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FSIR Spin - Erfahrungsbericht

Verfasst: Di Jun 03, 2014 11:10 pm
von Pibach
Daniel (Splithub) hat mir ein FSIR Spin 2.0 aus China mitgebracht - vielen Dank noch mal an dieser Stelle!
Habs schnell zusammengebaut und bin ca 3km um den Block gefahren. Leider war Handy alle, daher keine Photos. Folgen.
Hier hatte ich ja schon verschiedene Infos zu dem Rad zusammengetragen.

Gemessene Maße:
* Sattelstütze-zu-Lenker-Distanz: 59cm. Sattel-Oberkante zu Tretlager: 74cm (beides bei max Auszug). Sattelhöhe: 97cm.
* Sattelstützenlänge bis Sattelaufnahme genau 60cm, hochbauender Sattel bringt 5,3cm zusätzlich bis Sattel-Oberkante.
* Mindesteinschub: 13cm (Markierung)
* Rahmen Oberkante Sattelrohreinschub: 46cm
* Tretlagerhöhe: 26cm. Ist also ca 2cm niedriger als bei meinen Mu, also nicht besonders auffällig hoch (das wurde ja mal diskutiert)
* Kurbel etwas kürzer, 165mm, was gut passt zu dem Rad.
* Radstand: 82cm
* Lenkstütze: 39,5cm (ab Oberkante unteres Klemmteil). Lenkerhöhe ist damit 89,5cm
* Kurbel Q-Faktor (Distanz Außenseite der Kurbelarme): 13,4cm (Innenseite 10,4). Also extrem schmale Kurbel.
* Rahmenseitiges Tretlager scheint aber Standard zu sein, also 68mm Breite.

Was mir auffiel:
* wie erwartet sehr klein, eigentlich ein Microfalter. Alle geposteten Angaben über die Maße scheinen zu stimmen, komplett vermessen hab ich es noch nicht (Edit: Maße hinzugefügt, s.o.).
* Der Rahmen ist sehr steif, bei vollem Tritt verwindet sich da nichts (also steifer als bei meinen Dahons)
* allerdings verwindet sich die Kurbel merklich, die ist halt nicht so steif wie meine SRAM Red oder FSA. Etwa auf dem Level wie eine Sugino.
* das Falten ist sehr gewöhnungsbedürftig. Man muss bestimmte Kurbelstellung einhalten. Sattelstütze öffnen und dann festhalten (rutscht sonst durch). Und das Oberstück 180° drehen gegen das Unterstück. Beim ersten Faltversuch ergibt das erstmal Metallsalat. Erfordert Übung.
* wirklich kompakt wird es nicht. Nicht viel kleiner als ein 20"
* Am Drehgelenk kann man es über einen Inbus lösen und mit kurzem Handgriff auseinander nehmen. Das Hinterrad passt in die Gabel (Vorderrad raus). So wird es kompakt. Gemessen hab ich: 64x50x17cm. Also auch nicht unbedingt wesentlich kleiner als ein 20" Dahon zerlegt, allerdings spart man sich das Rausnehmen des Hinterrades und muss auch den Lenker nicht öffnen. Man kann aber auch - wie gehabt bei Dahons - die Räder rausnehmen und die Gabel in den Hinterbau einrotieren. Faltmaß dann ähnlich zu oben (etwas kürzer, dafür dicker).
* einteilige Lenkstütze ist wie zu erwarten angenehm steif. Ist von FNHON, im Detail etwas anders konstruiert als die Dahon. Qualitätsunterschied war aber nicht erkennbar, alles gut. Nur die Sicherung benötigt man tatsächlich, der Hebel öffnet sich ansonsten von alleine (!), hab ich zum Glück vorher getestet (ich hab die Sicherung bei meinem Dahon abgemacht, benötigt man da nicht und stört nur).
* Faltet nach Links. Was bei dem FSIR außenfaltend bedeutet. Nach innen wäre auch ausreichend Platz gewesen. Sehr schade. Immerhin faltet die Lenkstütze sehr dicht ran ans Rad und sauber unterachsig.
* sehr schöne Sattelstütze, mit einer Nut für die Geradeausführung. Damit lässt sich aber auch keine andere ohne Nut einsetzen.
* auf der max Auszug Markierung verbleiben genau 2,5cm für die untere Verklemmung. Ist eine Reduzierhüse drin, die ist auch nur 2,5cm. Tieferes Einstecken bringt also sowieso nichts. Erstaunlich, dass das reicht und den Rahmen so stabilisiert. Das Drehgelenk führt den Rahmen nur auf ca 2cm, also auch von da nur geringe Führung, scheint aber gut steif zu sein. Recht präzise gedrehtes Stück, sieht nach Messing aus (wohl etwas härter als Alu). Falt-Drehung ist dadurch aber etwas schwergängig. Abgedeckt wird das einfach über eine Ahead-Kappe. Eine Art-Ahead Kralle ist eingeschweißt, sieht stabil aus. Groß anziehen darf man die aber nicht, sonst wird es zu schwergängig. Stabilität kommt also nur aus dem passgenauen Sitz mit dem Messigstutzen. Insgesamt eine super simple Konstruktion, erfordert kaum Teile, und dürfte preisgünstig herstellbar sein.
* merkwürdige Bremskabelführung nach hinten, legt ein S wegen des Drehens, dadurch etwas zähes Bremsen hinten.
* Innenverlegte Züge, eigentlich witzlos, da nur ca 22cm innen liegen.
* extrem "durchoptimiert", an diversen Stellen ist nur 1-2 Millimeter Platz (Kurbelabstand zur Bremse, Kettenblatt zu Rahmen, usw). Auch die Zuglängen müssen exakt stimmen, damit es passt (und drehbar bleibt).
* Für optimale Sattelhöhe fehlen mir (mit 185cm) circa 3cm. Für gemütliche Positon passt es aber.
* Sattel ist ca 7cm überhöht gegenüber Lenker, ziemlich ideal
* Der Lenker ist aber viel zu dicht, wie zu erwarten, da würde ich mir min. 5cm mehr wünschen. Knie stoßen aber nicht an, man kann gut fahren.
* geht auch gut in den Wiegetritt, hierzu ist der Lenker aber zu dicht, Knie kollidieren dann.
* recht hohe Übersetzung mit 52:10 Zähne. Ziemlich genau richtig nach meinem Geschmack. Nur ein wenig niedriger übersetzt als mein 20" Singlespeeder (49:13) muss ich noch mal genauer ausrechnen.
* fährt sich mühelos und recht flott, erstaunlich für so ein Microgerät. Im vergleich zu meinem Singlespeed Mu merke ich aber schon die etwas schwerlaufenden Räder und Kette.
* Reifen hab ich an der Tanke auf 6 bar (ist dort Maximum) aufgepumpt. Ist aber recht simples Gummi mit gewissem Rollwiderstand.
* Fahrt ist überraschend komfortabel. Die Reifen nehmen gut die Stöße, außerdem ein schön gefedert aufgehängter und komfortabler Sattel, für meinen Popo nur etwas kurz, das Problem hab ich bei vielen Sätteln.
* die angegebenen 6,9kg dürften ohne Pedalen hinkommen. Wobei Laufräder und weitere Komponenten kein Leichtbau sind.
* Bremsen sind nur so lala, da fällt mir auf wie gut die Avid SL an meinem Mu funktionieren.

Insgesamt ein Falter für die letzte Meile mit erfreulich durchdachten Details und sinnvoll passenden Komponenten. Wesentliches Feature ist das geringe Gewicht bei erstaunlicher Steifigkeit. Die kompakte Größe erlaubt ein prima Handling auch in dichten Menschenmengen, das Falten bringt allerdings nicht viel und ist auch etwas hakelig. Für Fahrer bis ca 180cm gut geeignet, darüber eher weniger. Insbesondere Lenkstütze mit mehr Vorwärtswinkel wäre dafür wünschenswert.

Re: FSIR Spin - Erfahrungsbericht

Verfasst: Mi Jun 04, 2014 7:57 am
von superfalter
Bin auf die Fotos gespannt und ein Probefahren.

Re: FSIR Spin - Erfahrungsbericht

Verfasst: Mi Jun 04, 2014 8:14 am
von derMac
Pibach hat geschrieben:geht auch gut in den Wiegetritt, hierzu ist der Lenker aber zu dicht, Knie kollidieren dann.
Es ist spannend, wie du es schaffst in einem Satz zu sagen, dass Wiegetritt gut geht und eigentlich bei dir überhaupt nicht geht. ;)
Für Fahrer bis ca 180cm gut geeignet, darüber eher weniger.[/quote]
Nach deiner Beschreibung würde ich eher 175 cm max vermuten.

Aber das Rad ist spannend, wenn es schmal falten soll (Zug, Auto) und das Rausnehmen des Vorderrades nicht stört. Für häufiges Falten scheint mir der Faltmechanismus ungeeignet. Insgesamt nicht umspannend, aber irgendwie nicht die universelle Faltradlösung. Das geringe Gewicht ist aber erfreulich, zumal da ja noch Platz nach unten zu sein scheint.

Mac

Re: FSIR Spin - Erfahrungsbericht

Verfasst: Mi Jun 04, 2014 9:40 am
von Pibach
derMac hat geschrieben: Es ist spannend, wie du es schaffst in einem Satz zu sagen, dass Wiegetritt gut geht und eigentlich bei dir überhaupt nicht geht. ;)
Ja. Ich meine das so: Es ist schön steif, also der Rahmen und man hat Vertrauen in harten Antritt. Mein Händybike ist für Wiegetritt z.B. zu flatterig. Auch der kurze Radstand stört dabei gar nicht. Der dichte Lenker vermasselt das dann leider. Ich kann den Schwerpunkt mit etwas Konzentration weiter hinten halten und die Knie weniger anwinkeln, dann geht das. Bei bestimmten Steigungen oder beim Anfahren oder bei Bürgersteigen ist halt Wiegetritt nötig. Diese enge Konfiguration ist dabei aber unschön für größere Fahrer.
Nach deiner Beschreibung würde ich eher 175 cm max vermuten.
Ja, Sattel-zu-Lenker-Distanz ist zu kurz. Aber es ist das derzeit wohl beste Microbike. Kommt halt drauf an, wie kompromissbereit man ist. Die Sattelhöhe passt bis ca 182cm. Und stabil ist es auch. Und man ist erstaunlich flott unterwegs. Wer noch kein Faltrad hat und was benötigt zum Pendeln und ansonsten nur flache Kurzstrecke bis ca 5km ist mit dem FSIR recht gut bedient würde ich sagen.
Aber das Rad ist spannend, wenn es schmal falten soll (Zug, Auto) und das Rausnehmen des Vorderrades nicht stört. Für häufiges Falten scheint mir der Faltmechanismus ungeeignet. Insgesamt nicht umspannend, aber irgendwie nicht die universelle Faltradlösung. Das geringe Gewicht ist aber erfreulich, zumal da ja noch Platz nach unten zu sein scheint.
Also klein falten ist leider nicht die Stärke. Die sehe ich eher im
a) Preis (einen leichten und ordentlich gemachten Falter kriegt man zu dem Preis sonst nicht)
b) Steifigkeit
c) geringes Gewicht

Rausnehmen des Vorderrades und zerlegen ist nur was für Reisen usw. das Dauert schon ca 10 min und muss dann auch noch gepolstert verpackt werden. Der Dreh-Faltvorgang erfordert wohl nur Übung und die richtigen Handgriffe. Ich schätze der ist ansonsten schon ständig nutzbar, mehr als 15 Sekunden dauert das auch nicht. Wird halt nur nicht so klein, wie man sich das bei so einem Micro-Falter wünschen würde. Oft wird auch einfach nur Runterklappen des Lenkers reichen, das Rad ist ja ohnehin schon winzig.

Das Rad gibt es übrigens auch mit 16" Rädern und etwas größere Dimensionen. Allerdings wohl noch nicht im Handel erhältlich.

Re: FSIR Spin - Erfahrungsbericht

Verfasst: Mi Jun 04, 2014 10:20 am
von derMac
Pibach hat geschrieben:Rausnehmen des Vorderrades und zerlegen ist nur was für Reisen usw. das Dauert schon ca 10 min und muss dann auch noch gepolstert verpackt werden.
Ja, eben, Reisen mit Auto oder Bahn (evntl Flugzeug). Ich sehe auch gerade nicht, warum man da was polstern muss und warum das rausnehmen der Vorderrades 10 min dauern soll. Aber 17 cm Breite sind in manchen Fällen schon nütlich, dass einer Dimension länger ist stört nicht immer.

Mac

Re: FSIR Spin - Erfahrungsbericht

Verfasst: Mi Jun 04, 2014 10:31 am
von Pibach
10 Min benötigt man grob geschätzt mit "Zerlegen", also öffnen des Drehgelenkes, und hinteren Zug aushaken. Man hat dann 2 Teile. Die muss man nicht unbedingt gegeneinander abpolstern, aber man legt ja auch ein Rad drauf und die Sattelstütze und möchte das ganze gegen Verrutschen und gegen Außendruck absichern und hat vielleicht noch paar andere Teile in der gleichen Tasche. Lässt sich mit Übung vielleicht auch in 3 Minuten hinbekommen, kann ich derzeit noch nicht abschätzen. Meine Hoffnung war hier, dass man "Handgepäckgröße" erreichen könnte. Leider nein.

Re: AW: FSIR Spin - Erfahrungsbericht

Verfasst: Mi Jun 04, 2014 11:05 am
von Pibach
Bilder

Re: FSIR Spin - Erfahrungsbericht

Verfasst: Mi Jun 04, 2014 12:10 pm
von superfalter
ähnlich klein wie ein Dahon Jifo oder EEZZ so wie es aussieht und das was mir zu klein oder nicht klein genug im vgl. zum Brompton.

Re: FSIR Spin - Erfahrungsbericht

Verfasst: Mi Jun 04, 2014 12:44 pm
von katapult
Also, die Sattelstütze wird doch zwei mal geklemmt. Im oberen Teil des Sattelrohrs das mit dem Zentralrohr verschweißt ist, und im unteren Teil, der mit dem Hinterbau verbunden ist, richtig? Dann sollten die Klemmflächen von 2,5cm unproblematisch sein, da die Sattelstütze über 2 Punkte eingespannt ist. Daher auch die 13cm Mindesteinschub. Die Einspannung über diese Länge sollte auch die unzulässige Verlängerug des Hebelarmes durch den hochbauenden Sattel verkraften.
Auch die Gleitlagerung mit Messingbuchse im Hauptgelenk halte ich für unproblematisch, wird im belasteten Zustand ja nicht bewegt. Eine einfache und günstige Konstruktion.
Schade daß es ein Kinderrad ist. Da es nicht wirklich klein Faltet ist mir nicht verständlich warum man den Rahmen nicht auch in Erwachsenengröße anbietet. Vertrauenserweckender als der übrige Dahonkrempel ist es allemal. Ach ja eine sauber konstruierte Lenksäule / Gabelschaftverbindung wäre natürlich auch noch ganz oben im Lastenheft.

Re: AW: FSIR Spin - Erfahrungsbericht

Verfasst: Mi Jun 04, 2014 12:53 pm
von Pibach
Bilder 2