derMac hat geschrieben: Für meinen Geschmack haben die Holländer aber teilweise auch viel mehr Radwege als notwendig.
Mac
Moin,
Im Gegensatz zum niederländischem Klischee in Deutschland (weites Land, Windmühlen...) sind die Niederlande der am dichtesten besiedelte Staat in Europa.Möglicherweise war denen schon lange klar, wie es wäre, wenn alle Outo fahren würden.
Gruss
Karsten
Karsten hat geschrieben:Möglicherweise war denen schon lange klar, wie es wäre, wenn alle Outo fahren würden.
Ja. Trotzdem haben sie für meinen "Geschmack" schon zu viele Radweg. Ich bin außer bei speziellen "Schnellfahrrouten" eher ein Anhänger von "shared spaces". Zur Förderung des Radverkehrs können wirklich gute Radwege aber wohl hilfreich sein.
Pibach hat geschrieben:@Karsten, erfrischende und differenzierte Sicht, freue mich darüber, das bringt wichtigen Input in die Diskussion.
Würde das aber mit den Reichsrückbezügen weglassen, auch wenn das zutrifft
Ansonsten gibt es deultlich autozentriertere Entwicklungen, z.B. in den USA und auch anderen EU Ländern, da ist Deutschand, als Vorreiter des Automobilismus, technisch wie gesellschaftlich, noch recht moderat.
Dnake für die Blümchen.
Ich hoffe doch daß ich kein Ideologe bin. Mir gehts um das was man Fakten nennt. Ohne eine treffende Diagnose, wird eine Besserung jedenfalls nicht leichter.
Gruß
Karsten
Karsten hat geschrieben: Ohne eine treffende Diagnose, wird eine Besserung jedenfalls nicht leichter.
Ich denke, dass die autozentrische Ausrichung zwar durch die Nazis geprägt wurde, klar, ist aber nicht unbedingt ein spezifisch deutsches Phänomen, wohl auch kein spezifisches Phänomen eines "Obrigkeitsstaates", und hat ähnlich in vielen Ländern stattgefunden. In USA hießen die "Herrenfahrer" dann "Gentleman Drivers", das klingt schon ganz anders
Darf ich an dieser Stelle mal z.B. an den Käfer erinnern, im Osten war es Lada, in Italien vll. der Cinquecento und/oder die Vespa, in den USA Harley Davidson...
Diese klapprigen Gefährte haben "Durchschnittsmenschen" z.T. bis ans andere Ende der Welt befördert. Von den Erfolgsgeschichten zehren diese Marken heute noch.
Fahrradfahren ist heute in entwickelten Ländern inn, weil wir aufgrund der übrigen Infrastruktur nicht mehr unbedingt ein eigenes Auto benötigen.
Harry hat geschrieben:Fahrradfahren ist heute in entwickelten Ländern inn, weil wir aufgrund der übrigen Infrastruktur nicht mehr unbedingt ein eigenes Auto benötigen.
Fast niemand benötigt wirklich unbedingt ein Auto (und schon gar kein eigenes). Das ist vielmehr ein Luxus, den wir uns leisten können. Unsere Infrastruktur und unser Alltag hat sich nur so stark dem Auto angepasst, dass es sich so anfühlt. Gerade in vielen weniger entwickelten Ländern funktionier der öffentliche Verkehr besser als an vielen Stellen Deutschlands. In diesen Ländern ist aber der zB Fahrradfahren nicht "in" sondern Alltag, so wie bei uns Autofahren. In einigen Gegenden Deutschlands ist Fahrradfahren aber auch Alltag und nicht nur in, du wohnst allerdings nicht unbedingt in einer.
derMac hat geschrieben:du wohnst allerdings nicht unbedingt in einer.
In den letzten 13 Jahren hatte ich immer ein eigenes Auto, dachte auch nicht darauf verzichten zu können. Seit einem Jahr hab ich keins mehr und es klappt tatsächlich. Ab und zu muss ich dennoch auf ein Auto zurückgreifen, aber an 340 Tagen im Jahr gehts auch ohne. In Frankfurt ist wirklich alle paar Hundert Meter eine ÖPNV Haltestelle. Daher denke ich, das gerade in solchen Städten Fahrradfahren Alltag ist. Ich sehe die Stadt mittlerweile mit anderen Augen.
Dennoch denke ich, dass das Auto/Motorrad/Moped historisch bedingt seine Daseinsberechtigung hat und sehr vielen Menschen große Freiheit beschert (hat).