - weder Deine noch meine Erfahrungen sind statistisch signifikant, die Grundgesamtheit ist einfach zu klein. Dein "fast immer" ist also (mal wieder) eine Aussage, die tief im Reich der Behauptung und Gaukelei liegt.
Dass Schwalbe für den Kojak Pannenschutzlevel 4 vergibt, für den Marathon 5 und für den Marathon Plus 6 wird - so nehme ich an - durchaus einen Grund haben. Und deutlich schwerer und mit erheblich schlechterem Rollwiderstand als der Kojak werden die Marathons sicherlich auch nicht nur aus Bosheit gebaut... ;)
Auf der anderen Seite fahre ich seit vielen Jahren plattfussfrei mit meinem MTB - obwohl das ultraleichte und gar nicht pannensichere Michelin-Racereifen aufgezogen hat, die mittlerweile sowohl abgefahren als auch altersschwach sind. Könnte vielleicht daran liegen, dass ich es nicht in der Stadt benutze sondern nur da, wo es artgerecht gehalten wird. ;) Vor annähernd 10 Jahren habe ich auf meinem damaligen Stadtrad aufgrund einer Plattfussserie umgestellt auf Marathon Plus. Plattfuss hatte ich seitdem keinen mehr mit dem Rad. Allerdings dafür das Gefühl mit Mühlsteinen statt Rädern zu fahren. Irgendwas ist also immer...

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