Pibach hat geschrieben:.........................
Ansonsten haben Birdy und Jetstream Parallelogrammfederung vorne, das ist in Sachen Ansprechverhalten deutlich besser als eine Kolbenfederung und hat auch nicht so das Einsackproblem beim Bremsen. Das sind also keine "einfachen " Federungen, sondern im Faltradbereich schon recht weit vorn. ............
Letztlich ist das alles auch eine wirtschaftliche Frage. Ich wüsste keine Federgabel für 20", die was taugt, außer der German A am Jetstream.
.............
Ob die Federung im Endeffekt mehr bringt, als etwas breitere Reifen, ist eine sehr knappe Angelegenheit und hängt sehr von Einsatz und den Vorlieben ab. Ein Dahon Mu z.B. fährt auf Big Apple auch sehr komfortabel und ist tourentauglich.
Kleiner Hinweis: Jetstream hat eine Parallelogramm-Federung vorn und ist dem Bremstauchen ebenso ausgesetzt wie eine Teleskop-Gabel. Und die Gelenkbuchsen sind wegen hohen Kräften vom Verschleiß (Ausschlagen) bedroht.
Abwandlungen davon sind unterschiedlich lange "Parallelstäbe" (Trapezgabel) oder Ersatz eines Parallelstabs durch ein Gelenk (vgl BMW Telever-System). Das Birdy hat vorn eine einfache Schwinge, deren Schwingarm einen Ausleger (Zweite Gabel) nach "oben" besitzt, um Felgenbremsen momtieren zu können. Dieser wird zugleich benutzt, um die Schwinge an der Feder (/Dämpfer ?) abzustützen. Keine Lösung, die mich überzeugt.
Teleskopgabeln vorn werden im MtB - Bereich am häufigsten eingesetzt. Und für ~350 € bekommt man schon eine RockShox Reba mit ca 1600 [g], bei der keine Wünsche offen bleiben (ZB 100 [mm] Federweg, , Dämpfungs-Einstellung, progressive Feder-Kennlinie, einstellbare Härte für Zugstufe/Druckstufe, Motion-Kontrol (= 85 % Lockout). Eine Anpassung von 26"/28" auf 20" sollte kein großes Problem sein.
Vielleicht ist aber die White-Brothers-Telegabel (80 [mm] Federweg) schon ganz ordentlich ?
Die ist nun leider sehr teuer (ca 600 € ?).
http://enduro-mtb.com/propains-vollgefe ... -frechdax/
Grundsätzlich: Keine Federgabel kann einen Reifen vollständig ersetzen oder umgekehrt. Dem Reifen fehlt der Federweg (Evtl sind 100 [mm] auch für die Straße notwendig !) und der Rahmenfederung fehlt die Nachgiebigkeit der Aufstandsfläche, um auf kleine ("kleinste") Unregelmäßigkeiten der Fahrbahnoberfläche zu reagieren. Bei einem Federweg einer Rahmenfederung von 100 [mm] wird ein Prozentsatz von 25 bis 30 % für die statische Einfederung (SAG, "Zugstufe" = Ausfederung) verbraucht.
Bei reiner Reifenfederung stehen von max 35 [mm] Weg (~60 [mm] Reifen) konstruktionsbedingt Ausfederungen im Millimeter-Bereich zur Verfügung. Daher neigen reine Reifenfederungen auf Kopfsteinpflaster immer zum Springen (Reinfallen in die Fahrbahn-Lücken) .
Trotzdem werden Fahrräder mit reiner Reifenfederung (weiteres Stichwort Vorteile beim Abrollvorgang) verbaut, während die Räder mit starrem Stahlreifen wie in der Laufradzeit seit Erfindung des Luftreifens keine Marktchance mehr haben.
Ich fahre nun selbst seit 1 1/2 Jahren ein vollgefedertes Fitnessrad (100/100 [mm] Federweg, MtB Rahmen) mit schmalen 32 [mm] Reifen (Druck 5,1 [bar] und 5,7 [bar]) und bin damit sehr zufrieden.
Ob sich diese etwas anspruchsvollere Technik aber beim Normal-Radler durchsetzt, bin ich sehr skeptisch, da der Pflegeaufwand, besser Kontrollaufwand, Zeit und technisches Verständnis erfordert, womit die meisten Radler entweder überfordert sind oder diesen Aufwand nicht leisten wollen.
Das Mehrgewicht beim Fully beträgt etwa 2 [kg], der Mehrpreis 500 € (250 € Gabel, 150 € Federbein hinten, 100 € beim Rahmen).
Für ein Faltrad wird es da schon schwer, unter 15 [kg] zu bleiben. Beim Preis ist es so eine Sache; die heute angebotenen Falträder mit Voll-Federung liegen preislich sehr hoch und könnten IMHO bei gleichem Preis mit besserer Technik bestückt werden.
MfG EmilEmil