Wenn es nur ein Rad gäbe, mit dem dann alle zufrieden sind, wäre es ja einfach. Auch für die Hersteller.
Du musst dich in einer stillen Stunde fragen, was Du so alles mit dem Rad anstellen möchtest. Und das Gemeine ist, wenn man so ein Rad hat und es unterwegs auch Spaß macht, ändern sich die Wünsche. Manches kann mal also gar nicht im Vorfeld wissen. Insofern darf man auch nicht enttäuscht sein, wenn das erste Rad sich später als doch nicht so ideal heraus stellt. Das ist bei andern Sachen (Auto/ Fotokamera) ja auch nicht anders.
Ich würde mal die 4 Nutzertypen aufmachen
Ich kaufe mir ein solides Rad, das lange hält und fahre damit die Strecken, die ich muss. Ich richte mich nach dem Rad - wenn es drei Gänge hat, dann finde ich mich schon zurecht. Es soll nur möglichst wenig Aufmerksamkeit beanspruchen. Ein Arbeitstier eben - mit Schutzblechen, Nabendynamo und Gepäckträger. Wiegt dann so um 15 kg.
Ich fahre ein schickes Rad und möchte auch mein Lebensgefühl damit ausleben. Es muss vor allem leicht sein, damit ich es immer dabei haben kann. Dem ordne ich alles andere unter. Ich brauch keinen Gepäckträger und keinen überflüssigen schweren Kram am Rad. Eventuell nicht mal eine Gangschaltung.
Ich brauche einen Allrounder - ein Rad für den Einkauf, für den Weg zur Arbeit, die gemütliche Spazierfahrt und die Urlaubstour in bergige Umgebung.
Das Rad muss viel Gepäck verkraften, im Dunkeln immer Licht haben (Nabendynamo), wetterfest sein (Schutzbleche) und eine Gangschaltung haben, mit der ich auch mal mit 20 kg Gepäck zwei Stunden lang sturr bergauf fahren kann. (also eher 11 - 30 Gänge)
Ich brauche ein Sportrad. Ein leichtes, schnelles Rad mit einer Sitzhaltung und Ausstattung, die den Windwiderstand mindert (Systemlaufräder). Federung muss nicht, geringer Rollwiderstand ist Pflicht (also Hochdruckreifen). Gepäckmitnahme ist überflüssig.
Da solltest Du mal versuchen Dich einzusortieren. Wenn es denn geht. Dann kommst Du deinem Ziel näher.
Gruß
Udo