Seite 2 von 7

Re: KampfradlerInnen, Blogspot

Verfasst: Do Okt 11, 2012 1:25 pm
von derMac
Motte hat geschrieben:Eigentlich sollen Regeln "Verlässlichkeit und Sicherheit" geben und es einem ersparen sich in jeder Situation neu orientieren zu müssen.
Nun haben gerade Radfahrer aber öfter mal das Problem, dass die Regeln ihnen weder Verlässlichkeit noch Sicherheit geben. Das geht bei benutzungspflichtigen Radwegen die mehr Gefahren als Vorteile bringen (z.B. weil sie auf der anderen Straßenseite sind, mitten auf eine unübersichtliche mehrspurige Kreuzung führen und dann enden - ich könnte die Liste endlos fortsetzen) über die Radfahrerampelregelung (wenn du die mit eigenen Worten aus dem Stand richtig erklären kannst bekommst du ein Bienchen) bis zu solchen Geschichten, dass zwar Kinder auf dem Fußweg fahren müssen, die begleitenden Erwachsenen das jedoch nicht dürfen - aber eine Aufsichtspflicht haben (Radfahren mit Kindern ist also praktisch nicht möglich). Ich fahre in meiner Wohngegend sehr Regelkonform Rahrrad (wenn man mal von der Beleuchtung absieht), aber auch nur, weil es ich keine Fahrradampeln gibt und auch benutzungspflichtige Radwege äußerst selten sind.

Mac

Re: KampfradlerInnen, Blogspot

Verfasst: Do Okt 11, 2012 1:33 pm
von superfalter
Muc-Falter hat geschrieben:
superfalter hat geschrieben:...Überall Blechhaufen wie eine grosse Herde Dinosaurier (wie ich die Riesenblechhaufen persönlich sehe) die sich behäbig bewegen und alles blockieren ob nun Fussgänger oder Radfahrer. ....
Diese Blechhaufen bewegen aber mehr Personen und Güter als Fahrräder. Und das relativ Wetterunabhängig das ganze Jahr über...
Fahrradfahrer werden jetzt schon viel weniger, bei Regen und im Winter siehst Du nur noch wenige. Diese steigen dann auch auf PKW und/oder bestenfalls auf ÖPNV um. Das bedeutet Fahrradfahrer entlasten den Verkehr nur temporär und es müssen andere Transportmöglichkeiten für sie weiter vorgehalten werden.
Etwa wie Solarenergie, nur passen Fahrradfahrer noch nicht mal in Akkus zur späteren Verwendung :mrgreen:
Heisst das es unverändert immer so sein muss ? Kein Mut zur Veränderung die vor allem nötig ist beim heranbahnenden OilPeak usw. ? Ein Drogenabhängiger wird auch immer sagen das er den Stoff braucht auch wenn er schadet.

Re: KampfradlerInnen, Blogspot

Verfasst: Do Okt 11, 2012 1:59 pm
von Sheygetz
Pibach hat geschrieben:... entscheiden, wenn die Anwendung der Regel in der Situation gar nicht sinnvoll war?
Du verstehst den Kern nicht wie deine Frage zeigt, aber da gibt es--Radfahrer oder nicht--leider sehr viele.

Die Sinnfrage stellt sich schlicht nicht.

Es kann und muß niemand entscheiden, ob die Regel irgendwann, irgendwo sinnvoll ist. Deshalb und dazu ist es ja die "Regel", treffender wohl das Gesetz, die Verordnung. Wir haben Gesetze, damit nicht jeder Döspaddel meint, ganz persönlich entscheiden zu können, ob er da noch vorbeikommt, es sehr eilig hat, doch eh niemanden stört, noch Platz war, und was der Ausreden mehr sind.

Man stelle sich vor, dein Arbeitgeber meint irgendwann mal, daß du eigentlich genug Geld hast, während er gerade ein Problem mit der Kreditlinie hat. Weswegen er halt mal ein Monatsgehalt ausläßt. Oder der Hummer fährt bei Rot, weil in Eile--nur dumm, daß dein Kind/ Enkel gerade auf dem Rad kreuzte. Es gibt immer mindestens einen, der meint, die Gesetze würden ihn über Gebühr oder einfach unnötig behindern oder benachteiligen. Und meistens mindestens einen anderen, der (potentiell) benachteiligt/ gefährdet wird.

Wer sich an Meister Ramsauer oder der Verkehrspolitik seiner Stadt stört, kann aktiv oder passiv Politik machen, dazu haben wir ja eine Demokratie. Aber so lange, er/ sie es nicht geschafft hat, die betreffenden "Regeln" geändert zu bekommen, genau so lange gelten sie für jeden. Das nennt man dann (Rechts)Staat. Und den würde ich gern behalten.

Hendrik

Re: KampfradlerInnen, Blogspot

Verfasst: Do Okt 11, 2012 2:02 pm
von Sheygetz
superfalter hat geschrieben:Ein Drogenabhängiger wird auch immer sagen das er den Stoff braucht auch wenn er schadet.
Fragt sich jetzt nur, wer der Junkie ist?
Ich denke, der Radler, der wild trötend durch die Baustelle geflitzt ist. Und du?

Hendrik

Re: KampfradlerInnen, Blogspot

Verfasst: Do Okt 11, 2012 2:04 pm
von Pibach
superfalter hat geschrieben:
Muc-Falter hat geschrieben: Fahrradfahrer werden jetzt schon viel weniger, bei Regen und im Winter siehst Du nur noch wenige. Diese steigen dann auch auf PKW und/oder bestenfalls auf ÖPNV um. Das bedeutet Fahrradfahrer entlasten den Verkehr nur temporär und es müssen andere Transportmöglichkeiten für sie weiter vorgehalten werden.
Etwa wie Solarenergie, nur passen Fahrradfahrer noch nicht mal in Akkus zur späteren Verwendung :mrgreen:
Heisst das es unverändert immer so sein muss ? Kein Mut zur Veränderung die vor allem nötig ist beim heranbahnenden OilPeak usw. ? Ein Drogenabhängiger wird auch immer sagen das er den Stoff braucht auch wenn er schadet.
Also ich finde an dem Argument ist was dran, denn Radfahren ist Wetter- bzw. Jahreszeitenabhängig. Mindestens ÖPNV Kapazitäten müsste man also entsprechend vorhalten, das stimmt und da lässt sich auch wenig dran ändern.

Re: KampfradlerInnen, Blogspot

Verfasst: Do Okt 11, 2012 2:05 pm
von Muc-Falter
Spätestens mit Einführung der City-Maut wird das Fahrrad noch stärker in den Vordergrund treten, aber solange nicht die Radwege überdacht und beheizt sind ;) wird das Wetter ein ausschlaggebender Faktor bleiben.

Re: KampfradlerInnen, Blogspot

Verfasst: Do Okt 11, 2012 2:11 pm
von Pibach
Sheygetz hat geschrieben:
Pibach hat geschrieben:... entscheiden, wenn die Anwendung der Regel in der Situation gar nicht sinnvoll war?
Du verstehst den Kern nicht wie deine Frage zeigt, aber da gibt es--Radfahrer oder nicht--leider sehr viele.

Die Sinnfrage stellt sich schlicht nicht.
Also hier hast Du offenbar mein Posting nicht so ganz gelesen oder verstanden.
Selbstverständlich sollten die Regeln einem Sinn dienen. Was denn sonst bitte?
Und in der theoretischen Rechtslehre wird diskutiert, wie das gehen könnte.
Das starre Kleben an Regeln ist nur eine Umsetzungsform.
In einer aufgeklärten Gesellschaft und speziell für das Radfahren vergleichsweise recht ineffektiv.
Da hast Du aber offenbar noch nicht drüber nachgedacht, oder?
Leider ist diese Meinung aber auch recht häufig vertreten ;)

Re: KampfradlerInnen, Blogspot

Verfasst: Do Okt 11, 2012 2:15 pm
von derMac
Sheygetz hat geschrieben:Die Sinnfrage stellt sich schlicht nicht.
Bei Gesetzen, die potentiell meine Sicherheit reduzieren, stellt sich die Sinnfrage für mich auf jeden Fall. Ich kann dann natürlich zu der Entscheidung kommen, dass man einfach nicht möchte, dass ich Rad fahre, und es bleiben lassen. Aber auch das ändert nichts daran, dass sich die Sinnfrage stellt. ;)

Mac

Re: KampfradlerInnen, Blogspot

Verfasst: Do Okt 11, 2012 3:27 pm
von Motte
Pibach schrieb.
Da hast Du aber offenbar noch nicht drüber nachgedacht, oder?
Leider ist diese Meinung aber auch recht häufig vertreten
meinte zwar nicht mich - aber - nich wahr, wir werden ja niemals persönlich :mrgreen:

Nur um dein Wissen mal zu erweitern:
Sich den Weg frei hupen und andere dadurch bedrängen ist keine Ordnungswidrigkeit, sondern eine Straftat namens Nötigung. Hätte sich der Bauarbeiter beim Erschrecken/Ausweichen verletzt, wäre daraus eine Körperverletzung geworden. Die Straße war gesperrt - es war ein erkennbarer Baustellenbereich. Das allein hätte schon Sorgfaltspflichten beim Radler ausgelösen müssen. Die Hupe ist an einem Fahrrad nicht zulässig, was vermutlich zu der Annahme führen dürfte, dass der Betreffende auch sonst recht aggressiv unterwegs ist. Wenn was passiert wäre, hätte der Radler gaaanz schlechte Karten gehabt.

Wer glaubt, dass eine Regelung durch ein Schild an (oder auf) der Straße den Radweg nicht erfasst - der wird auf dem Radweg entlang einer Vorfahrtstraße ja sicher auch immer "Rechts vor Links" beachten - das Schild Vorfahrtstraße kann dann ja auch nur für die Fahrbahn gelten :mrgreen:

Nee, wenn es nicht ausdrücklich ausgenommen ist, dann gilt so ein Zeichen immer für die Straße [/b.]Und zu der gehören die Fahrbahnen und die Fahrstreifen inklusive der Sonderwege (Bus/Radweg/Gehweg). Da empfiehlt sich mal ein anderer Blog http://www.fuehrerschein-blog.de/2007/0 ... e-strasse/

Zum Thema: "ich beachte nur was mir gefällt", sagt der BGH:

Denn der Verkehrsteilnehmer muss jedenfalls auch ein aus seiner Sicht unzweckmäßiges Verbotszeichen beachten, solange es nicht durch die zuständige Behörde oder das Verwaltungsgericht aufgehoben worden ist (BGHSt 26, 73 ff, 79).


Ich sage nicht, dass es keine unsinnigen oder überflüssigen Gesetze/Verordnungen gibt. Wir haben - gerade in Deutschland mehr als genug davon. Nur setzten sich viele ja nicht einmal mit der Sinnhaftigkeit der Regel objektiv auseinander. Und das wäre das Mindeste bevor man etwas für sinnlos erklärt. Oft genug ist die wahre Triebfeder aber schlichter Egoismus, wenn über Regeln gemeckert wird.

Re: KampfradlerInnen, Blogspot

Verfasst: Do Okt 11, 2012 4:30 pm
von Pibach
Motte hat geschrieben: Nur um dein Wissen mal zu erweitern:
Sich den Weg frei hupen und andere dadurch bedrängen ist keine Ordnungswidrigkeit, sondern eine Straftat namens Nötigung. Hätte sich der Bauarbeiter beim Erschrecken/Ausweichen verletzt, wäre daraus eine Körperverletzung geworden.
Also ich war ja nicht dabei, aber ich stell mir gerade vor wie sich der Baggerfahrer vor der Fahrradhupe erschreckt und vom Bagger fällt und dann denkt: "Warte Bürschchen, Dich verklag ich auf Nötigung". Schreckliche Straftat. Mit unzulässiger Hupe. Ich lach mich schlapp!
Also da prallen offenbar Welten aufeinander.
Ist aber auch gut, dass hier ein breites Spektrum vertreten ist.