Ich weiß, dass das für einige ungeheuer schwer ist - aber dennoch würde ich immer trennen, ob wir über die Agitation für oder wider einer
gesetzlich verankerten Pflicht zum Helmtragen reden oder über die davon ganz unabhängige persönliche Entscheidung Einzelner dies zu tun oder zu lassen.
Wenn es um die Einführung einer Pflicht geht, sollte man öffentliche Positionen auch mit entsprechenden Untersuchungsergebnissen untermauern können. Wie immer kommt dann noch die Verhältnismäßigkeit dazu. Zweifellos wären Autofahrer mit Helm und feuerfester Kleidung in bestimmten Situationen besser geschützt. Nur wäre das nicht mehr verhältnismäßig.
Würdest Du Menschen auch das Tragen von Schwimmwesten in Booten (Jolle, Kanu/Ruderboot/Kajak) verbieten wollen, weil es suggeriert rudern/segeln sei gefährlich? Doch wohl eher nicht, vermute ich mal. Da bist Du nämlich ganz schnell in der gleichen Rolle der ProHelmkampagnenlostreter - Du möchtest etwas (ein Verhalten/eine Schutzmaßnahme) nicht, weil es/sie Dir zweifelhaft erscheint und möchtest deshalb anderen verbieten eine andere Ansicht zu haben und anders zu handeln.
Außerdem versucht der Helm halt an dem Symptom herumzudoktern. Es wird versucht die Verletzungsschwere zu vermindern, statt die Ursache (den Unfall) zu vermeiden.
Das eine hat für
mich erst einmal nichts mit dem anderen zu tun.
Lebe gesund und Du brauchst keine Krankenversicherung, lebe aufmerksam und Du brauchst keine Haftpflicht - meine ich nur als Spaß, funktioniert ja nicht. Genau so wenig wie das Vermeiden von Unfällen.
Klar, Radfahrer sind in Deutschland (immer noch) ungeliebte Randgruppe. Auch wenn sie allmählich immer mehr werden. Wenn man dieser aufkommenden Seuche mit irgendeinem (Handlung vortäuschenden) Gebot oder Verbot kommen kann, dann hat man das Thema politisch besetzt, die Hauptwählergruppe (Autofahrer) auf seiner Seite und kann sich aufwändige Investitionen in die Infrastruktur oder gar schärfere Restriktionen für rücksichtslose KFZ`ler (z.B. Radwegparker) sparen. Und macht Euch nix vor, wenn eine Partei darin einen Wahlvorteil sehen würde, dann gibt es auch die passenden Untersuchungsergebnisse zu jedem erdenklichen Quatsch.
Das Beispiel mit Amiland zieht nicht. In der Masse sind dort Kinder und Sportler mit dem Rad unterwegs. Stadtradeln/Alltagsradeln wie in Europa entwickelt sich dort zaghaft an der Westküste.