Hallo Michael,
wie Du an meiner eigenen Faltradsammlung unschwer feststellen kannst, neige ich dazu (auch) Dinge zu kaufen, die ich eigentlich nicht brauche. Ich bin aber gut darin, anderen schlaue Ratschläge zu erteilen.
Wenn Du das Gefühl hast, dass Dein Rad (deine Räder) für deinen Nutzungszweck noch Wünsche offen lassen, dann mach Dir zunächst eine Liste, welche Eigenschaften dein neues Faltrad haben soll. Was es leisten soll:
Schaltungsumfang (Übersetzung)
gewünschte maximale Reifenbreite
Touren (Reisen)
Alltag (Einkauf - Ausflug)
Pendeleinsatz mit ÖPNV
gewünschte Faltzeit
Allwettertauglichkeit
Gepäcktransport
Anhängerlasten
Gewicht
max. Zuladung
und ob es andere Räder ersetzen oder ergänzen soll
Sortiere das anschließend nach deinen eigenen Prioritäten.
Und dann schaue unbefangen in den Markt, welches der Angebote deinen Wünschen und den von Dir gesetzten Prioritäten am Nächsten kommt. Wenn Du es Dir leisten kannst und willst, gilt beim Faltrad wie beim „normalen“ Rad, dass es die „eierlegende Wollmilchsau“ nicht gibt. Und es klüger sein kann – z.B. zum Reisen ein eigenes speziell dafür ausgelegtes (Falt-) Rad zu nutzen. In dem Fall kann man zum Beispiel hinnehmen, dass es auch mal länger dauern darf das Teil in ein handliches Paket zu zerlegen.
Wenn Du hingegen einfach nur ein Bernds haben möchtest – ja dann kauf Dir doch eines.

Wenn es ein
neues Bernds werden soll, hilft Dir die obige Liste ebenfalls. Denn Bernds lässt ja viele Optionen bezüglich Schaltung, Lenker, Bremse und Gepäckmitnahme zu. Da es die 60er Big Apple in 20 Zoll nach Abverkauf der Bestände wohl nicht mehr geben wird, würde ich dort nicht die Prioritäten setzen.
Wenn Du in Deinen Überlegungen schon so weit bist, nur noch zwischen beiden Fabrikaten zu wählen:
Tja, dann.......
Alle diese direkten Vergleichsfragen recht ähnlicher Räder finde ich offen gesagt ganz schwer zu beantworten. Um sie zu beantworten müsste man ehrlicher Radredakteur in einem Fachverlag sein oder beide besitzen und objektiv bewerten können.
Ich fahre nur ein Speed Tr und ein Utopia Timor - letzteres kommt dem Bernds nahe - ist aber keines.
Wenn Du ein neues Bernds bestellst, kannst Du vom Lenker über den Antrieb und die Bremsenart - bis hin zur Federgabel frei nach deiner Geldbörse wählen. Da Bernds die Rahmen selbst herstellt sind auch Sonderwünsche drin. Bernds verbaut sehr viele Standardmaße (Lenker- Nabenbreite). So was schlägt sich natürlich im Preis nieder. Wer so etwas möchte darf fairerweise den Preis nicht mit einem Dahon vergleichen. Da muss dann Bike Friday, Timor oder Speedwerx herangezogen werden. Und dann sieht es plötzlich gar nicht mehr so schlecht aus.
Danach wird es schwierig mit dem Vergleich. Ich bin, wie Wolfgang, der Meinung, dass man mit geringen Änderungen (Cane Creek Stütze, XT Bremsen, Klick Fix Caddy und Lichtanlage) aus dem Speed Tr ein prima reisetaugliches Faltrad bekommt. Dann entscheiden nur noch Kleinigkeiten ob ein anderes Rad wirklich besser ist.
Das Speed könnte meiner Meinung nach noch etwas steifer daher kommen. Wenn man seeehr viel aufgeladen hat, (mach ich beim Einkauf) wackelt doch das Gepäck am Hinterbau. (ist bei so einer Zuladung aber bei allen meinen Falträdern so). Ob das am Bernds besser ist, weiß ich nicht. Den original Gepäckträger dort (hab ihn ja auch am Timor) kann man gar nicht so voll laden wie beim Speed TR.
Der eine mag die freie Auswahl und die Möglichkeit auch lange Hörnchen zu montieren beim Bernds Lenker - der andere kritisiert an dem Lenker, dass er der an den Zügen rumbaumelt, wenn man faltet. Der eine mag den Brompton Befestigungsblock am Bernds vorne und der andere kritisiert, dass man den auch braucht, weil man hinten nicht vernünftig Gepäck unterbringen kann. Der eine will unbedingt Scheibenbremsen - der andere kommt mit V-Brakes aus und ändert sie am Dahon vielleicht noch auf XT. (für 40 Euro)
Gruß
Udo