Mir ist als Kind mal der Gabelschaft in der Mitte gebrochen. Das wurde dann auch erstmal geschweißt, hat aber nicht allzu lange gehalten leider
Wer kann dieses Faltrad identifizieren?
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Rone
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Re: Wer kann dieses Faltrad identifizieren?
Ich sage mal Hals- und Beinbruch 
Mir ist als Kind mal der Gabelschaft in der Mitte gebrochen. Das wurde dann auch erstmal geschweißt, hat aber nicht allzu lange gehalten leider
Mir ist als Kind mal der Gabelschaft in der Mitte gebrochen. Das wurde dann auch erstmal geschweißt, hat aber nicht allzu lange gehalten leider
Re: Wer kann dieses Faltrad identifizieren?
danke
mein Triathlonrad würd ich nie schweißen - Lebensgefahr!
aber beim Faltrad, mit dem man bei moderaten Geschwindigkeiten durch die Stadt fährt, wage ich einen Versuch
lgj
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EmilEmil
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Re: Wer kann dieses Faltrad identifizieren?
Hallo Josef22,
erstmal danke für die Bilder. Und dann gleich zur Sache oder wie die Ärzte sagen "In Medicus Res".
Rone hat natürlich mit seiner Skepsis absolut recht. Ich will das etwas deutlich machen : Es hat eine Konstruktion versagt, die nicht Fach-gerecht durchgeführt wurde. Im "Katastrophen-Faltrad der 1970-er Jahre" habe ich bereits auf diese Schwachstelle ( auf andere auch : ZB Außenklemmung des Vorbau-Schaftes im geschlitzten Gabelschaftrohr) hingewiesen.
Hier hat man das gebogene U-Rohr an der Stelle der höchsten Biege-Beanspruchung fast bis zur Hälfte ausgeklinkt und dann das Tretlager in die Ausklinkung reingesenkt und verschweißt. Das Tretlagergehäuse bildet einen Kreisringträger, der auf der Seite der Zugspannungen des U-Rohres (Unterseite) diese um das Tretlager umlenken muß. Die sich ergebende Spannungskonzentration vorn führt zu einem Dauerbruch an dieser exponierten Stelle (es könnte aber auch hinten passieren ), da zusätzlich noch eine Materialschwächung (Wärmebehandlung durch das Schweißen) sowie eine Kerbwirkung durch den Schweiß-Einbrand stattfindet. Grundsätzlich ist Schweißen eine etablierte und sichere Fügetechnik ( wie zB, Löten oder Kleben). Sie verlangt aber eine Schweiß-gerechte Ausführung der Konstruktion. Dem wird häufig durch eine Vergrößerung der Wanddicke Rechnung getragen. ZB Endverstärkte Rahmenrohre, die dann im mittleren Teil bei konstanter Wanddicke nicht ausdimensioniert sind. Dem Leichtbau wird bei den Rohren durch eine Konifizierung Rechnung getragen.
Bei Deinem Rahmen hat man offenbar in die "falsche Richtung "gezielt. Die Festigkeits-Minderung und die Kerbwirkung haben bei Deinem U-Rohr zu einem Dauerbruch geführt. Diese Schwachstelle ist jetzt repariert, aber durch die Schweißnaht auch auf der Oberseite des U-Rohres zusätzlich gewächt. Eine günstige Prognose bezüglich der Dauerfestigkeit der geschweißten Stelle läßt sich nicht stellen.
Ohne daß an der Stelle zusätzliche Maßnahmen getroffen werden (Verstärkungen wie Konsolbleche, Versteifungskragen,Zwickelblech) kann man auf den nächsten Zusammenbruch warten. Bevor Du also lackierst überlege, wie oft und wie lange Du das Rad benutzen möchtest oder ob Du es nur noch in die Vitrine stellst.
MfG EmilEmil
erstmal danke für die Bilder. Und dann gleich zur Sache oder wie die Ärzte sagen "In Medicus Res".
Rone hat natürlich mit seiner Skepsis absolut recht. Ich will das etwas deutlich machen : Es hat eine Konstruktion versagt, die nicht Fach-gerecht durchgeführt wurde. Im "Katastrophen-Faltrad der 1970-er Jahre" habe ich bereits auf diese Schwachstelle ( auf andere auch : ZB Außenklemmung des Vorbau-Schaftes im geschlitzten Gabelschaftrohr) hingewiesen.
Hier hat man das gebogene U-Rohr an der Stelle der höchsten Biege-Beanspruchung fast bis zur Hälfte ausgeklinkt und dann das Tretlager in die Ausklinkung reingesenkt und verschweißt. Das Tretlagergehäuse bildet einen Kreisringträger, der auf der Seite der Zugspannungen des U-Rohres (Unterseite) diese um das Tretlager umlenken muß. Die sich ergebende Spannungskonzentration vorn führt zu einem Dauerbruch an dieser exponierten Stelle (es könnte aber auch hinten passieren ), da zusätzlich noch eine Materialschwächung (Wärmebehandlung durch das Schweißen) sowie eine Kerbwirkung durch den Schweiß-Einbrand stattfindet. Grundsätzlich ist Schweißen eine etablierte und sichere Fügetechnik ( wie zB, Löten oder Kleben). Sie verlangt aber eine Schweiß-gerechte Ausführung der Konstruktion. Dem wird häufig durch eine Vergrößerung der Wanddicke Rechnung getragen. ZB Endverstärkte Rahmenrohre, die dann im mittleren Teil bei konstanter Wanddicke nicht ausdimensioniert sind. Dem Leichtbau wird bei den Rohren durch eine Konifizierung Rechnung getragen.
Bei Deinem Rahmen hat man offenbar in die "falsche Richtung "gezielt. Die Festigkeits-Minderung und die Kerbwirkung haben bei Deinem U-Rohr zu einem Dauerbruch geführt. Diese Schwachstelle ist jetzt repariert, aber durch die Schweißnaht auch auf der Oberseite des U-Rohres zusätzlich gewächt. Eine günstige Prognose bezüglich der Dauerfestigkeit der geschweißten Stelle läßt sich nicht stellen.
Ohne daß an der Stelle zusätzliche Maßnahmen getroffen werden (Verstärkungen wie Konsolbleche, Versteifungskragen,Zwickelblech) kann man auf den nächsten Zusammenbruch warten. Bevor Du also lackierst überlege, wie oft und wie lange Du das Rad benutzen möchtest oder ob Du es nur noch in die Vitrine stellst.
MfG EmilEmil
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EmilEmil
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Re: Wer kann dieses Faltrad identifizieren?
Ich kenne drei Orte, an denen ein Gabelschaft Vorzugs-weise bricht :Rone hat geschrieben:Ich sage mal Hals- und Beinbruch
Mir ist als Kind mal der Gabelschaft in der Mitte gebrochen. Das wurde dann auch erstmal geschweißt, hat aber nicht allzu lange gehalten leider
1) An der Verbindung zur Gabelkrone, weil dort die Biegemomente aus den "Radlasten" am größten sind.
2) Am Auslauf des Gewindes für eine klassische verschraubte Lager-Befestigung, wenn das Gewinde zu weit in die Mitte herunterreicht, wegen der Kerbwirkung im Gewindeauslauf und den dort noch wirkenden Biegemomenten (die Biegemomente haben ihr Maximum am unteren Lenkkopflager (s.o.) und laufen linear auf Null am oberen Lager). Eine Vorbauschaft-Befestigung mit diesem üblen Konus (von den Raddödeln "Rundkonus"
3) Am oberen Lenkkopflager, wenn für die Fixierung eines Nasenrings (Ringscheibe mit Nase) ein Fenster oder Schlitz in den Gabelschaft gefräst wurde. Der Schlitz findet sich meist bei den alten Klapprädern der 1970-er Jahre. Zusammen mit einer Außenschelle dient er der Fixierung des Vorbauschafts. Der Vorbauschaft leitet dort Biegemomente in alle Himmelsrichtungen ein ! Eine bessere Sollbruchstelle kann man eigentlich nicht konstruieren ! Irgendwann gibts es dann einen Dauerbruch, der vom Grund des Gabelschafts-Gewinde ausgeht.
Es gibt auch beim Leichtbau Teile, die müssen einfach SAFE LIFE konstruiert sein. Lenker und Gabel gehören mit Sicherheit dazu.
@Rone, wo genau ist bei Deinem Fall der Bruch passiert ?
MfG EmilEmil
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Rone
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Re: Wer kann dieses Faltrad identifizieren?
@EmilEmil: Genau in der Mitte zwischen dem oberen und unteren Lager ist der Schaft gebrochen! Da war eine Bohrung im Gabelschaft. Die Klemmung war klassisch mit Keil. Weiterhin zu bedenken: Ich war Kind; so Ende der Grundschulzeit ist das passiert...
Weiterer Hinweis: War ein BMX-Rad aus zweiter Hand.
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EmilEmil
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Re: Wer kann dieses Faltrad identifizieren?
Ja Danke,
könnte der Fall 2 gewesen sein. Ohne eine Analyse, warum etwas gebrochen ist, artet eine einfache Reparatur zum Glücksspiel aus.
MfG EmilEmil
könnte der Fall 2 gewesen sein. Ohne eine Analyse, warum etwas gebrochen ist, artet eine einfache Reparatur zum Glücksspiel aus.
MfG EmilEmil
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hahahaben
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Re: Wer kann dieses Faltrad identifizieren?
Hallo!
Die Schweißnaht wird halten aber das Material davor oder dahinter wird nachgeben, ich würde an solchen stellen immer versuchen ein zusätzliches Verstärkungsblech mit einzubinden einfach um eine Materialermüdung vorzubeugen. Sieht zwar nicht immer so schön aus aber es ist sicherer.
M.f.g.
Leszek
Die Schweißnaht wird halten aber das Material davor oder dahinter wird nachgeben, ich würde an solchen stellen immer versuchen ein zusätzliches Verstärkungsblech mit einzubinden einfach um eine Materialermüdung vorzubeugen. Sieht zwar nicht immer so schön aus aber es ist sicherer.
M.f.g.
Leszek