Also lieber Freund Pibach,
Deine Aussagen zur Biomechanik sind sehr fragwürdig.
"Ist nämlich mitnichten so, dass eine feste Cadenz am effizientesten ist"
Parade reposte : Alle Stunden-Weltrekorde sind mit einer festen Kadenz von gut 100-105 U/Min. gefahren worden.
"da man unterschiedliche Muskelgruppen belastet und entlastet"
Parade reposte : Die Gruppe zur Bewegung der unteren Extremitäten bleibt, innerhalb der Gruppe gibt es eine Lastumlagerung : Die Oberschenkelmuskeln werden beim Wiegetritt stärker belastet. (Entsprechendes gilt für die Arm- und Rumpf-Muskeln).
Der Wiegetritt geht in Richtung Laufen, daß das für die Knie besser sein soll, ist mir unverständlich. Ich bin vorgestern auf einer 55 km-Runde einige Male Wiegetritt gefahren. Zu Anfang gehen 300 m und am Ende nur 100 m, bis man die Sache wegen Muskelübersäuerung abbricht. Ich kann mich erinnern, daß ich mich als junger Mensch leichter getan habe. Aber damals war ich aktiver Leichtathlet, die Oberschenkel hatten mehr Durchmesser ! Trotz 3000 km/Jahr Radeln befinde ich mich im abgestandenen Lebensalter !
Als medizinischen Unterlagen weiß ich, daß man für längeren Wiegetritt ein Spezial-Training braucht. Interessanterweise beinhaltet das, daß man mit unterschiedlichen Kadenzen und Entfaltungen fahren muß. Man muß also zuerst eine Schaltung haben, um die Schaltung abzuschaffen.
Ob Du mit einem Mix von 50% Sitztritt und 50% Wiegetritt auf einer Strecke von 55 km (Von Frohnau bis Lichtenrade) zurechtkommst, da hab ich so meine Zweifel. Aber vielleicht ist alles nur Theorie.
Notfalls hilft es ja, die Strecke nach den eigenen Bedürfnissen und Fähigkeiten auszuwählen.
Ist schon legitim, mach ich ja selber : Wenn ich mit 2,20 m Entfaltung unterwegs bin, versuche ich nicht 20 % Steigung zu fahren, dann ist bei 13 % Schluß.
"....möglichst einfach sein. D.h. auch am besten wenig Komplexität bei der Gangschaltung"
Ich weiß´nicht was zB an einer zeitgemäßen Schaltung ala i-Motion9, Alfine11 oder Rohloff Speedhub besonders komplex sein soll. An meinen drei i-Motion9 (5000 km, 2000 km, 1000 km) ist nichts Komplexes, im Gegenteil zusammen mit dem Chainglider bilden sie ein Schmiere-freies, Wartungs-armes und zuverlässiges System, daß für ein langes Leben der Kette sorgt (Prognose 20 000 km), für saubere Hosen beim Fahren und saubere Hände beim Falten und Transportieren.
Ich will nicht verschweigen, daß die Getriebenaben mit einem Gewichtsnachteil gegenüber einer Kettenschaltung und natürlich gegenüber einem Eingang leben müssen.
Aber für jemand, der zB die DualDrive (3-Gang !) wegen des angeblich so großen Gewichts (980 g) tadelt, andererseits keine Hemmungen hat, die mit Fliehgewichten ausgestattete Sram Automatix-Nabe (2-Gang; auch 980 g !) zu empfehlen, frage ich mich, ob nicht mit verschiedenen Maßstäben gemessen wird.
Aber, Du als Befürworter des Eingang-Antriebs, fährst in der Realität eine Getriebenabe und eine Kettenschaltung. Wie,bitte ,passt daß zusammen ?
Daher schlage ich vor, daß Du innerhalb des nächsten Jahres mal ein Eingang zusammenschraubst und uns dann über die tägliche Praxis ausführlich berichtest. Besonders über Knie-Belastung beim Wiegetritt bin ich neugierig, etwas aus erster Hand zu erfahren. Gegen einen Bericht über den Aufstieg zum Großglockner hätte ich auch nichts einzuwenden. Für den Abstieg stelle ich Dir einen Besenwagen zur Verfügung ! Warum wohl ?
MfG EmilEmil