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Blinker am Fahrrad?

Sattel, Reifen, Anhänger, Bekleidung...
Uli
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Re: Blinker am Fahrrad?

Beitrag von Uli »

Störung!
Zuletzt geändert von Uli am Sa Apr 14, 2012 4:04 am, insgesamt 1-mal geändert.
Pibach
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Re: Blinker am Fahrrad?

Beitrag von Pibach »

Uli hat geschrieben: Da habe ich allerdings auch vergessen zu schreiben, dass vielleicht mit den Regeln was nicht stimmt.
Das liegt in der Natur der Regeln, sie können oft gar nicht generell "stimmen" sodern sind situationsabhängig. Und oft wird bei der Kontrolle der Regeln das eigentliche Ziel völlig aus den Augen verloren.

Wir hatten hier in Berlin z.B. mal ein Aufgebot an Ordnungshütern (waren etwa 20 im Pulk), die am Halleschen Tor eine "Razzia" durchgezogen haben, dass keine Fahrräder auf dem Gehweg fahren. Witzigerweise ist das dort aber eine "totgelegte Brücke", also Fussgängerbereich, zwischen zwei Schnellstrassen. Die Radfahrer fahren da alle Schrittempo über die Brücke (bei Überqueren der Schnellstraßen muss man auf Grün an den Ampeln warten). Fußgänger gibt es da eigentlich nur wenige (ausser der Ubahn Station ist dort nichts). Nun haben die tatsächlich allen Radfahren 5,- EUR für "Fahren auf dem Gehweg" abkassiert. Tätsächlich erst gemeint. Nach einigen hundert abkassierten Radfahrern staute sich dann alles auf der Brücke und es ergab sich eine Bürgerbewegung gegen diese Art des Abkassierens.

Das hat aber mit Blinkern nichts zu tun ;)
Motte
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Re: Blinker am Fahrrad?

Beitrag von Motte »

Na, jedenfalls nur noch seehr indirekt mit Blinkern.

Natürlich wollte ich polemisieren.
Ich hätte auch sagen können, dass viele Lieferdienste einen Großteil der Regeln ignorieren, weil sie der Bequemlichkeit ihres Job`s entgegen stehen. Das geht 99 mal gut und einmal nicht.

Und ganz sicher neigen wir in Deutschland dazu viel zu viele Dinge zu regeln. Auf der anderen Seite sind die Menschen in Deutschland (keineswegs nur die "Ureinwohner", welche hier ein Leben lang gewohnt haben) aber auch so gepolt, dass sie immer Rechtsklarheit erwarten und verlangen. Wer auch immer versucht irgendwas einfacher zu gestalten begegnet sofort einer Armada von Lobbyisten, die diesen und jenen Spezialfall berücksichtigt haben möchten. Und Menschen, die z.B. später argumentieren das Schild "Fußgängerzone" sei 2 cm zu klein und 4 cm zu niedrig angebracht gewesen und es fehle eine bauliche Erkennbarkeit der Straße. Also wird beim nächsten Gesetzgebungsschwung auch das noch präzise geregelt.

Regeln geben immer nur Anleitung für den Allgemeinfall und selten präzise für deine spezielle Situation. Nur steht es Dir gar nicht zu selbst zu entscheiden ob Du in diesem Augenblick diese Regel für sinnvoll und nachvollziehbar hältst. Das kannst du nämlich gar nicht beurteilen.
Regeln sollen mögliche Konfliktsituationen ja so regeln, dass Du selbst ein Vertrauen darin entwickeln kannst, dass sie grundsätzlich beachtet werden. Nur dann nehmen sie es dir ab dich ständig neu in einer Situation orientieren zu müssen. Dazu müssen sie allgemein bekannt, verbindlich und leicht verständlich sein.

Gutes Beispiel, passend zur Jahreszeit.
Am linken Fahrbahnrand parken und halten. Macht hier in Essen fast jeder wie er will - ist natürlich nicht erlaubt - aber unheimlich bequem. Führt dann aber, gerade in der dunklen Jahreszeit dazu, dass Dir auf deiner Fahrspur ein KFZ mit aufgeblendeten Scheinwerfern entgegenkommt, von dem Du erst mal nicht genau weißt was es vorhat. Lässliche Sünde?

Natürlich gibt es immer - wie in Pibachs Beispiel - Fälle, wo man längst eine vernünftige Regelung hätte vornehmen sollen. Da kommt einem die "Kontrolle" wie Willkür vor. War sie möglicherweise auch, wenn man die "Initiativen" der Berliner Polizei gegen Radfahrer so anschaut. Auf der anderen Seite muss man auch als Radler einsehen, dass Fußgänger ein Recht auf Unversehrtheit haben. Und irgendwo muss man auch mal Ruhezonen haben, wo ein Kind laufen kann und einem Erwachsenen nicht schnelleres als ein anderer Fußgänger.
Pibach
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Re: Blinker am Fahrrad?

Beitrag von Pibach »

Motte hat geschrieben:Nur steht es Dir gar nicht zu selbst zu entscheiden ob Du in diesem Augenblick diese Regel für sinnvoll und nachvollziehbar hältst. Das kannst du nämlich gar nicht beurteilen.
Aber hallo! Als Mensch kann man die Situation ja meist besser beurteilen als der Gesetzgeber. Zum Glück geht es ja inzwischen auch aufgekärter bei der Rennleitung zu. Hab z.B. noch nie Schwierigkeiten mit meinem LED Licht bekommen, obwohl das keine STVO-Zulassung hat ;)
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Re: Blinker am Fahrrad?

Beitrag von Motte »

Da dachte ich auch an weit dramatischere Dinge wie Überholverbot, Geschwindigkeitsbeschränkungen, Durchfahrverbote, Parkverbote, rote Ampel und ähnliches mehr. Bei Radlern halt das Nutzen der falschen Straßenseite.
Die Polizei duldet gelegentlich recht viel (oder besser sie kümmert sich nicht drum). Das darf aber nicht zu dem Trugschluss verleiten es sei damit erlaubt. Wenn mal was schief geht und man sich mit einem Richter auseinandersetzten muss ist man gelegentlich bass erstaunt, was der einem da so plötzlich vorhält. Da muss man dann z.B. verblüfft zur Kenntnis nehmen, dass 50 Km/h nicht die Richtgeschwindigkeit für geschlossene Ortschaften ist sondern die maximal zulässige Höchstgeschwindigkeit. Ich wette dieser Satz kommt im Verkehrsalltag gar nicht vor. Mein Highlight in der Hinsicht war vor Jahren ein Urteil des OLG Düsseldorf. Das hab ich ausführlich gelesen, weil es dort am Rande um Helmpflicht ging. Dort wurden die Obliegenheitspflichten des Radlers im Bereich einer Bushaltestelle auseinander gepflückt. Und ehrlich - ich war heilfroh, dass es mich dort nicht erwischt hat, weil ich auch vieles von dem nicht so penibel beachtet hätte, was sie dem Radler dort vorwarfen.
Pibach
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Re: Blinker am Fahrrad?

Beitrag von Pibach »

Motte hat geschrieben:Da dachte ich auch an weit dramatischere Dinge wie Überholverbot,...
Ich sehe hier einen grundsätzliche Unterschied zwischen Autofahrer und Radfahrer. Ersterer bewegt eine potenzielle Tötungsmaschine (klingt hart, ist aber so). Und gefährdet andere ohne sich unbedingt selbst zu gefährden. Der Radfahrer ist dagegen an seiner Sicherheit sehr stark selber interessiert und gefährtet andere bei Regelverletzungen meist auch nur marginal (Ausnahmen bestätigen die Regel). Von daher sind die überwiegenden Regeln für Radfahrer recht unnötig (z.B. Dein 50km Höchstgeschindigeits-Beispiel). Werden zum Glück aber auch nicht wirklich verfolgt. Wenn Sie das würden, würde der Radverkehr stark abnehmen, hätte also den gegenteiligen Effekt, den die Regeln eigentlich hätten haben sollen (nähmlich den Verkehr sicherer machen, was in erster Linie heißt: mehr Radfahrer und dafür weniger Autofahrer)
Uli
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Re: Blinker am Fahrrad?

Beitrag von Uli »

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Pibach
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Re: Blinker am Fahrrad?

Beitrag von Pibach »

Uli hat geschrieben: Da würde ich aber gerne mal eine Statistik zu verletzten Fußgängern durch Radfahrer sehen!
Ja, würde mich auch mal interessieren. Statistisch erhoben werden aber wohl nur die Verkehrstoten. Ich glaub, die werden auch nicht wirklich nach Ursachen sortiert, gehe aber davon aus das davon unter 1% durch Radfahrer verursacht wurden.
Wenn Radfahrer auf dem Gehweg fahren, muss man erstmal nach der Ursache fragen. Vermutlich fühlen sie sich auf der Strasse zu gefährdet?
Uli
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Re: Blinker am Fahrrad?

Beitrag von Uli »

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Re: Blinker am Fahrrad?

Beitrag von TomK »

@Uli: Die Straße ist das ganze Konstrukt einschließlich der Gehwege und Parkplätze. Du meinst wahrscheinlich die Fahrbahn und da gehören Fahrradfahrer vorzugsweise hin.

Als Fußgänger hast du ja auf dem Radweg auch nichts zu suchen. Dies ist ein Hausgemachtes Problem durch kombinierte Rad-/Fußwege und Hochbordradwege. Man hat die Fahrradfahrer halt Jahrzehnte als Fußgänger behandelt, also haben sie irgendwann angefangen sich auch so zu benehmen. Jetzt wird es schwierig das wieder aus den Köpfen zu bekommen. :-(

Viele Fußgängerzonen sind für Fahrradfahrer freigegeben. Allerdings ist natürlich angepasste Geschwindigkeit und eventuell Absteigen angesagt. Häufig führen auch beschilderte Strecken des Fernradwegenetzes mitten durch Fußgängerzonen. Wenn man diese Umfahren würde, müsste man erst wieder den Weg zurück suchen. Als Ortsunkundiger eher ungünstig. Außerdem wirkt sich hier auch der Faktor von oben aus.
In vielen Städten gibt es mittlerweile ganz gute Radwegsysteme.
Welche?
Die werden oft missachtet, quer über Fahrspuren abgebogen usw. Und die Systeme sind letztlich auch zur Sicherheit der Radfahrer geschaffen worden.
Dies ist erlaubt. Wenn ich den Fahrradweg nicht folgen möchte muss ich ihn auch nicht nutzen.

Auch wenn ständig anderes behauptet wird: Fahrradwege sind nicht zu Sicherheit der Fahrradfahrer geschaffen worden, sondern zur Bequemlichkeit der Autofahrer. Auf dem Fahrradweg ist das Risiko statistisch höher als auf der Fahrbahn. Die häufigste Unfallursache ist der Rechtsabbieger am Fahrradweg. Gern gesehen auch der Fall über die Motorhaube eines ausfahrenden Fahrzeuges oder die Beifahrertür oder die Hundeleine, ...

Gute Fahrradwege sind sind nicht Fahrbahnbegleitend und möglichst Kreuzungs- und Einmündungsfrei. Ein Beispiel sind die Bahnradwege im Ruhrpott. Leider sind diese in DE normalerweise dann auch generell kombinierte Rad-/Fußwege und nicht asphaltiert.
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