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ein paar Fragen...

Faltrad-Entscheidungshilfe für Unentschlossene.
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morgon
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ein paar Fragen...

Beitrag von morgon »

Hallo,

ich bin jahrelang kein Fahrrad mehr gefahren und habe daher kaum Ahnung von der einschlägigen Technik, möchte mir aber demnächst ein Faltrad kaufen.

Hatte ich ursprünglich noch gedacht das Problem würde sich darauf reduzieren sich für ein Birdy-Zubehörpaket zu entscheiden, stellt sich das Thema für mich inzwischen als doch etwas komplexer dar, deswegen hoffe ich hier auf ein wenig Klärung - vielen Dank im Voraus für jede Antwort.

Ich bin beruflich hin und wieder für ein paar Monate in einer anderen Stadt (immer woanders, es gibt dafür also kein klares Profil) und möchte das Faltrad dann als Ergänzung zum ÖPNV verwenden. Was definitv gehen muss ist eine Verwendung ala Faltrad-Bus-Faltrad-Strassenbahn-Faltrad. Es muss mit dem ICE zu transportieren sein.

Daneben möchte ich es für die Zeit in der ich zuhause bin zum einen als möglichst agiles City-Bike verwenden und zum anderen auch kleinere Touren in der Umgebung damit fahren - und das auch auf Feldwegen.

Schliesslich kann ich mir auch gut vorstellen damit vielleicht ein oder zweimal im Jahr eine etwas grössere Tour zu machen - nichts allzu extremes aber man sollte idealerweise auch längere Strecken damit absolvieren können.

Ich habe inzwischen 3 verschiedene Händler besucht und 3 Marken probefahren können.

Beim ersten Händler konnte ich ein Brompton (weiss nicht genau welches Modell, es hatte 6 Gänge) und ein Birdy Touring testen.

Was sich dabei für mich herauskristallisiert hat ist dass Brompton der klar beste Falter ist, es aber in den Fahreigenschaften nicht mit dem 24-Gang Birdy mithält. Inzwischen gewichte ich Fahreigenschaften höher als Faltmass und daher ist das Brompton im Moment für mich raus.

Ich konnte dann bei einem anderen Händler ein World City fahren. Da ich wohl viel in der Stadt unterwegs sein werde scheint mir für mich das World City die bessere Wahl gegenüber einem World Sport zu sein. Allerdings hätte ich doch gerne einen etwas grösseren Übersetzungsbereich, so dass sich die Birdy-Frage für mich im Moment darauf reduziert ob die etwas besseren Fahreigenschaften des Touring einen Preisunterschied von ca. 600 Euro (unter Berücksichtigung der Extras) rechtfertigen oder nicht. Da bin ich noch unschlüssig.

Schliesslich habe ich heute noch zwei Terns fahren können: Einmal ein Link P24H und ein Eclipse P7i.
Das hat mich nun doch wieder etwas unsicher werden lassen.
Mein persönlicher Eindruck war dass beides ganz brauchbare Räder sind die zumindest in der Stadt von den Fahreigenschaften einem Birdy eigentlich nicht nachstehen, auch wenn das Falten vielleicht nicht ganz so elegant geht.
Ein wesentlicher Punkt ist natürlich der Preisuntschied, denn die Terns würden mich im Vergleich zu einem ähnlich ausgestatteten Touring ja nur die Hälfte kosten...

Was mich aber am meisten verblüfft hat war dass der Händler im Grunde kein gutes Haar an den Birdies liess, denn seiner Meinung nach wäre eine Vollfederung das vollkommen falsche Konzept da das nur erhöhtes Gewicht, Verschleissteile und verlorene Tretenergie bedeuten würde.
Wenn ich für den Einsatz abseits einer geteerten Strasse gerne eine Federung hätte dann solle ich eine "Parallelogramm-Sattelfederung" (oder so ähnlich) nehmen das wäre im Grunde die allerbeste Lösung (für ca. 200 Euro extra).

Ich hätte nun folgende Fragen:

1) Sind meine obigen Einschätzungen bezüglich Brompton vs World vs Touring ok oder habe ich Dinge noch nicht berücksichtigt?

2) Wie würdet Ihr Euch bei der Frage Touring vs World City entscheiden und warum

3) Welche anderen Marken/Modelle sollte ich mir noch ansehen?

4) Was ist von der "Vollfederung ist Mist" These zu halten?

5) Aufgrund des Fahrverhaltens würde ich im Moment bei den Terns zu dem 24-Zoll Modell tendieren (auch wenn das nur 7 Gänge hat - dafür ist es Nabenschaltung), denn das faltet sich auch nicht viel grösser. Gibt es andere Nachteile eines 24" gegenüber einem 20"?

6) Kann ich für die obigen Anwendungsfälle tatsächlich erwarten dass ich mit einem Eclipse für 999 plus einer Sattelfederung für 200 denselben "bang" zu bekommen wie bei einem Touring für um die 2000?

7) Es sieht für mich im Moment danach aus als gäbe es kein Faltrad das den Buchstaben der STVO entspricht denn zumindest das Licht hinten wird nie vom Dynamo gespeist. Kann man deswegen Probleme bekommen oder kommen Falträder in der Praxis damit durch?

Schonmal vielen Dank im Voraus!
cruisen
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Re: ein paar Fragen...

Beitrag von cruisen »

morgon hat geschrieben: 1) Sind meine obigen Einschätzungen bezüglich Brompton vs World vs Touring ok oder habe ich Dinge noch nicht berücksichtigt?

Also ich finde das deine Einschätzungen in soweit richtig sind das Birdy und auch Dahon und Tern Modelle Touren tauglicher sind. Das Brompton fährt sich nicht schlecht und ist als Pendler Rad unschlagbar aber für längere Touren ziehe ich mein Birdy immer vor.
morgon hat geschrieben: 2) Wie würdet Ihr Euch bei der Frage Touring vs World City entscheiden und warum
Na bei mir würde die Entscheidung bei einem neuen Rad immer zu gunsten der Nabenschaltung ausfallen. Bin kein Freund von Kettenschaltung und bei meinem Birdy bin ich mit der Nuvinci mehr als zufrieden auch wenn sie ein paar kg mehr auf die Waage bringt.
morgon hat geschrieben: 3) Welche anderen Marken/Modelle sollte ich mir noch ansehen?
Also Dahon und Tern finde ich eine gute Alternatieve und die bauen gute Räder.
morgon hat geschrieben: 4) Was ist von der "Vollfederung ist Mist" These zu halten?
Also ich mag die Federung am Birdy besonders wenn man so schmale Reifen wie ich momentan fährt. Sie hält einiges an Stößen vom Körper ab. Die Energieverluste beim treten sind für mich nicht merkbar.
morgon hat geschrieben: 5) Aufgrund des Fahrverhaltens würde ich im Moment bei den Terns zu dem 24-Zoll Modell tendieren (auch wenn das nur 7 Gänge hat - dafür ist es Nabenschaltung), denn das faltet sich auch nicht viel grösser. Gibt es andere Nachteile eines 24" gegenüber einem 20"?
Also wenn du es öfter im ICE mitnehmen möchtest würde ich bei 20" bleiben. Ich mag auch das agile Fahrferhalten der 20" Räder sehr gerne besonders in der Stadt.
morgon hat geschrieben: 6) Kann ich für die obigen Anwendungsfälle tatsächlich erwarten dass ich mit einem Eclipse für 999 plus einer Sattelfederung für 200 denselben "bang" zu bekommen wie bei einem Touring für um die 2000?
Kann ich nicht beurteilen. Kenne das Rad nicht und habe auch noch nie eine solche Sattelstütze getestet.
morgon hat geschrieben: 7) Es sieht für mich im Moment danach aus als gäbe es kein Faltrad das den Buchstaben der STVO entspricht denn zumindest das Licht hinten wird nie vom Dynamo gespeist. Kann man deswegen Probleme bekommen oder kommen Falträder in der Praxis damit durch?
Meißt wird es toleriert solange man überhaupt Licht hat. Weiß nicht wie es sich bei einem Unfall verhält. Meine Räder haben alle einen ganz normalen Seitenläufer Dynamo. Ich fahre nur sehr selten im Dunkeln und da ist es die günstigste Beleuchtung.
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Re: ein paar Fragen...

Beitrag von Motte »

Ich würde einfach (theoretische) Prioritäten setzten, um zu einer Vorauswahl zu gelangen.
Was liegt öfter an? Pendeln zur Arbeit oder Freizeitfahrten im Umland.
Da scheint mir der Bus einer der "Knackpunkte" zu sein. Damit musst Du Dir die Frage stellen, welches dieser Räder Du im Alltag gerne mit den Bus nimmst - also auch in Hektik und im Gedränge. Das hängt objektiv nur vom Faltmaß ab, subjektiv aber noch von ganz anderen Dingen: Kann man es gut rein heben - kann man es auch mal spontan durch eine andere Türe rein nehmen - was ist, wenn der Bus an einem anderen Bahnsteig hält und man 50 Meter schnell überbrücken muss. Haut es einem beim Tragen die Schienenbeine oder die Knie kaputt?

Das Dilemma bleibt. Das größere Rad fährt besser, das kleiner Rad faltet besser/kleiner. Deshalb gibt es hier im Forum so einen inoffiziellen gemeinsamen Nenner. dass ein 20 Zoll Rad wohl den vernünftigsten Kompromiss darstellt.


Das mit den Nabenschaltungen würde ich auch im Auge behalten. Ein Birdy mit Kettenschaltung wirft beim Falten die Kette ab, wenn man vergisst vorher den richtigen Gang einzulegen.

Gruß

Udo
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Re: ein paar Fragen...

Beitrag von derMac »

morgon hat geschrieben:4) Was ist von der "Vollfederung ist Mist" These zu halten?
Nichts. Die Antwort auf die Frage, ob eine Federung sinnvoll ist lautet: Kommt drauf an...
5) Aufgrund des Fahrverhaltens würde ich im Moment bei den Terns zu dem 24-Zoll Modell tendieren (auch wenn das nur 7 Gänge hat - dafür ist es Nabenschaltung), denn das faltet sich auch nicht viel grösser. Gibt es andere Nachteile eines 24" gegenüber einem 20"?
Ja, dass es größer faltet. Wie du schon bemerkt hast, ist der Unterschied aber sehr geringt und wenn dich das nicht stört spricht höchstens die geringere Reifenwahl noch gegen 24 Zoll. In Sachen Reifenwahl sind 406-er Räder unterhalb von 26 Zoll mit Abstand führend.
7) Es sieht für mich im Moment danach aus als gäbe es kein Faltrad das den Buchstaben der STVO entspricht denn zumindest das Licht hinten wird nie vom Dynamo gespeist. Kann man deswegen Probleme bekommen oder kommen Falträder in der Praxis damit durch?
Das ist nicht so ganz einfach. Für Rennräder unter 11 kg ist Batterielicht mit Prüfzeichen explizit zugelassen. Was genau ein Rennrad ist steht nirgends. Natürlich kann man wegen nicht zugelassenem Licht Probleme bekommen, besonders im Falle eines Unfalls.

Mac, der nicht perfekt regelkonform beleuchtet ist
Motte
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Re: ein paar Fragen...

Beitrag von Motte »

7) Es sieht für mich im Moment danach aus als gäbe es kein Faltrad das den Buchstaben der STVO entspricht denn zumindest das Licht hinten wird nie vom Dynamo gespeist. Kann man deswegen Probleme bekommen oder kommen Falträder in der Praxis damit durch?
Wollte das auch noch aufgreifen. Bei den meisten Kontrollen der Polizei ist man zufrieden, wenn vorn und hinten Licht vorhanden ist. Und das Rad vorne/hinten und seitliche Reflektoren hat. Wenn sie es mal ganz genau nehmen sollten (was selten vorkommt) , dann wird es kritisch - das gibt im Regelfall ein Knöllchen. Denn nur ganz wenige Falträder sind StVZO gerecht ausgerüstet. (Mir fiele jetzt nur das Brompton und das Utopia Timor ein). Da reicht es auch nicht das Rücklicht zu verkabeln. Bei Tern und Dahon haben bereits die Nabendynamos keine Zulassung. Auf die Diskussion mit dem Rennrad brauchst Du dich bei so einer (strengen) Kontrolle gar nicht einlassen, da blitzt Du immer ab. Abgesehen davon kriegst Du dann mit Sicherheit auch noch andere Mängel mit auf den Weg (z.B. fehlende Reflektoren).

Bei einem Unfall folgt in der Regel ein Zivilverfahren, wo es um Schadenersatz und Schmerzensgeld geht. Da wird dann auch die Frage geklärt, wer Schuld hat und ob der Schaden hätte vermieden/gemindert werden können. Unzureichende Beleuchtung kann einem dann vorgeworfen werden, wenn das Rad nicht regelkonform ausgestattet ist. Dann müsste man eventuell selbst den Nachweis führen, dass dies nicht die Ursache ist. Wenn Dir am hellen Tag jemand die Vorfahrt nimmt, stellt sich die Frage z.B. nicht.
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