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Zweimal Weser-Bergland

Mit dem Faltrad um die Welt.
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EmilEmil
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Zweimal Weser-Bergland

Beitrag von EmilEmil » Mo 22. Jul 2019, 17:10

Der Folding*Star wurde in diesem Sommer mal richtig intensiv genutzt. Nach der Reparatur des Sitzrohr-Bruches war das eigentlich selbstverständlich. Sitz-Ergonomie und Entfaltungs-Auslegung prädestinieren ihn geradezu als Reiserad für Strecken im drei-stelligen KM-Bereich (Nebenbei: Wenn es sich auf Langstrecken bewährt, ist es für Kurzstrecken (Stadt) ebenfalls allererste Wahl. Das hat sich in den 60 Jahren moderner Falträder offenbar nicht zu den Herstellern rumgesprochen, bei den Käufern leider auch nicht !). Es werden immer noch viel zu viele Falträder als Toilettenräder (Dünnpfiff-Express ?) für den Campingplatz gebaut und auch gekauft !).
Vor ca. 2 Wochen wurde der Folding'Star von Bielefeld nach Hessisch Oldendorf gefahren. Die Fahrt begann um 14:30 [h] und wurde immer weiter verlängert, weil es so wunderbar rollte, trotz der 4 oder 5 fünf herausfordernden Steigungen. Eine für eine solche Strecke eigentlich angemessene Planung gab es nicht (Asche auf mein Haupt !). Es war eine Fahrt ins Blaue :D :shock: :D . Nach ausgiebiger Mahlzeit in Hessisch Oldendorf war es Zeit, sich Gedanken über den Rückweg zu machen. Angesichts der fortgeschrittenen Tageszeit (Es war schon kurz nach 20 Uhr !) beschloß ich, die Zeit-raubenden Steigungen zu vermeiden, an der Weser entlang zu fahren und bei Vlotho den bekannten Weg über Bad Salzuflen zu nutzen. Eine kleine Zeit-Verkürzung wurde auch durch eine Bahnfahrt von Hessisch Oldendorf nach Rinteln gewonnen. Die Fahrradstrecke verlief fast ausschließlich in völliger Dunkelheit. Die Beleuchtung durch den Cyo 80 Premium Scheinwerfer war dabei Gold wert. Meine Hütte erreichte ich um 00:20 nach insgesamt 130 [km] fast noch zu regulärer Schlafenszeit.
Nun wer A sagt, muß auch B folgen lassen: Gestern war also Preussisch Oldendorf an der Reihe. Es gab keine Probleme außer meiner schlampigen Vorbereitung. Einfach das Radl nehmen und losfahren. Wasser nehme ich natürlich mit, aber für eine solche lange Strecke sollte man auch Wegzehrung mit nehmen. Es soll auch so etwas geben, das man mit Hungerast bezeichnet.
Es kommen etwa 100 [km] (genau 101 [km]) zusammen. Irgendwo südlich von Bünde (Hinweg) verfahre ich mich regelmäßig. Östlich vom Hücker Moor gibt es kleine (Radfahrer ?)-Straßen, die eine exakte Navigation verlangen. Da kann man schon mal die richtige Brücke über die Else verpassen. Aber es hätt ja immer noch jut gegange….
Vielleicht muß ich mir doch mal wieder einen Farbdrucker anschaffen, damit das Bild von der Streckenplanung die richtigen Weggabeln lesbar anzeigt. Naja den Rückweg habe ich schon ohne eine besondere Streckenplanung geschafft.
Nun sind mit 130 [km] und 101 [km] 2 von 3 Strecken-Pflichtaufgaben des Jahres erledigt. Die 130 [km] sind die bisher längste Strecke, die ich in den letzten Jahrzehnten zustande gebracht habe. Da muß ich selber schon staunen. Anschließend noch ein paar Bilder.
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Der Folding*Star auf der Kanalbrücke in Preußisch Oldendorf

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Der Folding*Star im Hafen von Preußisch Oldendorf

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Blick auf die Kanalbrücke von Preußisch Oldendorf (Mittellandkanal)

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Die Weserbrücke (neue Brücke) von Hessisch Oldendorf

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Die St.-Marien-Kirche von Hessisch Oldendorf
Eine Anmerkung zur Geschichte: Hessisch Oldendorf gehörte wirklich einmal (als Exklave) zu Hessen. Preußisch Oldendorf gehörte im Mittelalter zur Grafschaft Ravensberg, die der Kurfürst von Brandenburg im 17. Jahrhundert erbte, endgültig nach Ende des 30-jährigen Krieges.
Beim Radfahren bekommt man so einiges mit.....
PS: Manches auch, was man gar nicht haben möchte. Die Sattelstütze hat, und das sieht nicht nur auf den Fotos so aus, inzwischen einen Biegewinkel zwischen dem Teil, der im Sitzrohr steckt (80 [mm]), und dem "freien" Teil (320 [mm]). Da muß ich mal die weitere Entwicklung abwarten. Da das Überschreiten der "Fließgrenze" zu diesem Biegewinkel geführt hat, d.h. die Randfasern haben nach Überdehnung quasi einen neuen Werkstoff mit höherer Fließgrenze gebildet, ist die Frage offen, ob dieser "neue" Werkstoff bei Betriebslast nur noch elastisch beansprucht wird. Eine weitere Frage ist, ob infolge dynamischer Belastung nicht Risse auftreten, die das Ende der Sattelstütze bewirken. Immerhin ist die Dauerfestigkeit bei 10 ^^8 Lastwechseln nur etwa 1/4 der Fließgrenze (Untersuchungen, ob bei Erhöhung der Fließgrenze durch "Überdehnung" auch die Dauerfestigkeit größer wird, sind mir nicht bekannt !). Und bei Alu-Legierung sinkt die Dauerfestigkeit danach noch weiter ab. Spätestens beim Auftreten von Rissen muß diese Sattelstütze ausgetauscht werden.
Wenn man nicht Alles selber konstruiert und selber fertigt; die Grattler schaffen es immer wieder, einem ein Bein zu stellen....

MfG EmilEmil

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Re: Dreimal Weser-Bergland

Beitrag von EmilEmil » Fr 27. Sep 2019, 15:56

Vor ca. 2 Wochen kam noch einmal Weser-Bergland hinzu (Mit dem sehr gut zu fahrenden Folding*Star):
Fahrt von Bielefeld zum Dümmer See und zurück: 146 [km]. Aus der Vergangenheit Nichts gelernt: Wieder viel zu spät los und dann war es nördlich von Pr. Oldendorf ein richtig dunkler Himmel bei schon hereinbrechender Dämmerung. Trotzdem machte die Fahrt bei Dunkelheit einigen Spaß.
Das Bild ist um 19:00 [h] aufgenommen.
Bild
Ich war überrascht, wie gut ich diese Strecke ertragen konnte.

MfG EmilEmil

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Re: Zweimal Weser-Bergland

Beitrag von EmilEmil » Fr 24. Sep 2021, 14:56

Der Bonstapel ist der höchste Berg in Vlotho, vom Kreis Herford und der Grafschaft Ravensberg (342 [m]). Er liegt direkt an der Grenze zum Kreis Lippe. Vom "Kaiser Wilhelm" (dem alten, nicht "Wilhelm der Pleite" !) an der Porta Westfalica kann man ihn (Die Nordseite) einigermaßen erkennen (Die Kenntnis der geografischen Lage mal vorausgesetzt). Da rings-rum das nord-lippische Bergland einige Berge (pardon: Hügel !) von etwa 300 [m] Höhe hat, fallen die zusätzlichen 42 [m] nicht besonders auf. Der Gipfel ist eine relativ schmale Rippe. Ja näher man sich dem Bonstapel nähert, desto weniger fällt er auf. Ich brauchte, da ohne Karte unterwegs, für die Erstbesteigung 2 Versuche. Wenn man dann noch Zeitgenossen nach dem Weg fragt, die Luftlinie keine 2 Kilometer entfernt wohnen und noch nie dort waren, muß man sich nicht wundern, daß es nicht auf Anhieb klappt. Dabei geht es per Radl eigentlich einfach: Man nimmt die Röntorf-Straße (1: Von Osten: Abzweigend von der Taller Straße (Zwischen Talle und Kirchheide) ; oder 2 von Westen: Abzweigend von der Lemgoer Straße (Zwischen Reinertsberg und Valdorf). Man muß bei 1 nach Passieren des kleinen Dorfes (Weiler ?) Röntorf (rechts der Straße liegen lassen !) nach rechts abbiegen (1. Forstweg vor der Bewaldung , leicht ansteigend , Schotter = aber noch fahrbar), der gleiche Weg muß bei 2 mit Linksabbiegen befahren werden (Nach Passieren der Wolfskuhle-Straße, eine Sackstraße, die nach Rechts abgeht). Der Schotterweg führt ca. 300 [m] am Waldrand entlang und dann ca. 300 [m] durch den Wald. Nach insgesamt 600 [m] erreicht man einen etwas größeren Platz, der offenbar als Holzlager (Umschlagplatz) benutzt wird. Von dem befahrenen Schotterweg, der dort einmündet, geht links in ziemlich spitzem Winkel der Weg zum Gipfel ab. Es sind noch sehr steile 110 [m] (> 20 % Steigung ?) bis zum Gipfel. Wegen losen Schotters (Kein Grip ?) habe ich noch nie versucht, dort hochzufahren. Hochschieben geht aber. Runterfahren mit niedriger Geschwindigkeit (Treten muß man bei dem Gefälle nicht) ist möglich. Über Hellweg (Waldweg) und Hellkamp (Waldweg) die asfaltierte Straße Zum Bonstapel (die führt durch das Naturschutz-Gebiet Bonstapel) zu erreichen, ist möglich, im 1. Drittel wegen losem Schotter und großer Steilheit (> 20 % Gefälle) am besten schiebend.
Die Trockenheit der letzten Jahre hat offenbar dazu geführt, daß der Nordhang des Bonstapels vom Bewuchs mit Nadelhölzern fast vollständig befreit wurde (werden mußte). Gegenüber meinem letzten Besuch vor 2Jahren erlebt man nun einen freien Blick Richtung Porta Westfalica wie in 1950 oder 1900. Wiehengebirge und Wesergebirge sind im letzten Bild die links und rechts schemenhaft erkennbaren Berge ganz im Hintergrund. Leider war das Wetter an diesem Tag etwas diesig. Der beherrschende Berg in Bildmitte ist die Saalegge (300 [m] hoch) in Vlotho-Valdorf. Der versperrt den Blick auf die Porta Westfalica.
Bild 1: Auf dem Bonstapel
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Bild 2: Blick vom Bonstapel nach Norden
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MfG EmilEmil

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