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Forschung: Radfahrer auf die Strasse!

Alles zum Thema Faltrad/Rad.
Muc-Falter
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Forschung: Radfahrer auf die Strasse!

Beitrag von Muc-Falter »

http://www.op-online.de/freizeit/auto-v ... 36516.html

Ein einfaches Fazit zieht die Forschung der UdV:
"Um Zusammenstöße zwischen Radfahrer und Autofahrer zu vermeiden, gibt es aber eine Lösung. „Der Radfahrer gehört auf die Straße, da ist er im Sichtfeld des Autofahrers und damit viel besser aufgehoben als auf einem separaten Radweg. Also fordern wir die Kommunen auf, veraltete Radverkehrsanlagen zu erneuern, Radfahrstreifen auf der Straße anzulegen. Wenn man mehr Radverkehr will, muss man auch für mehr Sicherheit sorgen!“, fordert Siegfried Brockmann, Leiter der Unfallforschung der Versicherer."

Ob das wohl in der Monatsschrift des ADAC veröffentlicht wird? :lol: :twisted:
PeterHeinz
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Re: Forschung: Radfahrer auf die Strasse!

Beitrag von PeterHeinz »

Muc-Falter hat geschrieben:http://www.op-online.de/freizeit/auto-v ... 36516.html

Ein einfaches Fazit zieht die Forschung der UdV:
"Um Zusammenstöße zwischen Radfahrer und Autofahrer zu vermeiden, gibt es aber eine Lösung. „Der Radfahrer gehört auf die Straße, da ist er im Sichtfeld des Autofahrers und damit viel besser aufgehoben als auf einem separaten Radweg. Also fordern wir die Kommunen auf, veraltete Radverkehrsanlagen zu erneuern, Radfahrstreifen auf der Straße anzulegen. Wenn man mehr Radverkehr will, muss man auch für mehr Sicherheit sorgen!“, fordert Siegfried Brockmann, Leiter der Unfallforschung der Versicherer."

Ob das wohl in der Monatsschrift des ADAC veröffentlicht wird? :lol: :twisted:
Um es in die Köpfe der Autofahrer zu bekommen, müsste es eine Art Veröffentlichungspflicht in den "Organen" dieser Interessengemeinschaften geben.
Radfahrer haben eine schmale Frontansicht, sie haben eben eine schlechte Kontur. Und bei der ersten Berührungsstelle, sprich Kreuzung, kommt es zu der Kollision. Nach diesem Artikel bin ich gegenüber meiner bisherigen Ansicht, Radfahrer sind auf einem Fahrradwweg besser aufgehoben, doch sehr nachdenklich geworden. Nein, ich habe eine Kehrtwendung gemacht :? . Die Argumente dieser Untersuchung stimmen 100%ig.
aber wir haben auch eine verdammt schlechte Lobby.
Pibach
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Re: Forschung: Radfahrer auf die Strasse!

Beitrag von Pibach »

Interessant ist an diesen Abbiegeunfällen ja, dass statistisch 90% der "Schuld" die Autofahrer trifft, die haben den Radfahrer also igendwie übersehen, obwohl dieser Vorfahrt hatte.
Andererseits trifft es 75% Radfahrerinnen und auch eher ältere Menschen. Es wird vermutet, dass sich Frauen bzw. Senioren mehr darauf verlassen, dass der Autofahrer sie wohl sehen wird - was leider manchmal nicht der Fall ist.
Ein großer Teil der getroffenen Radfahrer hat auch den Radweg in entgegengesetzter Richtung benutzt.

Der Schuldanteil der Autofahrer ist also stark unterschiedlich, je nachdem welche Ursache man hier als Hauptursache bewertet (z.B. polizeilich festgestellte versus gerichtlich festgestellte Schuld). Und das Risiko der Radfahrer ist stark von deren Verkehrsübersicht abhängig.
Muc-Falter
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Re: Forschung: Radfahrer auf die Strasse!

Beitrag von Muc-Falter »

Pibach hat geschrieben:...Ein großer Teil der getroffenen Radfahrer hat auch den Radweg in entgegengesetzter Richtung benutzt.
Wobei gerade die ja auch häufig gewünscht oder sogar vorgeschrieben ist. Aber das entsprechende Zusatzzeichen ist für die Autofahrer kaum sichtbar und wenn wird es vom Gehirn als nicht für sie zutreffend aussortiert. Auch daher eine besondere Gefahrenquelle !!!
Rone
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Re: Forschung: Radfahrer auf die Strasse!

Beitrag von Rone »

Radfahrer benutzen häufig die falsche Fahrbahn oder falsche Straßenseite, sind betrunken oder machen Fehler beim Einfahren in den fließenden Verkehr.
Das ist dann das, was in der ADAC Motorwelt ankommt :D
Pibach hat geschrieben:Andererseits trifft es 75% Radfahrerinnen und auch eher ältere Menschen. Es wird vermutet, dass sich Frauen bzw. Senioren mehr darauf verlassen, dass der Autofahrer sie wohl sehen wird - was leider manchmal nicht der Fall ist.
Wo kommt das jetzt her?

Meine Erfahrung ist aber durchaus, dass sich Senioren ihr Recht - oder das, was sie dafür halten - nehmen und es dadurch auch mal zu Unfällen kommen kann, wenn auf der anderen Seite jemand ähnlich denkt oder torft.
Ebenso kann ich mangelnde Verkehrsübersicht und völlig fehlgeleitetes Verhalten in kritischen Situationen bei der Damenwelt bestätigen. Hier bestätigen die Ausnahmen in meinem Umfeld klar die Regel.

Zu solchen Zahlen gehört aber auch immer die Ausgangslage: Wie viel Prozent der Verkehrsteilnehmer auf dem Rad sind denn Frauen? Wie viel Kilometer legen Sie dabei im Stadtverkehr zurück? Ich kann mir vorstellen, dass deutlich mehr Alltagsradler Frauen sind und nur dadurch häufiger in der Statistik landen.
Pibach
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Re: Forschung: Radfahrer auf die Strasse!

Beitrag von Pibach »

Rone hat geschrieben: Wo kommt das jetzt her?
War ne ADFC Studie, hatte ich hier gepostet, die hohe Quote der überfahrenen Frauen, Kinder und Senioren tritt aber auch in anderen Statistiken auf, männliche Radler im jungen Erwachsenenalter (also eher erfahrene Vieleradler) trifft sowas seltener, also verhält es sich auf dem Fahrrad statistisch genau andersrum als beim Autoverkehr.
Zu solchen Zahlen gehört aber auch immer die Ausgangslage: Wie viel Prozent der Verkehrsteilnehmer auf dem Rad sind denn Frauen? Wie viel Kilometer legen Sie dabei im Stadtverkehr zurück? Ich kann mir vorstellen, dass deutlich mehr Alltagsradler Frauen sind und nur dadurch häufiger in der Statistik landen.
Also ich vermute dass deutlich mehr männliche Radler unterwegs sind, dabei ist die Männerquote dann bei den Vielradlern deutlich höher, aber auch bei den Seltenradlern wohl noch >50%, in sofern hat der hohe überrollte Frauenanteil eine um so deutlichere Aussage.
PeterHeinz
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Re: Forschung: Radfahrer auf die Strasse!

Beitrag von PeterHeinz »

Interessant wäre noch, wieviel "auch Autofahrer" unter den verunglückten Fahrradfahrern sind. Ich weiss als Autofahrer, wie ich als Radfahrer gesehen werde. Und verhalte mich doch eher zurückhaltend, ich habe nämlich keine Knautschzone. Und das Auto hat anschliessend nur einen Kratzer. :roll:
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Re: Forschung: Radfahrer auf die Strasse!

Beitrag von Motte »

Mit allgemeinen Statements wäre ich stets vorsichtig. Es gibt ja auch in diesem Sinne "gute Radwege" und (vermutlich zahlreicher) ziemlich schlechte Radwege. Die vor einer Kreuzung noch nach rechts verschwenken. Wo der Radler erst einmal vollständig aus dem Blick des Autofahrers verschwindet und dann plötzlich und unerwartet (wohl möglich aus irgendwelchem "Urwaldgestrüpp") wieder auftaucht. Oder als Radler auf einem Radweg hinter einem Grünsteifen (Hecke/Buschwerk) oder parkenden Autos - plötzlich auf die Kreuzung zusteuert. Da muss schon sehr viel "Glück" im Spiel sein, damit es dort nicht kracht.

Ich will ja vielfach gar nicht auf der Straße fahren. In der Stadt stehe ich dann ja im Kfz Stau und habe - mangels hinreichender Beschleunigung - im nervtötenden Stop und Go auch noch die höhere Gefährdung. Und "Überland" finde ich es im Regelfall ganz angenehm etwas abseits der angetörnten Erben von "Schuhmacher und Alarm für Cobra 11" unterwegs sein zu dürfen.
Pibach
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Re: Forschung: Radfahrer auf die Strasse!

Beitrag von Pibach »

Ich denke auch eine Markierung des Radweges auf der Queerstraße würde die Autofahrer bereits dazu bringen, hier mehr auf Radfahrer zu achten. Vielen Autofahrern ist nicht bewusst, dass da bereits 2-3 Meter vor der nächsten Fahrbahn bereits Queerverkehr durch Fahrradfahrer besteht. Das könnte man recht kostensparend nachrüsten und einfach die Fahrbahnen entsprechend bemalen. Man könnte wohl auch sie Sichtbarkeit der Radfahrer auf dem separaten Radweg verbessern, ohne sie unbedingt auf die Straße verlegen zu müssen, z.B. keine parkenden Autos vor den Einfahrten.

Dann entstehen auch viele Unfälle an Linksabbiegesituationen, weil da der Autofahrer damit beschäftigt ist, den bevorrechtigten Gegenverkehr zu beobachten. Dass dann noch mal 2-3 Meter versetzt Radfahrer entgegenkommen können, ist eben schwierig zu sehen, wenn die Situation ohnehin unübersichtlich ist und eine knappe Lücke starke Beschleunigung beim Abbiegen verlangt. Fußgänger werden schon leicht übersehen, Radfahrer sieht man ihre Absicht, die Fahrbahn zu kreuzen aber nicht immer so leicht an, da sie z.T. schnell aus schlecht übersehbaren Verkehrsbereichen auftauchen und ihre Fahrtrichtung verändern.

Es gibt auch sehr unübersichtliche Ampeln, wo teilweise der Verkehr steht, aber einzelne Spuren grün haben und durchschießen, womit man kaum rechnen kann. Da werden die Reaktionszeiten sehr knapp. Leider lässt sich das an einer Spur angezeigte Lichtsignal nicht aus anderen Winkeln einsehen.

Nun darauf zu schließen, der separate Radweg sei prinzipbedingt gefährlich ist eine etwas merkwürdige Interpreation der Statistik finde ich.
Denn diese Faktoren sind zum Großteil wie beschrieben wohl auch durch Aufklärung/Verkehrserziehung sowie durch Änderungsmaßnahmen gegen Sichbehinderungen und zur Fahrspurmarkierung zu verbessern.
Pibach
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Re: Forschung: Radfahrer auf die Strasse!

Beitrag von Pibach »

Ahso, die meisten der tödlichen Unfälle passieren ja durch LKW. Deren toter Winkel lässt halt kaum Einblick in den Radweg zu, der biegt quasi blind ab. Dagegen hilft, dass der LKW die Radfahrer bereits beim Überholen vorher schon sieht oder dass sie ganz nah am LKW fahren, dann sieht er sie im Rückspiegel. Das spricht für Radfahrer rechts auf der Straße.

Ich glaub ettliche LKW-Unfälle liegen aber auch daran, dass deren Hänger/Auflieger deutlich kleineren Radius zieht als man zunächst denkt. Ich bin als Radfahrer schon öfter von rechtabbiegend überholenden LKW am Bordstein eingekeilt worden. Die müssten im Grunde abwarten und dürften in Kurven keine Radfahrer überholen, machen sie aber oft trotzdem. Spricht in diesem Fall für separaten Radweg.
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