"Polnische Zustände" bei hiesigen Fahrradflohmärkten?
Verfasst: Mo Sep 30, 2013 12:26 pm
von Weinbergschnecke
Mit "polnischen Zuständen" meine ich das Umgehen von Gewährleistung und möglicherweise Umsatzsteuer sowie Verstoß gegen die Gewerbeordnung durch Fahrradhändler auf Fahrradflohmärkten. Die Mehrheit der dort auftretenden Akteure sind nach meinen Beobachtungen Profihändler, die sich aber nicht als solche ausweisen. Es werden keine Quittungen ausgestellt, das Geld wandert meist in die Hosentasche. Ich meine jetzt nicht die Hobbybastler, sondern mir bekannte Händler, die gleich mit 10, 15 oder 20 Rädern (und) oder oft hunderten von Fahrradteilen auftauchen. So zuletzt bei einem Fahrradflohmarkt vom ADFC gesehen.Den Veranstalter schien das nicht zu stören. Der Dumme ist auf jeden Fall der Kunde, der um seine Rechte gebracht wird. Selbst bei einem Flohmarkt von einem XXl-Fahrradmarkt bot dieser seine gebrauchten Räder "ungeprüft" an. Bezahlt werden sollte in der Werkstatt, Tausch Bargeld gegen Rad. Der Kunde fährt so womöglich mit einem verkehrsunsicherem Fahrrad los.
Wie viel geklaute Ware dort umgesetzt wird, kann man schlecht einschätzen. Ein Anbieter von Fahrradteilen mit polnischem Akzent (scheinbar massig zerlegte Fahrräder, aber keinen einzigen Rahmen dabei) aller Art meinte, er hätte alles auf "Sperrmüll gefunden".
Re: "Polnische Zustände" bei hiesigen Fahrradflohmärkten?
Verfasst: Mo Sep 30, 2013 7:11 pm
von alterfalter2
@ Weinbergschnecke
..warum regst Du Dich darüber auf? Mich hat das noch nie interessiert, weil ich dort nicht kaufen würde (oder verkaufen). Vermutlich bist Du selbst Händler, scheint jedenfalls so..
Gruß TIL
Re: "Polnische Zustände" bei hiesigen Fahrradflohmärkten?
Verfasst: Di Okt 01, 2013 8:41 am
von Weinbergschnecke
Klar doch, mein "Laden" heißt Mega-Bike 3XL mit 99 Filialen von Flensburg bis Passau und die "Werkstatt" ist im Heizungskeller bei uns.
Zitat ADFC Hamburg: "Private Anbieter kaufen und verkaufen auf dem ADFC-Fahrrad-Flohmarkt gebrauchte Fahrräder für Klein und Groß". Die Wirklichkeit sieht aber so aus, dass es nur so von Profihändlern wimmelt, die schwarz Gebrauchtware vertickern. Null Standgebühren, null Umsatzsteuer usw. und der Kunde bekommt oft den letzten Schrott angedreht.
Vom Prinzip her sind diese Flohmärkte doch in Ordnung und die Preise deutlich günstiger, als beim Händler vor Ort. Der ADFC sollte aber sicherstellen, dass Händler mit einem LKW voll Fahrrädern nicht als "Privatverkäufer" auftreten können.
Re: "Polnische Zustände" bei hiesigen Fahrradflohmärkten?
Verfasst: Mi Okt 02, 2013 3:52 pm
von Jonny
Ein Grund mehr für mich, nie beim ADFC mitglied zu werden. Eine Interessenvertretung mit Widersprüchen! Leider leiden darunter viele gute Aktivitäten und Ansätze.
Re: "Polnische Zustände" bei hiesigen Fahrradflohmärkten?
Verfasst: Di Okt 15, 2013 7:05 pm
von hahahaben
Diese Märkte sind aber so beliebt weil den käufern es scheiß egal ist von wem sie kaufen, der slogen Geiz ist geil und billig Find ich gut setzt sich doch immer mehr durch. Das Geld ist nicht bei jedem in Übermengen vorhanden. Somit schaut man nach Alternativen.
Re: "Polnische Zustände" bei hiesigen Fahrradflohmärkten?
Verfasst: Di Okt 15, 2013 8:09 pm
von Rone
Sorry Leute, was hat ein ADFC-Flohmarkt mit Polen oder "den" Zuständen in Polen zu tun?
An den Kopf fasst sich ein bekennender Freund Storch Heinars
Anm. der Redaktion: http://de.wikipedia.org/wiki/Storch_Heinar >> Storch Heinar ist ein Modelabel, das die Jusos Mecklenburg-Vorpommern als satirische Auseinandersetzung mit der Bekleidungsmarke Thor Steinar betreiben.
Re: "Polnische Zustände" bei hiesigen Fahrradflohmärkten?
Verfasst: Mi Okt 16, 2013 6:05 am
von superfalter
Hier findet sich Nachfrage (Fahrrad so billig wie möglich) und ein Markt (Fahrrad egal woher). Gutheissen kann ich sowas nicht, gerade wenn der ADFC das betreibt finde ich es sehr alarmierend. Der Chef des ADFC kennt ja noch nicht mal mehr Falträder. Mehr sage ich dazu nicht.
Re: "Polnische Zustände" bei hiesigen Fahrradflohmärkten?
Verfasst: Mi Okt 16, 2013 6:38 am
von Motte
Im Gegensatz zum Opus Dei ist der ADFC keine straff geführte Kaderorganisation. Die örtlichen Gruppen bewegen sich im Positiven und im Negativen schon mal fernab der offiziellen Verlautbarungen des Landesverbandes oder des Bundesverbandes. Und da es keine Marketing Fachleute sind und auch kein Juristenverband, geht gelegentlich vor Ort auch mal was daneben - wie bei jeder anderen Initiative auch.
Er ist (neben lokalen Radfahrerinitiativen und eventuell in Teilen noch dem VCD) aber der einzige bundesweit auftretende Verein, der halbwegs kontinuierliche Lobby Arbeit speziell für Radfahrer (und Alltagsradfahren) betreibt. Man muss ihn nicht mögen, nicht immer seiner Meinung sein - man muss auch dort nicht Mitglied werden.
Woher aber diese gewaltige Lust so vieler nicht organisierter und in der Regel untätiger, unpolitischer Radfahrer kommt auf genau jenen Verein bei jeder Gelegenheit einzudreschen - das erschließt sich mir nicht. Offenbar gefällt es vielen nicht, dass sich überhaupt wer in diesem Bereich engagiert. Oder die Leute denken sich "wenn schon jemand es wagt sich für meine Interessen einzusetzen, dann hat er das aber genau so zu tun, wie ich es machen würde, wenn ich nur nicht so bequem wäre". Irgendwo die "Gefällt mir" Taste drücken, ist natürlich einfacher.
Wenn ein Flohmarkt so in die falsche Richtung läuft (tatsächlich oder vermeintlich) und es einen stört, dann spricht man den Veranstalter darauf an und wenn man sich nicht traut oder es nix bringt, dann schaltet man die Gewerbeaufsicht ein.
Re: "Polnische Zustände" bei hiesigen Fahrradflohmärkten?
Verfasst: Mi Okt 16, 2013 7:19 am
von Pibach
ADFC-Flohmarkt? Gibt es so wohl in Berlin nicht. Auf der ADFC-Seite dazu auch nichts zu finden. Aha, aber Hamburg. Hier.
Hier mal ein Video, wie das ausschaut:
Re: "Polnische Zustände" bei hiesigen Fahrradflohmärkten?
Verfasst: Mi Okt 16, 2013 10:33 am
von Weinbergschnecke
Der letzte ADFC Flohmarkt in Hamburg war hier: http://www.google.de/imgres?biw=1280&bi ... ,s:0,i:130 Mit "polnischen Zuständen" meinte ich auch die vielen Osteuropäer (Kastenwagen mit Polenkennzeichen), die da massenweise Westfahrräder verkaufen. Oft nur für 30, 40 oder 50 Euro: Wo kommen solche Räder zu diesen Preisen her? Da Geiz laut Dauerwerbepredigten "geil" ist, kaufen die Besucher das auch, obwohl intakte Gebrauchträder für den Preis schon mehr als seltsam sind.