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Was taugt das Aldi Faltrad?

Faltrad-Entscheidungshilfe für Unentschlossene.
Adler28
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Re: Was taugt das Aldi Faltrad?

Beitrag von Adler28 »

derMac hat geschrieben:auf der Straße sieht man sie auch nicht sooo oft, aber ich wohn auch nicht in einer "Faltradgegend".
Nicht unbedingt Falträder, aber die diversen Prophete-Marken sieht man ziemlich häufig ("Didi Thurau Edition", "Rabeneick", "DSF-Fahrradmanufaktur" etc.). Mifa ("Cyco", "Grace", "McKenzie", "Steppenwolf" etc.) sind etwas seltener aber immer noch öfter zu sehen als teurere Marken.
berlinonaut
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Re: Was taugt das Aldi Faltrad?

Beitrag von berlinonaut »

Motte hat geschrieben: Mangels verlässlicher Zahlen werden wir leider nie erfahren, was so ein Curtis Faltrad kosten würde, wenn es der Zweirad- Einzeländler verkaufen würde. (wäre aber mal spannend). Alles andere kann man nur über irgendwelche unscheinbare Nebenbemerkungen erahnen.
Stiftung Warentest macht seit Jahren eine Langzeituntersuchung zu den Aktionsangeboten der grossen Discounter. Im Mittel sind dabei lediglich 15% der Angebote "Schnäppchen" im Sinne von billiger als anderswo und qualitativ brauchbar. Für Aldi beträgt diese Quote immerhin 40%

http://www.test.de/Aktionsware-Aldi-und ... 4293976-0/

http://www.test.de/Aktionsware-Bilanz-2 ... 4150355-0/

Man kann wohl davon ausgehen, dass Aldi aufgrund der abgenommenen Mengen extrem günstig einkauft - hart am Limit der Herstellungskosten und günstiger als jeder andere. Du kannst auch davon ausgehen, dass Aldi mit diesen Angeboten fühlbar Gewinn macht. Ähnliche Räder bekommt man für 50 bis 100 Euro mehr - z.B. dieses http://www.zweirad-stadler.com/shop/peg ... tml,a28417 Letztes Jahr gab es beim Stadler ein recht entsetzliches organgenes Klapprad (anders kann man das nicht nennen) für 249 Euro. Das hatte gerade ein Vater-Tochter-Gespann erworben, als ich mein Bickerton X abholte, so kam ich in den "Genuss" das aus der Nähe zu sehen - keine schöne Erfahrung.

kurz: das Aldi-Rad wird wohl 50 - 100 Euro günstiger sein als ein Vergleichbares anderswo. Das sagt aber absolut nichts darüber aus, wie die Qualität ist und ob es zum eigenen Anforderungsprofil passt. Wenn man viel nachrüsten und umbauen muss kann trotzdem ein höherwertiges und teureres Modell aus anderer Quelle sich nicht nur als preiswerter sondern auch als billiger rausstellen.
berlinonaut
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Re: Was taugt das Aldi Faltrad?

Beitrag von berlinonaut »

Eckibaer hat geschrieben:
derMac hat geschrieben:,
Die spannende Frage wäre eher, wie viele davon wirklich genutzt werden. Wenn sie nur im Keller stehen gibt es auch keine Beschwerden. Hier im Forum gibt es jetzt gefühlt nicht besonders viele Aldiradfahrer und auf der Straße sieht man sie auch nicht sooo oft, aber ich wohn auch nicht in einer "Faltradgegend".

Mac
Ich denke, das trifft den Punkt. Laut Kundenmagazin eines örtlichen Fahrradladens wird das Durchschnittsfahrrad 200 km im Jahr bewegt. (Wo auch immer die diese Zahl her haben). Da halten dann Einfachst-Komponenten, die auf 1000-1500 km ausgelegt sind, über Jahre. Bei mir, und wahrscheinlich auch vielen anderen hier im Forum, liegt die jährliche Laufleistung mindestens um den Faktor 10 höher, und damit die Lebenserwartung solcher Komponenten im Monatsbereich.
Das ist genau der Punkt. Selbst wenn z.B. die Bohrmaschinen von Aldi und Lidl als brauchbar gälten bleibt der Handwerker doch bei Bosch blau, Makita und Hilti. Einfach weil seine Belastung der Gerätschaften eine andere ist. Wenn das Aldirad wunderbar dafür geeignet ist dass Oma zweimal pro Woche einen Kilometer zum Blumengiessen auf den Friedhof radelt (und wohl kaum jemand ihr dafür die Anschaffung eines Birdies nahelegen würde) wird das Rad wohl dennoch nicht als Reiserad oder ÖPNV-Hardcrore-Falter die Spitze der Evolution darstellen. Was nicht so schlimm ist, weil den Anspruch hat Aldi ja gar nicht. Das Zeug ist darauf ausgelegt, dass es extrem billig ist und man für das eingesetzte Kapital zumeist mehr Gegenwert bekommt als anderswo. Man kann mal Glück haben und ein solcher Artikel ist per minimalem Komponententausch gleich zwei drei Klassen höher angesiedelt und dann extrem preiswert, das ist aber eher die Ausnahme als die Regel. Ankommen wird man dennoch damit. Ich hatte vor vielen Jahren mal ein geschenkes, neuwertiges Baumarktrad (noch mit Stahlrahmen) der 199 DM Klasse als Stadtschlampe für den (kurzen) Weg zur S-Bahn. Im Prinzip hat es den Job gemacht und dafür auch ausgereicht, aber es hat bei jeder einzelnen Kurbeldrehung genervt, so dass ich froh war, als es endlich geklaut wurde. :lol: Ist halt immer eine Frage der Alternativen. Gäbe es die höherwertigen Räder nicht fänden wir alle den Aldi-Falter grossartig.
Adler28
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Re: Was taugt das Aldi Faltrad?

Beitrag von Adler28 »

berlinonaut hat geschrieben:Wenn man viel nachrüsten und umbauen muss kann trotzdem ein höherwertiges und teureres Modell aus anderer Quelle sich nicht nur als preiswerter sondern auch als billiger rausstellen.
Wenn ich die Rubriken "Umbau", "Leichtbau", Schönbau" hier im Forum querlese scheint das Nachrüsten und Umbauen sich ja nicht gerade auf Räder der unteren Preisklasse zu beschränken. Scheint also auch bei teureren Rädern, sagen wir mal, wünschenswert zu sein :lol:
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Re: Was taugt das Aldi Faltrad?

Beitrag von Pibach »

Pibach hat geschrieben:Aldi Cyco/Curtis sind wohl Mifa/Prophete und vrstl hergestellt in China, siehe auch Wikipedia: Liste_von_Fahrradherstellern
Das Aldi Curtis soll ja baugleich dem Alu-Rex 20" von Prophete sein, dass auch bei anderen Discountern verkauft wird (jeweils kleinere Abweichungen in der Ausstattung). Prophete produziert wohl hauptsächtlich in Indien und Rumänien. Bei dem sehr ähnlichen "Genießer 1.2" steht "hergestellt in Europa", also wohl Rumänien. Die Ähnlichkeit der Faltgelenke zu einigen Chinaprodukten sticht aber ins Auge, möglicherweise wird in Rumänien also nur zusammengebaut?
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Re: Was taugt das Aldi Faltrad?

Beitrag von Karsten »

Adler28 hat geschrieben:
berlinonaut hat geschrieben:Wenn man viel nachrüsten und umbauen muss kann trotzdem ein höherwertiges und teureres Modell aus anderer Quelle sich nicht nur als preiswerter sondern auch als billiger rausstellen.
Wenn ich die Rubriken "Umbau", "Leichtbau", Schönbau" hier im Forum querlese scheint das Nachrüsten und Umbauen sich ja nicht gerade auf Räder der unteren Preisklasse zu beschränken. Scheint also auch bei teureren Rädern, sagen wir mal, wünschenswert zu sein :lol:
Moin,
Da vermischt Du aber doch unterschiedliche Dinge.
Bei der Nachrüsung von Discount-Rädern geht's darum, die auf das Niveau von einfachen bis mittelprächtigen Marken-Faltern zu "heben",die evtl überhaupt dauergebrauchsfähig zu machen.
In den erwähnten Rubriken geht's oft darum Spitzen/Edelräder noch weiter zu veredeln. Und /oder um die pure Freude an selbigem.
Das sind also Debatten in einer gaanz anderen Liga.

Mit meinem vorherigen Posting, wollte vor allem darstellen, daß es durchaus rationale Erklärungen jenseits von "kann ja nur Schrott sein" gibt.
Mein erster Verdacht geht allerdings auch im allgemeinen in Richtung was Mac und Eckibaer beschrieben haben.

Gruß Karsten
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Re: Was taugt das Aldi Faltrad?

Beitrag von Adler28 »

Karsten hat geschrieben:Das sind also Debatten in einer gaanz anderen Liga.
Sicher. Ich sehe das allerdings eher als Image-Frage. Wie bei Mercedes vs. Skoda bei Autos, oder Perrier vs. Leitungswasser. Aber ist ja eigentlich egal, soll jeder fahren (oder trinken) was ihn glücklich macht.
Mein erster Verdacht geht allerdings auch im allgemeinen in Richtung was Mac und Eckibaer beschrieben haben.
Was das betrifft - wir werden sehen ob dein Wild Eagle und mein Mifa mit fünfstelliger km-Leistung noch fahren. Ich habe da wenig Bedenken.
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Re: Was taugt das Aldi Faltrad?

Beitrag von Pibach »

Adler28 hat geschrieben: Sicher. Ich sehe das allerdings eher als Image-Frage...
Geht ab einem gewissen Preissegment überwiegend nur darum, das Gewicht zu reduzieren, bei trotzdem hoher Stabilität. Siehe z.B. Shimano Serien von LX bis XTR, funktioniert alles durchaus ordentlich und unterscheidet sich hauptsächlich im Gewicht. Im MTB-Bereich ist es Daumenregel, für das "erste" Kilo weniger ca 500,- EUR einzuplanen, das zweite dann 1.000,- EUR usw.
Beim Faltrad kommt mehr Komplexität und Spezialanwendung ins Spiel und dabei sind dann einige mehr andere weniger "ausgereift". Durchdachte Konzepte für spezielle Faltradfälle hat man z.B. beim Brompton (Commuting) oder Bike Friday (Reise). Dahon scheint dagegen an "seinen" Modellen nicht so sehr auf Ausgereiftheit Wert zu legen, sondern ist eher ein Reseller. Die kaufen halt Produktionskapazitäten auf, im Portfolio ist also eher rein zufällig, was gerade am Markt günstig verfügbar war. Mal etwas provokativ formuliert. Die Strategie scheint für den mittleren Preisbereich aber durchaus erfolgreich zu sein.
Die ganzen Chinasachen (und das gilt wohl auch für Aldi, Prophete, Mifa, Edelweiß, usw) haben das Problem, dass sie a) den Billigsektor fokussieren und b) die Geometrie für größere Europäer nicht passt. Die "Qualität" ist ansonsten schon durchaus annehmbar und Preis/Leistung sogar ziemlich gut.
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Re: Was taugt das Aldi Faltrad?

Beitrag von berlinonaut »

Adler28 hat geschrieben:
Karsten hat geschrieben:Das sind also Debatten in einer gaanz anderen Liga.
Sicher. Ich sehe das allerdings eher als Image-Frage. Wie bei Mercedes vs. Skoda bei Autos, oder Perrier vs. Leitungswasser.
Zumindest für mich kann ich das ausschliessen. Abgesehen davon bist Du mit einem Faltrad auf der Imageskala eh schon so weit unten, da ist es dann auch egal welches Du fährst. :shock: Gegen einen Aldi-Falter sprechen für mich persönlich zwei Gründe:

1. Ästhetik. So billig das Zeug bei Aldi ist - Design hat noch nie zu deren Kriterienkatalog gehört. Das Brommi und auch das Bickerton X finde ich hingegen durchaus hübsch. Aber da hat sicherlich jeder eine andere Meinung.
2. Zuverlässigkeit und Nachhaltigkeit. Ich bin fester Anhänger des "wer billig kauft kauft zweimal" (und gibt damit meist in der Summe mehr Geld aus). Da Zeit ein knappes Gut ist kaufe ich lieber gleich was, von dem ich einigermassen sicher weiss, dass es meine Ansprüche erfüllt, auch wenn das ein bisschen teurer ist. Bei dem Aldikram hast Du halt die Funktionsliste, die mag dann auch passen - in den Details sieht die Welt u.U. wieder anders aus. Was nicht heisst, dass ich Perrier trinke (da nehme ich Leitungswasser) und statt Skoda würde ich persönlich vielleicht sogar eher Dacia kaufen. Wäre ich hingegen Aussendienstler mit 50t km/Jahr auf der Autobahn wäre es wiederum wahrscheinlich weder das eine noch das andere.
Mein erster Verdacht geht allerdings auch im allgemeinen in Richtung was Mac und Eckibaer beschrieben haben.
Was das betrifft - wir werden sehen ob dein Wild Eagle und mein Mifa mit fünfstelliger km-Leistung noch fahren. Ich habe da wenig Bedenken.[/quote]

Warum sollten sie auch nicht? Wenn ich aber überlege, wie oft mein Brommi gefaltet wird und wie genervt ich schon vom Tern/Bickerton bin im Vergleich was das angeht so ist für mich allein das ein absolutes Ausschlusskriterium für den Aldi-Falter. YMMV.
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Re: Was taugt das Aldi Faltrad?

Beitrag von Motte »

Das Aldi Curtis soll ja baugleich dem Alu-Rex 20" von Prophete sein,
Aber nur, wenn man beim Curtis die Kettenstrebe raus sägt und noch ein paar Rahmenrohre einlötet und das Faltgelenk nebst Gabel tauscht. :mrgreen:

Ab nach Fielmann... :P
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