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Re: ADFC Stadtradeln: Helme Rarität

Verfasst: Fr Jun 13, 2014 5:13 am
von Kisho
Motte hat geschrieben:... wie das "Gefährlichempfinden von Radfahren im Straßenverkehr" ein Zeichen von Orientierungslosigkeit im modernen Alltag. Ich bin immer wieder erstaunt, wie wenige Menschen noch in der Lage sind zu akzeptieren, dass es so was wie ein "allgemeines Lebensrisiko" gibt.
Aber das "allgemeine Lebensrisiko" zu reduzieren ist nicht umsonst eine angeborene Überlebensstrategie ;) Zum Beispiel indem man eben nicht mit dem Rad fährt ;) Von einem subjektiven Stressempfinden (was auf Dauer krank macht, dass weiss ich sicher aus eigener Erfahrung) mal abgesehen - weshalb sollte man sich diesem Risiko / Stress aussetzen wenn man eine Alternative hat? Das wir uns viele Risiken erst selbst geschaffen haben (KFZ, ...) steht dabei auf einem anderen Blatt.

Grüße

Re: ADFC Stadtradeln: Helme Rarität

Verfasst: Fr Jun 13, 2014 5:23 am
von Kisho
derMac hat geschrieben: Die Sache ist noch sehr viel paradoxer. Diejenigen, die Fahrradfahren für besonders gefährlich halten, fahren dann eben auch häufig Wege, die sie problemlos Fahrrad fahren könnten, mit dem Auto. Und damit tragen sie zumindest statistisch dazu bei, dass der Verkehr (für alle) gefährlicher wird. Die jenigen, die viel Radfahren (unter anderem, weil es es hinreichend ungefährlich finden), tragen dazu bei, dass der Verkehr für alle ungefährlicher wird. Das gilt sogar obwohl es ein paar wirklich rücksichtslose Radfahrer gibt.
Ich halte Radfahren zwar im allgemeinen nicht für besonders gefährlich - es gibt halt einige Situationen die sehr gefährlich sind. Insbesondere durch ein paar wenige wirklich rücksichtslose Autofahrer. Aber diese wenigen Situationen bringen (mich!) dann auf ein so hohen Stresslevel, dass mir das Radfahren im Alltag oft verleidet wird. Wenn ich diese Situationen dann nicht vermeiden kann (weil der Arbeitsweg zum Beispiel zwangsläufig über (besonderen) Gefahrenstellen geht, ...) - dann lasse ich das Rad halt stehen und fahre auch selbst mit dem Auto. Wobei ich für die kurzen Wege bis 5km zu Fuß gehen bevorzuge, was ich auch für deutlich risikoärmer halte. Insofern kann ich dieses "paradoxe" Verhalten schon recht gut nachvollziehen

Gruß

Re: ADFC Stadtradeln: Helme Rarität

Verfasst: Fr Jun 13, 2014 5:27 am
von Motte
Für mich ist der ADFC eine Pseudovertretung der Radfahrer, bei dem Anspruch und Wirklichkeit nicht übereinstimmen! Viel Klappern ohne Substanz, teilweise konträr zum eigenen Verständnis und propagierten Forderungen

Gut

Lösen wir ihn auf. Und dann?

Re: ADFC Stadtradeln: Helme Rarität

Verfasst: Fr Jun 13, 2014 5:34 am
von Kisho
Jonny hat geschrieben:Für mich ist der ADFC eine Pseudovertretung der Radfahrer, bei dem Anspruch und Wirklichkeit nicht übereinstimmen! Viel Klappern ohne Substanz, teilweise konträr zum eigenen Verständnis und propagierten Forderungen.
Stimmt meiner Meinung nach zum Teil leider auf Bundes- und Landesebene. Aber auf der konkreten "Handlungsebene" hängt das recht stark am Ortsverein. Die zumindest im Kleinen "vor Ort" oft viel bewirken. (Freigabe von Einbahnstraßen, Verbesserung von Ampelschaltungen, Reparatur von lokalen / regionalen Radwanderwege-Ausschilderung in Pleite-Kommunen auf eigene Rechnung mit eigener Arbeitsleistung,...) Deshalb bin ich im ADFC noch Mitglied, wenn auch nicht aktiv. Wenn ich dann nach Koblenz umgezogen bin wird sich dass aber auch ändern. Nachdem was ich da gesehen habe an Radinfrastruktur... :x Da scheint der ADFC nicht so gut aufgestellt zu sein wie hier in Wuppertal.

Grüße

Re: ADFC Stadtradeln: Helme Rarität

Verfasst: Fr Jun 13, 2014 5:36 am
von Motte
Aber das "allgemeine Lebensrisiko" zu reduzieren ist nicht umsonst eine angeborene Überlebensstrategie
eben - reduzieren. Aber nicht ausschalten wollen.

Man kann mit dem allgemeinen Lebensrisiko auch einfach umzugehen lernen um den Stress zu minimieren. Angst kann etwas ganz Gesundes sein, sie kann aber auch lähmen und mir selbst den Handlungsspielraum nehmen. Angst zu überwinden kann gefährlich sein, wenn das in Leichtsinn umschlägt, es kann aber auch jene Glücksgefühle auslösen, die unser Leben dann bereichert.

Wenn Dich die Angst beherrscht, lernst Du nie schwimmen, steigst auf keinen Berg, lernst keine fremden Kulturen kennen
und kaufst keine Falträder :P

Re: ADFC Stadtradeln: Helme Rarität

Verfasst: Fr Jun 13, 2014 7:50 am
von derMac
Kisho hat geschrieben:es gibt halt einige Situationen die sehr gefährlich sind. Insbesondere durch ein paar wenige wirklich rücksichtslose Autofahrer. Aber diese wenigen Situationen bringen (mich!) dann auf ein so hohen Stresslevel, dass mir das Radfahren im Alltag oft verleidet wird. Wenn ich diese Situationen dann nicht vermeiden kann (weil der Arbeitsweg zum Beispiel zwangsläufig über (besonderen) Gefahrenstellen geht, ...) - dann lasse ich das Rad halt stehen und fahre auch selbst mit dem Auto. Wobei ich für die kurzen Wege bis 5km zu Fuß gehen bevorzuge, was ich auch für deutlich risikoärmer halte. Insofern kann ich dieses "paradoxe" Verhalten schon recht gut nachvollziehen
Dass man die Handlung verstehen kann ändert ja nichts daran, dass sie paradox ist. ;)

Mac

Re: ADFC Stadtradeln: Helme Rarität

Verfasst: Fr Jun 13, 2014 8:01 am
von derMac
Kisho hat geschrieben:Aber das "allgemeine Lebensrisiko" zu reduzieren ist nicht umsonst eine angeborene Überlebensstrategie ;) Zum Beispiel indem man eben nicht mit dem Rad fährt ;)
Nur dass es eben keine klare Tatsache ist, dass man durch nicht Radfahren das allgemeine Lebensrisiko reduziert.

Mac

Re: ADFC Stadtradeln: Helme Rarität

Verfasst: Fr Jun 13, 2014 8:15 am
von Pibach
Das Risiko wird aber vor allem durch Erfahrung und entsprechende Handlung reduziert. Die Vielradler fahren ja deutlich sicherer. Der Einfluss von Helm oder allgemein technischer Ausrüstung, ist im Vergleich recht gering in denStatistiken. Ob die Vielradler sich eher nach Regeln verhalten oder weniger, und ob darunter der Anteil an Rüpelfahrern höher ist, wurde wohl nicht untersucht, aber manche Korrelationen erscheinen zumindest plausibel. Die Ängstlichen sind dagegen riskanter unterwegs. Ob die Angst zuerst da war und dann das Risiko erhöht hat, oder andersrum, wird man aber wohl nie rausfinden können.

Gesicherte Erkenntnisse (in diesen Unklarheiten) sind hier jedenfalls: weniger Radfahreranteil macht den Verkehr unsicherer für den Rest (aus verschiedenen Wirkungszusammenhängen). Und Helmpropaganda schadet massiv der Radkultur und reduziert den Radfahreranteil.

Re: ADFC Stadtradeln: Helme Rarität

Verfasst: Fr Jun 13, 2014 9:31 am
von Kisho
derMac hat geschrieben:Nur dass es eben keine klare Tatsache ist, dass man durch nicht Radfahren das allgemeine Lebensrisiko reduziert.
Zumindest bezüglich des Risikos "von einem autofahrenden A* abgedrängt, geschnitten, 'übersehen', angefahren, überfahren,... zu werden" meiner Überzeugung nach schon. Als Fußgänger kann mir das zwar auch passieren, passiert mir aber nach meiner Wahrnehmung wesentlich seltener als als Radfahrer. Aber so what... ich will ja niemanden missionieren und schon gerade mal gar nicht in einem Faltradforum jemanden zum Nicht-Radfahren - das wäre ja auch wirklich zu paradox ;) Aber es steht meiner Überzeugung nach auch niemanden zu, andere zum Radfahren zu missionieren. Wenn es jemanden zu gefährlich erscheint, so what, soll er es eben bleiben lassen...! Meine Kollegen fahren auch alle Auto, selbst wenn sie nur 5km Arbeitsweg haben und darüber dass ich eben diese 5km zum Bahnhof zu Fuß gehe schütteln die eh nur noch den Kopf. "5km ZU FUß, der gehört doch eingeliefert, der kann doch nicht ganz gesund sein!"

Re: ADFC Stadtradeln: Helme Rarität

Verfasst: Fr Jun 13, 2014 9:54 am
von derMac
Kisho hat geschrieben:Zumindest bezüglich des Risikos "von einem autofahrenden A* abgedrängt, geschnitten, 'übersehen', angefahren, überfahren,... zu werden" meiner Überzeugung nach schon. Als Fußgänger kann mir das zwar auch passieren, passiert mir aber nach meiner Wahrnehmung wesentlich seltener als als Radfahrer.
Schon klar. Ich wollte ja nur darauf hinweisen, dass persönliche Wahrnehmungen nicht immer realen Wahrscheinlichkeiten entsprechen. Außerdem besteht das reale Problem ja nicht darin, Radfahren durch Laufen zu erstetzen (oder etwas ähnlich gesundes und ungefährliches) sondern im Ersetzen all dieser Fortbewegungsarten durch Autofahren. Im Auto "fühlt" man (ich auch) sich oft erstaunlich sicher, ist es aber nicht (bzw. statistisch paradoxerweise nur auf Autobahnen wo sich viele gar nicht so sicher fühlen).
Aber so what... ich will ja niemanden missionieren und schon gerade mal gar nicht in einem Faltradforum jemanden zum Nicht-Radfahren - das wäre ja auch wirklich zu paradox ;) Aber es steht meiner Überzeugung nach auch niemanden zu, andere zum Radfahren zu missionieren.
Wirklich missioniert hat hier glaube ich niemand.
Wenn es jemanden zu gefährlich erscheint, so what, soll er es eben bleiben lassen...! Meine Kollegen fahren auch alle Auto, selbst wenn sie nur 5km Arbeitsweg haben und darüber dass ich eben diese 5km zum Bahnhof zu Fuß gehe schütteln die eh nur noch den Kopf. "5km ZU FUß, der gehört doch eingeliefert, der kann doch nicht ganz gesund sein!"
"Der" Mensch ist vor allem ein Gewohnheitstier und außerdem faul. Missionieren IMO nie eine gute Idee, weniger Auto kann (nicht muss) aber tatsächlich in vielen Fällen die Lebensqualität steigern, man merkt das aber erst, wenn man es eine Weile macht und (das ist das gemeine) teilweise auch erst, wenn viele andere mitmachen.

Mac