Hallo Bickertonauten !
Beiträge zum Faltrad-Oldie Bickerton habe ich hier noch nicht gefunden, die sind offenbar woanders verteilt. Daher dieses neue Thema als Einstand in Euer prima Forum.
Ich möchte nur meinen Tip loswerden für alle Besitzer/innen dieses fahrenden Marshmellows, die kaufen, verkaufen oder Ersatzteile wollen - da das Händlernetz ja inzwischen noch dünner gesät sein dürfte, als es schon immer war, und die Gefährte auch ziemlich wartungsintensiv sind. 99,9% davon stehen wahrscheinlich irgendwo umbenutzt im Keller ...
Nachdem Voss in Norddeutschland sich nicht mehr ums Bickerton kümmert und Faltrad-Direktor Christoph Beck in Berlin sein Sortiment auch radikal modernisiert hat, ist der einzige Anlaufpunkt nach allem was ich weiß (natürlich) in England, und zwar bei Derek Baker, siehe die Webseiten <bickertonbicyclespareparts.co.uk> oder <broadstone.freeserve.co.uk>. Offen gestanden habe ich nicht verstanden, warum es zwei Webseiten gibt - falls jemand es herausfindet ....
Derek verkauft Ersatzteile und handelt auch mit gebrauchten Bickertons. E-Mail und alle weiteren Kontaktdetails auf den Webseiten (möchte ich aus Sicherheitsgründen nicht ins Netz stellen). Man schreibe ihn natürlich auf Englisch an, klar.
Im allgemeinen muß man ihm nur die Rahmennummer seines Bickertons nennen, und er weiß, um welche Version es sich handelt und welches Teil genau man benötigt.
Falls Derek eine Bezahlung mit 'p/p cheque' vorschlägt - am besten nicht darauf eingehen. Das ist etwas, was es nur in Großbritannien gibt, mir meine Bank auch nicht erklären konnte und auch in keinem englisch-deutschen Wirtschaftswörterbuch steht. Bei Kunden 'vom Kontinent' ist daher Internet-Bezahlung über PayPal angesagt.
Als ich Derek mein Bickerton nach erfolgter Instandsetzung allerdings für 100 Pounds verkaufen wollte, hat er mit echt britischer Entrüstung reagiert. Schade, denn ich habe es vor 20 Jahren für sage & schreibe 525 DM erworben - damals wußte ich noch nicht, daß es auch andere Falträder gibt - und seitdem ist es, wie wohl die meisten Bickertons, vielleicht durchschnittlich 30 km pro Jahr gefahren worden. Aber nachdem ich es 10 Jahre lang wegen eines Teilebruchs im Keller stehen hatte, war ich echt froh, es dank Dereks Hilfe wieder flott zu bekommen.
Eine schöne Web-Site zum Bickerton hat der Sohn des Konstrukteurs, Mark Bickerton, ins Netz gestellt: <bickertonbicyles.co.uk>. Da ist ein nettes You-Tube-Filmchen drauf, wo man auch prima sehen kann, wie das 'Bicki' gefaltet wird. Außerdem eine englisch annotierte Zeichnung (nützlich für die Ersatzteilbestellung) und weitere Dokumente wie eine Preisliste in Pfund.
Vielleicht nützen ja dem einen oder anderen diese Hinweise. Ich fühle mich einfach besser, wenn mein 'Bicki' vollständig und fahrbereit ist (so 'fahrbereit' wie ein Bickerton eben werden kann), als wenn es traurig auf den Altmetallhändler wartet ... Wenn ich's gut aufgearbeitet habe, werde ich es wohl dann hier im Marktplatz zum Verkauf anbieten. Ich nutze es inzwischen einfach zu selten - eine Jugendsünde aus meinen Faltrad-Anfängerzeiten (blutig wurden sie zum Glück nicht)
Und jetzt Gute Fahrt und nicht zu viel Seegang !
Bickerton-Support
-
Schmetterling
- Beiträge: 106
- Registriert: Mi Jun 08, 2011 5:40 pm
- Faltrad 1: Bickerton
- Faltrad 2: Brompton Liegerad
- Geschlecht: m
- Status: FALTradfahrer
- Wohnort: Berlin
Bickerton-Support
Hallo, auch ich habe ein Bickerton...
Fahrbereit. Die Teileversorgung in GB ist aber eher theoretischer Natur.
Auch ich habe da angefragt und hätte nur Gebrauchtteile bekommen. Nun, meist sind aber gerade die am ehesten beanspruchten Teile kaputt. Damit ist oft auch die Qualität des Gebrauchteils fraglich.
Bei mir ging es um den Lenker.
Nachschub gibt es wohl nur für das Gelenk und den Hinterbau.
Die Japaner sind übrigens ganz wild auf BICKERTONS.
Grüße aus Mainz
René
Fahrbereit. Die Teileversorgung in GB ist aber eher theoretischer Natur.
Auch ich habe da angefragt und hätte nur Gebrauchtteile bekommen. Nun, meist sind aber gerade die am ehesten beanspruchten Teile kaputt. Damit ist oft auch die Qualität des Gebrauchteils fraglich.
Bei mir ging es um den Lenker.
Nachschub gibt es wohl nur für das Gelenk und den Hinterbau.
Die Japaner sind übrigens ganz wild auf BICKERTONS.
Grüße aus Mainz
René
-
Schmetterling
- Beiträge: 106
- Registriert: Mi Jun 08, 2011 5:40 pm
- Faltrad 1: Bickerton
- Faltrad 2: Brompton Liegerad
- Geschlecht: m
- Status: FALTradfahrer
- Wohnort: Berlin
Bickerton-Support
Hallo,
ist ja phänomenal, wie schnell hier auch auf eher randständige Themen wie das Bickerton eine Reaktion kommt.
Ersatzteile:
Derek Baker erklärt ja auf seiner Webseite, nahezu (!) alle Bickerton-Teile entweder anbieten oder aufarbeiten oder gar selbst anfertigen zu können. Wie weit das natürlich im Einzelfall stimmt, entzieht sich meiner Kenntnis. Aber ich denke, er würde sich alle Mühe geben. Über Garantiedetails bei Ersatzteilen weiß ich zugegebenermaßen zu wenig.
Mir hat er ein neues Sattelrohr geschickt (ein Teil, was ihm zufolge auch häufiger bricht); es ist paßgenau sowohl rahmenseitig als auch für die Sattelstütze und ich kann nur zufrieden sein.
Der Lenker ist allerdings bei mir auch ein Problem - horizontal nicht mehr stabil (also die Befestigung unten). Wüßte ich auch nicht, wie ich das reparieren lassen könnte.
Japaner:
Ich wußte nicht, daß die Japaner auch heiß auf Bickertons sind - ihre Birdy-Affinität ist ja inzwischen legendär. Gibt es irgendeinen Kontakt zu den japanischen Bickerton-Fans ? Würde mich interessieren.
Bickerton-Gruß
ist ja phänomenal, wie schnell hier auch auf eher randständige Themen wie das Bickerton eine Reaktion kommt.
Ersatzteile:
Derek Baker erklärt ja auf seiner Webseite, nahezu (!) alle Bickerton-Teile entweder anbieten oder aufarbeiten oder gar selbst anfertigen zu können. Wie weit das natürlich im Einzelfall stimmt, entzieht sich meiner Kenntnis. Aber ich denke, er würde sich alle Mühe geben. Über Garantiedetails bei Ersatzteilen weiß ich zugegebenermaßen zu wenig.
Mir hat er ein neues Sattelrohr geschickt (ein Teil, was ihm zufolge auch häufiger bricht); es ist paßgenau sowohl rahmenseitig als auch für die Sattelstütze und ich kann nur zufrieden sein.
Der Lenker ist allerdings bei mir auch ein Problem - horizontal nicht mehr stabil (also die Befestigung unten). Wüßte ich auch nicht, wie ich das reparieren lassen könnte.
Japaner:
Ich wußte nicht, daß die Japaner auch heiß auf Bickertons sind - ihre Birdy-Affinität ist ja inzwischen legendär. Gibt es irgendeinen Kontakt zu den japanischen Bickerton-Fans ? Würde mich interessieren.
Bickerton-Gruß
Bickerton-Support
Hallo,
Bilder von meinem Bickerton gibt es da: http://rherlertmini.skyrock.com/7.html
Ein nettes Video gibt es da: http://www.youtube.com/watch?v=nqhnTzA4 ... re=related
Wenn man da genau hinschaut, das scheint in Japan aufgenommen...
Das Lenkerproblem habe ich auch. Zwischen Lenkerklemmung im Vorbau und dem Lenker sind "Bleche" zwischengelegt, die verschleissen. Die herausnehmen und inzipizieren, ggf. dann aus Alurundrohr neue bleche anferigen. Auch verschleissen die Schnellspanner, bzw. die Bleche mit dem Viereck-Loch... das adiert sich teilweise, so das die gesamte Klemmung nicht funktioniert.
Ich habe dann PASSENDE moderne Schnellspanner eingebaut.
Fahren tut das Bickerton eigentlich gut, zumindest ist es Kurzstreckentauglich. Beweisbilder gibt es sogar hier im Forum. Siehe Termine und Treffen, PLZ 5, Flashmob April 2011.
Ich hatte auch eine Sattelstützenproblem, da gab es aber keine NEUEN in GB... ichhabe mir eine anfertigen lassen.
Anglophile Grüße aus Mainz
René
Bilder von meinem Bickerton gibt es da: http://rherlertmini.skyrock.com/7.html
Ein nettes Video gibt es da: http://www.youtube.com/watch?v=nqhnTzA4 ... re=related
Wenn man da genau hinschaut, das scheint in Japan aufgenommen...
Das Lenkerproblem habe ich auch. Zwischen Lenkerklemmung im Vorbau und dem Lenker sind "Bleche" zwischengelegt, die verschleissen. Die herausnehmen und inzipizieren, ggf. dann aus Alurundrohr neue bleche anferigen. Auch verschleissen die Schnellspanner, bzw. die Bleche mit dem Viereck-Loch... das adiert sich teilweise, so das die gesamte Klemmung nicht funktioniert.
Ich habe dann PASSENDE moderne Schnellspanner eingebaut.
Fahren tut das Bickerton eigentlich gut, zumindest ist es Kurzstreckentauglich. Beweisbilder gibt es sogar hier im Forum. Siehe Termine und Treffen, PLZ 5, Flashmob April 2011.
Ich hatte auch eine Sattelstützenproblem, da gab es aber keine NEUEN in GB... ichhabe mir eine anfertigen lassen.
Anglophile Grüße aus Mainz
René
-
Schmetterling
- Beiträge: 106
- Registriert: Mi Jun 08, 2011 5:40 pm
- Faltrad 1: Bickerton
- Faltrad 2: Brompton Liegerad
- Geschlecht: m
- Status: FALTradfahrer
- Wohnort: Berlin
Bickerton-Support
Hallo,
Lenkerproblem: hast Du den Lenker denn mit Deinen Schnellspannern stabil bekommen ? Wenn es Dir nicht zu kompliziert ist, kannst Du ja mal ein Bild ins Netz stellen. Aber nur wenn's keine Arbeit macht.
Meine Lenkerbefestigung weist noch eine schwarze Rändelschraube auf, die auf ein Aluteil drückt, das das Ganze noch etwas zusammendrücken soll. Funktioniert aber nur mäßig und lockert sich auch wahrscheinlich durch das unvermeidliche Ziehen am Lenker während der Fahrt.
Schöne Grüße
Lenkerproblem: hast Du den Lenker denn mit Deinen Schnellspannern stabil bekommen ? Wenn es Dir nicht zu kompliziert ist, kannst Du ja mal ein Bild ins Netz stellen. Aber nur wenn's keine Arbeit macht.
Meine Lenkerbefestigung weist noch eine schwarze Rändelschraube auf, die auf ein Aluteil drückt, das das Ganze noch etwas zusammendrücken soll. Funktioniert aber nur mäßig und lockert sich auch wahrscheinlich durch das unvermeidliche Ziehen am Lenker während der Fahrt.
Schöne Grüße
Bickerton-Support
aus der Praxis für die Praxis...
Das Lenkerproblem setzt sich aus DREI Problemen zusammen:
1) zwischen Lenker und "Vorbau" sind "Plättchen", die gezielt verschleissen sollen, damit es nicht zum Lenkerbruch kommt. Bei Verschleiss der Plättchen dreht der Lenker vor und zurück...
2) Die ORIGINAL-Schnellspanner haben nur einen geringen Hub, zum einen verschleisst da der Exzenter, zum anderen da die viereckige Unterlegscheibe, Ergebnis: siehe 1)
3) Der Lenker ist SEHR hoch UND SEHR weich, das verdreht sich. Ich habe versucht das untere "U" durch einen geänderten Harley-Lenker zu ersetzen (EASY-RIDER läßt grüßen), wobei der vor der oberen Krümmung abgeschnitten wurde. Von den Abmessungen Innen/ Aussenrohrdurchmesser paßt das genial. Wird aber zu niedrig. Siehe 1)
zu 3) ich habe dann eine Querstrebe gebaut, die in die Schnellspanner zur Lenkerhöhenverstellung eingesetzt wird gebaut. Aus 10mm Rundrohrmaterial. Die Enden mit Aluunterlage im Schraubstock abgeflacht, Löcher passend gebohrt: Ergebnis bestens.
Die Schnellspanner habe ich von der LÄNGE passende bei BIKEMAXX gesucht (und gefunden) und verbaut.
Da gibt es aber noch ZWEI bessere Alternativen, da kommt was nach.
Ergebnisse und wie es gemacht wird kommt als Bildreportage wieder in meinen Blog. Dauert aber etwas.
Anglophile Grüße aus Mainz
René
Das Lenkerproblem setzt sich aus DREI Problemen zusammen:
1) zwischen Lenker und "Vorbau" sind "Plättchen", die gezielt verschleissen sollen, damit es nicht zum Lenkerbruch kommt. Bei Verschleiss der Plättchen dreht der Lenker vor und zurück...
2) Die ORIGINAL-Schnellspanner haben nur einen geringen Hub, zum einen verschleisst da der Exzenter, zum anderen da die viereckige Unterlegscheibe, Ergebnis: siehe 1)
3) Der Lenker ist SEHR hoch UND SEHR weich, das verdreht sich. Ich habe versucht das untere "U" durch einen geänderten Harley-Lenker zu ersetzen (EASY-RIDER läßt grüßen), wobei der vor der oberen Krümmung abgeschnitten wurde. Von den Abmessungen Innen/ Aussenrohrdurchmesser paßt das genial. Wird aber zu niedrig. Siehe 1)
zu 3) ich habe dann eine Querstrebe gebaut, die in die Schnellspanner zur Lenkerhöhenverstellung eingesetzt wird gebaut. Aus 10mm Rundrohrmaterial. Die Enden mit Aluunterlage im Schraubstock abgeflacht, Löcher passend gebohrt: Ergebnis bestens.
Die Schnellspanner habe ich von der LÄNGE passende bei BIKEMAXX gesucht (und gefunden) und verbaut.
Da gibt es aber noch ZWEI bessere Alternativen, da kommt was nach.
Ergebnisse und wie es gemacht wird kommt als Bildreportage wieder in meinen Blog. Dauert aber etwas.
Anglophile Grüße aus Mainz
René
-
EmilEmil
- Beiträge: 2365
- Registriert: So Okt 17, 2010 8:50 am
- Faltrad 1: 20" Falter
- Faltrad 2: 24" Falter
- Faltrad 3: FittiCROSSO
- Geschlecht: m
- Status: FALTradfahrer
- Wohnort: Beikonstanze
Bickerton-Support
Hallo Schmetterling,Hallo ReneH.,
da ich an meinem Folding*Star lange experimentiert habe, um eine feste Klemmung herzustellen, ein paar Hinweise :
Als ich das Projekt im Herbst 2008 startete, hatte das von mir ausgekuckte Zweirad eine einteilige Klemmung mit einem M8-Bolzen zur festen Montage mittels Schraubenschlüssel. Da dieser ganze Klumpatsch sofort in die Tonne wanderte (Wie soll man so eine Klemmung unterwegs wohl montieren ?), kam ein neuer Vorbau mit zweiteiliger Klemmung zum Einsatz. Der neue Vorbau wurde mit zwei M8-Bolzen montiert. Einen davon behielt ich, den anderen ersetzte ich durch einen Schnellspanner mit 6 mm Achse (die mit 8mm Achse sind alle aus Stahl und wurden von mir aus Gewichtsgründen verworfen). Das funktionierte einigermaßen, wenngleich ich immer beobachtete, daß die vorhandene Sattelscheibe des Schnellspanners aus Polyamid unter der Last nachgab. In der Technik heißt dieses Verhalten Kriechen (Nicht mit dem menschlichen Verhalten gleichen Namens zu verwechseln, wobei es gar keiner Last bedarf).
Der vorhandene Lenker war und ist aus Stahl, verchromt und mit einem obscuren Alibi-Rändel versehen. Da ich den Lenker immer schon aus Gewichts- und Handling-Gründen ersetzen wollte, hoffte ich mit einem neuen Alu-Lenker auch neben einer besseren Materialpaarung (Ziel war Alu/Alu) eine bessere Rändelung zu bekommen.
Ein Alu-Lenker war trotz langer Suche nicht zu bekommen. Inzwischen ist der Stahl-Eumel an beiden Enden um je 30 mm verbreitert und die Klemmung ist seit Anfang Mai Alu/Alu und funktioniert einwandfrei.
Was war geschen ?
Durch den Einbau der BB7-Scheibenbremsen im Herbst 2010 hatte sich das abzustützende Moment ca. um Faktor 3-4 vergrößert, so daß ich denke, meine Klemmung muß nun etwa genausoviel abstützen können wie die Bickerton-Klemmung bei größerem Hebelarm, aber schwächeren Bremsen. Ich gebe nun ein paar Hinweise, was eine gute Klemmung ausmacht. Es sind vier Punkte:
1) Symmetrie und genaue Passung
2) Angemessene Klemmkräfte
3) Richtige Werkstoffpaarung
4) Unterstützung durch Oberflächenstruktur
1) Einseitige Klemmungen sind minderwertig, es sei denn sie sind auf ihren Zweck sorgfältig konstruiert und dann entsprechend gefräst, analog dem "Kolbenring-Problem°. (Überflüssig bei den Fahrrad-Grattlern an so etwas zu denken !). Die Symmetrie ist wichtig bei geteilten Klemmungen. Der eine oder andere hat vielleicht schon die Erfahrung gemacht, das eine "schief" verschraubte Klemmung ihren Zweck nicht erfüllt. Das liegt dann an der nicht gleichmäßigen, im Prinzip linien-förmigen Druckverteilung (Wenn der Druck statt eines erlaubten Kennwertes plötzlich 30-mal größer ist, weil statt eines Umfangs von 30 mm nur noch 1 mm Umfang der Kontaktfläche benutzt wird ) . Damit ist auch schon einiges über zu große Klemmschalen gesagt; sie haben ebenfalls eine "linienförmige" Kontaktfläche. Zu kleine Klemmschalen haben zwar zwei linienförmige Kontaktflächen, aber das ist auch nicht besser, da diese , weil im Außenbereich des Kreises, mit einem ungünstigen Winkel die Kräfte überleiten. Aus geometrischen Gründen vergrößert sich bei dieser Anordnung der Abstand des Mittelteils der Schale von dem zu klemmenden Lenker. Fazit: Die äußere Klemmschale sollte positive Toleranz erhalten und der zu klemmende Zylinder negative Toleranz. Beides zusammen sollte 8/100 mm nicht überschreiten (Schätzung). Wichtig ist, daß die benutzte Klemmfläche möglichst groß und die Normalspannung in der Kontakt-Fläche möglichst gleichmäßig ist.
2) Dann können auch die mit Bolzen-Verschraubung aufgebrachten Klemmkräfte ausgenutzt werden. Eine Klemmung mit 2 M8-Bolzen bringt etwa genausoviel Kraft auf wie eine mit 4 M6 Bolzen. Falls linienförmige Klemmfläche vorhanden ist, kann eine Erhöhung der Klemmkräfte sogar kontraproduktiv sein.
3)Der Haftreibungsbeiwert für eine Alu/Alu Klemmung ist ca. 4-mal größer als für St/St .
4)Zwischen den Extremen der Oberflächen-Paarung glatt/glatt (Kraftschlüssig) und einer Kerbverzahnung (Formschlüssig) gibt es es einige Möglichkeiten durch Strukturierung der Klemm-Oberflächen den Haftreibungsbeiwert zu vergrößern. Es sind dies die Rändelungen. Das 30°-oder Fischhaut-Rändel hat sich in der Praxis zur Verbesserung der Momenten-Übertragung bewährt. Man findet dies bei einigen BMX-Rädern, die alle ohne Ausnahme mit einer 4-fach-Verschraubung ausgerüste sind.
Bei meinem Folding*Star ergab eine Messung im März diesen Jahres, daß der Nenndurchmesser von 25,4 mm glatt um 0,9 mm unterschritten wurde.Ja Ja, die Grattler sind einfach nicht totzukriegen (Und ewig leben die Grattler). Die Klemmung besitzt nun eine mit Epoxidharz auf dem Lenker verklebte Sattelstützenbeilage von 0,5 mm, die den Durchmesser auf genau 25,4 mm gebracht hat, da der Lenker vorher am Umfang etwas abgeschliffen wurde. Das Rechen-Moment im Bremsfall beträgt 200 Nm (Verzögerung 10 m/sec ²; abzustützende Fahrermasse 100 kg; Lenkerversatz 0,2 m), mit einer nötigen Sicherheit von 1,5 ergibt sich ein gefordertes Moment von 300 Nm. Die rechnerische Klemmung liegt mit 350 Nm hinreichend darüber. Für das ertragbare Moment in der Epoxidharz-Klebefuge ergibt sich 457 Nm. Also, Alles im grünen Bereich. Oder Alles Mumpitz, wie es mein Freund Mr. P. formulieren würde.
Der Folding*Star hat mit der neuen Klemmung seine Feuertaufe schon bestanden. Ich hoffe mit einigen Hinweisen den Bickertonisten etwas geholfen zu haben.
MfG EmilEmil
da ich an meinem Folding*Star lange experimentiert habe, um eine feste Klemmung herzustellen, ein paar Hinweise :
Als ich das Projekt im Herbst 2008 startete, hatte das von mir ausgekuckte Zweirad eine einteilige Klemmung mit einem M8-Bolzen zur festen Montage mittels Schraubenschlüssel. Da dieser ganze Klumpatsch sofort in die Tonne wanderte (Wie soll man so eine Klemmung unterwegs wohl montieren ?), kam ein neuer Vorbau mit zweiteiliger Klemmung zum Einsatz. Der neue Vorbau wurde mit zwei M8-Bolzen montiert. Einen davon behielt ich, den anderen ersetzte ich durch einen Schnellspanner mit 6 mm Achse (die mit 8mm Achse sind alle aus Stahl und wurden von mir aus Gewichtsgründen verworfen). Das funktionierte einigermaßen, wenngleich ich immer beobachtete, daß die vorhandene Sattelscheibe des Schnellspanners aus Polyamid unter der Last nachgab. In der Technik heißt dieses Verhalten Kriechen (Nicht mit dem menschlichen Verhalten gleichen Namens zu verwechseln, wobei es gar keiner Last bedarf).
Der vorhandene Lenker war und ist aus Stahl, verchromt und mit einem obscuren Alibi-Rändel versehen. Da ich den Lenker immer schon aus Gewichts- und Handling-Gründen ersetzen wollte, hoffte ich mit einem neuen Alu-Lenker auch neben einer besseren Materialpaarung (Ziel war Alu/Alu) eine bessere Rändelung zu bekommen.
Ein Alu-Lenker war trotz langer Suche nicht zu bekommen. Inzwischen ist der Stahl-Eumel an beiden Enden um je 30 mm verbreitert und die Klemmung ist seit Anfang Mai Alu/Alu und funktioniert einwandfrei.
Was war geschen ?
Durch den Einbau der BB7-Scheibenbremsen im Herbst 2010 hatte sich das abzustützende Moment ca. um Faktor 3-4 vergrößert, so daß ich denke, meine Klemmung muß nun etwa genausoviel abstützen können wie die Bickerton-Klemmung bei größerem Hebelarm, aber schwächeren Bremsen. Ich gebe nun ein paar Hinweise, was eine gute Klemmung ausmacht. Es sind vier Punkte:
1) Symmetrie und genaue Passung
2) Angemessene Klemmkräfte
3) Richtige Werkstoffpaarung
4) Unterstützung durch Oberflächenstruktur
1) Einseitige Klemmungen sind minderwertig, es sei denn sie sind auf ihren Zweck sorgfältig konstruiert und dann entsprechend gefräst, analog dem "Kolbenring-Problem°. (Überflüssig bei den Fahrrad-Grattlern an so etwas zu denken !). Die Symmetrie ist wichtig bei geteilten Klemmungen. Der eine oder andere hat vielleicht schon die Erfahrung gemacht, das eine "schief" verschraubte Klemmung ihren Zweck nicht erfüllt. Das liegt dann an der nicht gleichmäßigen, im Prinzip linien-förmigen Druckverteilung (Wenn der Druck statt eines erlaubten Kennwertes plötzlich 30-mal größer ist, weil statt eines Umfangs von 30 mm nur noch 1 mm Umfang der Kontaktfläche benutzt wird ) . Damit ist auch schon einiges über zu große Klemmschalen gesagt; sie haben ebenfalls eine "linienförmige" Kontaktfläche. Zu kleine Klemmschalen haben zwar zwei linienförmige Kontaktflächen, aber das ist auch nicht besser, da diese , weil im Außenbereich des Kreises, mit einem ungünstigen Winkel die Kräfte überleiten. Aus geometrischen Gründen vergrößert sich bei dieser Anordnung der Abstand des Mittelteils der Schale von dem zu klemmenden Lenker. Fazit: Die äußere Klemmschale sollte positive Toleranz erhalten und der zu klemmende Zylinder negative Toleranz. Beides zusammen sollte 8/100 mm nicht überschreiten (Schätzung). Wichtig ist, daß die benutzte Klemmfläche möglichst groß und die Normalspannung in der Kontakt-Fläche möglichst gleichmäßig ist.
2) Dann können auch die mit Bolzen-Verschraubung aufgebrachten Klemmkräfte ausgenutzt werden. Eine Klemmung mit 2 M8-Bolzen bringt etwa genausoviel Kraft auf wie eine mit 4 M6 Bolzen. Falls linienförmige Klemmfläche vorhanden ist, kann eine Erhöhung der Klemmkräfte sogar kontraproduktiv sein.
3)Der Haftreibungsbeiwert für eine Alu/Alu Klemmung ist ca. 4-mal größer als für St/St .
4)Zwischen den Extremen der Oberflächen-Paarung glatt/glatt (Kraftschlüssig) und einer Kerbverzahnung (Formschlüssig) gibt es es einige Möglichkeiten durch Strukturierung der Klemm-Oberflächen den Haftreibungsbeiwert zu vergrößern. Es sind dies die Rändelungen. Das 30°-oder Fischhaut-Rändel hat sich in der Praxis zur Verbesserung der Momenten-Übertragung bewährt. Man findet dies bei einigen BMX-Rädern, die alle ohne Ausnahme mit einer 4-fach-Verschraubung ausgerüste sind.
Bei meinem Folding*Star ergab eine Messung im März diesen Jahres, daß der Nenndurchmesser von 25,4 mm glatt um 0,9 mm unterschritten wurde.Ja Ja, die Grattler sind einfach nicht totzukriegen (Und ewig leben die Grattler). Die Klemmung besitzt nun eine mit Epoxidharz auf dem Lenker verklebte Sattelstützenbeilage von 0,5 mm, die den Durchmesser auf genau 25,4 mm gebracht hat, da der Lenker vorher am Umfang etwas abgeschliffen wurde. Das Rechen-Moment im Bremsfall beträgt 200 Nm (Verzögerung 10 m/sec ²; abzustützende Fahrermasse 100 kg; Lenkerversatz 0,2 m), mit einer nötigen Sicherheit von 1,5 ergibt sich ein gefordertes Moment von 300 Nm. Die rechnerische Klemmung liegt mit 350 Nm hinreichend darüber. Für das ertragbare Moment in der Epoxidharz-Klebefuge ergibt sich 457 Nm. Also, Alles im grünen Bereich. Oder Alles Mumpitz, wie es mein Freund Mr. P. formulieren würde.
Der Folding*Star hat mit der neuen Klemmung seine Feuertaufe schon bestanden. Ich hoffe mit einigen Hinweisen den Bickertonisten etwas geholfen zu haben.
MfG EmilEmil
Re: Bickerton-Support
Hallo Bickerton Spezialisten,
ich habe im Keller zwei Bickerton Falträder komplett mit Taschen und kaum benutzt. Die Fahrräder sind voll funktionstüchtig. Leider habe ich keine Verwendung und möchte sie gerne verkaufen. Welcher Preis wäre für so ein Rad realistisch. Gibt es dafür überhaupt noch Interessenten?
Vielen Dank für eure Hilfe.
Gruß
Christian
ich habe im Keller zwei Bickerton Falträder komplett mit Taschen und kaum benutzt. Die Fahrräder sind voll funktionstüchtig. Leider habe ich keine Verwendung und möchte sie gerne verkaufen. Welcher Preis wäre für so ein Rad realistisch. Gibt es dafür überhaupt noch Interessenten?
Vielen Dank für eure Hilfe.
Gruß
Christian
-
alterfalter2
- Beiträge: 1392
- Registriert: Do Mär 29, 2012 9:09 pm
- Faltrad 1: Brompton M RD10
- Faltrad 2: BikeFriday PocketLla
- Geschlecht: m
- Geburtsjahr: 1952
- Wohnort: Hamburg
Re: Bickerton-Support
Moin,
da Bickertons in großer Anzahl verkauft wurden, gibt es noch sehr viele Räder im Angebot, auch in D. Die meisten schlummern auf Dachböden und Kellern, die sind einfach nicht mehr zeitgemäß, waren schon immer ein Abenteuer beim Fahren.
Mein erstes Faltrad war ein gebrauchtes Bickerton Portable 1986, ich bin es viele Jahre gefahren, 5 Tage pro Woche 9km zu Arbeitsplatz und zurück, es hat mir viel Freude bereitet und ich war flott damit unterwegs. Ersatzteile gab es bei Fa. Voss, Itzehoe problemlos uns schnell, ich bin damit auch per Anhalter durch Europa, habe es bei Mitfahrgelegenheiten im Auto oder in der Bahn mitgeführt.
Inzwischen ist dieses Bickerton verschlissen; ich habe es einem Mechaniker geschenkt und bin erst auf ein AM2 Moulton, dann auf ein Brompton umgestiegen, die bessere Wahl für´s tägliche Pendeln.
Bickertons habe ich mir dann aber noch einmal zugelegt, weil ich damit so viel Freude hatte: ein Bickerton Portable und ein Bickerton Country. Die fahre ich ab und zu einmal und freue mich darüber..
Mehr als 100 Euro wirst Du auch für ein gut erhaltenes Bickerton nicht bekommen, die meisten Räder gehen für weniger weg, leider. Es gibt dafür zu wenige Fan´s und/oder Sammler - wer ernsthaft ein Faltrad für den täglichen Einsatz braucht, wird heute kaum zum Bickerton greifen - da gibt es günstige und bessere Alternativen - die meisten Leute winken schon ab, wenn sie feststellen, daß sich das Bickerton beim Fahren stark verwindet und der Lenker sich bewegt (heißt deswegen in GB auch "aluminiumnoodle").
Viel Erfolg beim Verkauf!
Gruß TIL
da Bickertons in großer Anzahl verkauft wurden, gibt es noch sehr viele Räder im Angebot, auch in D. Die meisten schlummern auf Dachböden und Kellern, die sind einfach nicht mehr zeitgemäß, waren schon immer ein Abenteuer beim Fahren.
Mein erstes Faltrad war ein gebrauchtes Bickerton Portable 1986, ich bin es viele Jahre gefahren, 5 Tage pro Woche 9km zu Arbeitsplatz und zurück, es hat mir viel Freude bereitet und ich war flott damit unterwegs. Ersatzteile gab es bei Fa. Voss, Itzehoe problemlos uns schnell, ich bin damit auch per Anhalter durch Europa, habe es bei Mitfahrgelegenheiten im Auto oder in der Bahn mitgeführt.
Inzwischen ist dieses Bickerton verschlissen; ich habe es einem Mechaniker geschenkt und bin erst auf ein AM2 Moulton, dann auf ein Brompton umgestiegen, die bessere Wahl für´s tägliche Pendeln.
Bickertons habe ich mir dann aber noch einmal zugelegt, weil ich damit so viel Freude hatte: ein Bickerton Portable und ein Bickerton Country. Die fahre ich ab und zu einmal und freue mich darüber..
Mehr als 100 Euro wirst Du auch für ein gut erhaltenes Bickerton nicht bekommen, die meisten Räder gehen für weniger weg, leider. Es gibt dafür zu wenige Fan´s und/oder Sammler - wer ernsthaft ein Faltrad für den täglichen Einsatz braucht, wird heute kaum zum Bickerton greifen - da gibt es günstige und bessere Alternativen - die meisten Leute winken schon ab, wenn sie feststellen, daß sich das Bickerton beim Fahren stark verwindet und der Lenker sich bewegt (heißt deswegen in GB auch "aluminiumnoodle").
Viel Erfolg beim Verkauf!
Gruß TIL
-
Schmetterling
- Beiträge: 106
- Registriert: Mi Jun 08, 2011 5:40 pm
- Faltrad 1: Bickerton
- Faltrad 2: Brompton Liegerad
- Geschlecht: m
- Status: FALTradfahrer
- Wohnort: Berlin
Re: Bickerton-Support
Nun, ich will mein Bickerton ja selbst noch verkaufen und weiß auch nicht so recht, welchen Preis ich mir da erhoffen kann.
Jedenfalls habe ich meines vor über 20 Jahren (kaum) gebraucht für über 500 DM gekauft ! Das war die Zeit, zu der Alternativen noch kaum bekannt waren.
Meine Erfahrung aus der letzten Zeit ist übrigens, daß sich per eMail ganz schlecht verhandeln läßt. Da schreibt man nur aneinander vorbei und wird sich nicht einig. Besser am Telefon.
Ansonsten ist ebay, entweder hierzulande oder gleich im Stammland GB, natürlich immer ein guter Indikator für das Preisniveau. In GB dürfte es tendenziell höher liegen.
Aufgrund der vielfachen maximalen Verstellbarkeit am Bickerton könnte es sich vielleicht als Kinderrad ganz gut eignen - zumal es bei Erwachsenen schnell an die Grenze der Zuladung zu kommen scheint. Über 60 kg würde ich da nicht drauf setzen.
Besser ist es allerdings, die Kinder reiten gerne, denn das Bickerton bewegt sich ähnlich eigenwillig in alle Richtungen wie ein Pferd. Um ebensowenig wie an Zügeln kann man sich am Lenker so richtig festhalten.
Übrigens gibt's jetzt wieder Bickertons, wie ich neulich staunend in einem Katalog gesehen habe:
http://www.bickertonportables.co.uk/
Die schienen mir aber ähnlich einfallslose Varianten der Klapprad-Romantik zu sein (Faltgelenk in der Mitte des Rahmens) wie das kleine Dahon. Offen gestanden könnte ich beide Rad-Modelle gar nicht voneinander unterscheiden.
Also ein schaler Neuaufguß, der das Originelle, Gewagte durch das Banale ersetzt.
Gruß
Schmetterling
Jedenfalls habe ich meines vor über 20 Jahren (kaum) gebraucht für über 500 DM gekauft ! Das war die Zeit, zu der Alternativen noch kaum bekannt waren.
Meine Erfahrung aus der letzten Zeit ist übrigens, daß sich per eMail ganz schlecht verhandeln läßt. Da schreibt man nur aneinander vorbei und wird sich nicht einig. Besser am Telefon.
Ansonsten ist ebay, entweder hierzulande oder gleich im Stammland GB, natürlich immer ein guter Indikator für das Preisniveau. In GB dürfte es tendenziell höher liegen.
Aufgrund der vielfachen maximalen Verstellbarkeit am Bickerton könnte es sich vielleicht als Kinderrad ganz gut eignen - zumal es bei Erwachsenen schnell an die Grenze der Zuladung zu kommen scheint. Über 60 kg würde ich da nicht drauf setzen.
Besser ist es allerdings, die Kinder reiten gerne, denn das Bickerton bewegt sich ähnlich eigenwillig in alle Richtungen wie ein Pferd. Um ebensowenig wie an Zügeln kann man sich am Lenker so richtig festhalten.
Übrigens gibt's jetzt wieder Bickertons, wie ich neulich staunend in einem Katalog gesehen habe:
http://www.bickertonportables.co.uk/
Die schienen mir aber ähnlich einfallslose Varianten der Klapprad-Romantik zu sein (Faltgelenk in der Mitte des Rahmens) wie das kleine Dahon. Offen gestanden könnte ich beide Rad-Modelle gar nicht voneinander unterscheiden.
Also ein schaler Neuaufguß, der das Originelle, Gewagte durch das Banale ersetzt.
Gruß
Schmetterling