Re: Recht haben oder Ruhe haben?
Verfasst: Mi Aug 12, 2015 6:38 am
Das ist in Berlin kein Problem. Länger als 5 Minuten wartet man im Innenstadtbereich im Wesentlichen nur an Sylvester. Das liegt daran, dass der Senat zum Zwecke des Geldverdienens deutlich zu viele Taxilizezen ausgegeben hat. Mit dem Effekt, dass Taxifahrer und auch Taxiunternehmer mittlerweile ein eher prekärer Beruf ist unter finanziellen Aspekten.derMac hat geschrieben: Das einzige Problem in Berlin könnte jetzt sein, dass zu lange auf ein Taxi warten muss.
Wo genau liegt denn der Unterschied zwischen Uber und Taxi ausser der Tatsache, dass Taxis in jeder Hinsicht reguliert sind bis hin zum Fahrpreis und Uber gar nicht?Pibach hat geschrieben: Es geht bei diesen Mitfahrdiensten um eine dramatische Umwälzung des gesamten Mobilitätskonzeptes. Das hat mit Taxis und dem gerade konkreten Unternehmen Uber nur examplarischen Zusammenhang.
Wann bist Du das letzte mal Taxi gefahren? Taxi-Apps gibt es gleich mehrere, über die meisten davon kann man auch bezahlen. Inclusive Livekarte für die Anfahrt. Und zumeist braucht man gar nicht warten sonden winkt sich einfach ein vorbeifahrendes Taxi ran - gibt ja mehr als genug. Der einzige Grund warum Uber billiger ist ist weil sie billiger sein wollen, um überhaupt in den Markt reinzukommen. Und weil sie selbst ja keine Fixkosten haben ausser der Vermittlungsinfrastruktur und keinerlei Qualitäts- oder Qualifikationskriterien einhalten müssen kann es ihnen ja auch egal sein: Das Risiko incl. der laufenden Kosten des Autos trägt ja der Fahrer. Alles, was Uber hier investiert über die Vermittlungsinfrastruktur hinaus passiert nur temporär, damit ihnen nicht das Geschäftsmodell verboten wird. Sobald das etabliert ist ist es selbst damit ganz schnell wieder vorbei und sie haben einen riesigen Haufen abhängiger "Selbstständiger", die auf dem sozialen Sicherheitsniveau von Tagelöhnern arbeiten, aber vorher dafür noch dick investieren müssen und hohe laufende Kosten haben. Wenn man Berichte von Fahrern in Deutschland liest lässt sich leicht ablesen, dass die meisten von denen nicht rechnen können - sie verdienen nicht nur extrem schlecht und wenn man genau hinschaut verdienen sie nix, sondern müssen sogar noch Geld mitbringen. Das funktioniert nur, weil die Fahrer der Meinung sind das Auto "ist ja eh da" und kostet daher nichts - durch gelegentliche Fahren können sie sich eine Karre leisten, die sie sich sonst nicht leisten können. Die kennen schlicht den Unterschied zwischen Umsatz und Verdienst nicht - sogar vom gesetzlichen Mindestlohn sind die Kilometer weit weg. Kurz: Das Risiko und die Kosten tragen die Fahrer, das Geld verdient Uber.Pibach hat geschrieben: Derzeit liegt UberPop bei glaube ich 80% der Taxiskosten. Das ist auch nicht wirklich günstig. Die Nachfrage scheint dennoch enorm zu sein. Liegt wohl an der Nutzung per App. Das scheint die Effizienz bei der Buchung, Wartezeit und Bezahlung offenbar zu verbessern.