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Ramsauer kippt angeblich Dynamopflicht

allgemein zum Thema Fahrräder
Pibach
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Re: Ramsauer kippt angeblich Dynamopflicht

Beitrag von Pibach » Do 1. Aug 2013, 12:53

derMac hat geschrieben: Ich kann nicht erkennen, dass Radfahrer sich mehr als über dem Gesetz stehend sehen als andere Verkehrsteilnehmer.
Also die "Rotlichtüberfahrquote" ist wohl deutlich höher als bei anderen Verkersteilnehmern, das dürfte unstrittig sein.
Die Radfahrer sehen sich deswegen aber nicht unbedingt als "über dem Gesetz stehend", sondern da war einfach frei und gut einsehbar und daher das Anhalten unnötig.
Ob das Anhalten da dennoch nötig gewesen wäre, da könnte man sich lange drüber auslassen.
Fakt ist jedenfalls, dass eine erstaunliche Quote der Ansicht ist, dass Nein.
Auch ansonsten wohl recht "gesetzestreue" Menschen aller Couleur, Omas/Opas, Schlipsträger usw, nicht nur typische "Fahrradrambos".
Scheint also eine sehr menschliche Verhaltensweise zu sein.
In Frankreich beispielsweise wird das traditionell relaxter gehandhabt.
Sowieso in den meisten Entwicklungsländern, wo ja sogar "wissenschaftlicht" bestätigt wurde, das unreglementierte Fahrweise effizienter ist.

Motte
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Re: Ramsauer kippt angeblich Dynamopflicht

Beitrag von Motte » Do 1. Aug 2013, 13:44

Ganz so "harmlos" (im Sinne von folgenlos) ist das in Berlin ja nun nicht. Rotlichtverstöße sind mit ca. 12.3 % an den Unfallursachen beteiligt. Die "freie Wahl der optimalen Fahrbahn" also der wilde Wechsel von Gehweg auf Radweg und Straße - um möglichst schnell vorwärts zu kommen - scheint sogar der Spitzenreiter bei den Gründen für Unfälle zu sein.

"......einfach frei und gut einsehbar und daher das Anhalten unnötig......" ist offensichtlich in vielen Fällen eine sehr subjektive Erkenntnis.

Quelle http://www.berlin.de/imperia/md/content ... er2012.pdf

Pibach
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Re: Ramsauer kippt angeblich Dynamopflicht

Beitrag von Pibach » Do 1. Aug 2013, 13:56

Motte hat geschrieben: "......einfach frei und gut einsehbar und daher das Anhalten unnötig......" ist offensichtlich in vielen Fällen eine sehr subjektive Erkenntnis.
Ja, klar.
Allerdings: das erhebliche Risiko, das ein Radfahrer dabei hätte (wenn es denn so hoch wäre), sollte ihn deutlich stärker motivieren, als jedes Gesetz. Lässt eigentlich nur die Schlussfolgerung zu, dass (eine Menge) Radfahrer a) das Risiko niedrig einschätzen und es tatsächlich sehr niedrig ist, oder aber b) niedrig einschätzen und sich dabei wohlmöglich (statistisch) grob verhauen.

In beiden Fälle würde eine weitere Reglementierung wohl nichts bringen. Bei b) evtl zusammen mit sehr druckvollen Maßnahmen zur Durchsetzung. Die müssten aber mehr Druck ausüben, als die Einschätzung des Gefährdungsrisikos, also erheblich sein. Wäre die Frage, ob das in der Bilanz dann positiv wäre. Aller Vorraussicht nach nein, denn es würden weniger Rad fahren, was einen erheblich negativen Effekt nach sich ziehen würd. Mein Standardargument, aber es ist sehr zutreffend.
Ich bezweifle aber dass b) zutrifft, eher a).

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Re: Ramsauer kippt angeblich Dynamopflicht

Beitrag von Motte » Do 1. Aug 2013, 16:21

ich halte, b) für realistisch. Typischer Fehler (bei Kindern ganz dramatisch) "ich sehe den doch, also muss der mich auch sehen". "der guckt mich doch an, also hat er mich gesehen". Es fehlt in vielen Fällen das Gespür dafür wie einen andere wahrnehmen.

Wenn ein Leo II aus der Gegenrichtung mit vollem Karacho 3 cm an einem PKW vorbei fährt, dann müssten z.B. die Autofahrer völlig entspannt reagieren und das für einen normalen Vorgang halten. Ist schließlich nichts anderes als das was sie täglich an eine Engpass machen, wenn da "nur" ein Radfahrer entgegen kommt. Und 100Kg gegen 1 1/2 Tonnen ist schließlich ähnlich wie 1 1/2 Tonnen gegen 75 Tonnen - oder nicht?

Der Volksmund hat da den Spruch "Was Du nicht willst das man Dir tu......" Das wäre nicht das schlechteste Motto für den Verkehr.
Ich glaube auch nicht, dass wir mehr Regeln brauchen - eher viel weniger. Das Leben wird dadurch aber komplizierter - wir müssen dann wieder selbst zahlreiche Entscheidungen treffen und mit anderen kommunizieren. Vorfahrt haben ist viel einfacher.

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Re: Ramsauer kippt angeblich Dynamopflicht

Beitrag von derMac » Do 1. Aug 2013, 16:28

Motte hat geschrieben:Ich glaube auch nicht, dass wir mehr Regeln brauchen - eher viel weniger. Das Leben wird dadurch aber komplizierter - wir müssen dann wieder selbst zahlreiche Entscheidungen treffen und mit anderen kommunizieren. Vorfahrt haben ist viel einfacher.
Ich denke, dass es nur scheinbar mehr Entscheidungen sind. In weiten Bereichen läuft das Leben eh nach "informellen" Regeln und am Ende entschiedet IMO sowieso immer das Unterbewusstsein. Aber die ganzen Fälle, wo die informellen Regeln den aufgeschriebenen widersprechen und man sich für eine von beiden Seiten "entscheiden" muss, fallen weg.

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Re: Ramsauer kippt angeblich Dynamopflicht

Beitrag von Dööörk » Fr 2. Aug 2013, 00:15

Pibach hat geschrieben: Also die "Rotlichtüberfahrquote" ist wohl deutlich höher als bei anderen Verkersteilnehmern, das dürfte unstrittig sein.
Ja. Aber der Satz gilt nur, wenn man ihn wörtlich nimmt ... weil Fußgänger bei Rot nicht fahren, sondern laufen.

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Re: AW: Ramsauer kippt angeblich Dynamopflicht

Beitrag von Pibach » Fr 2. Aug 2013, 01:05

Dööörk hat geschrieben:
Ja. Aber der Satz gilt nur, wenn man ihn wörtlich nimmt ... weil Fußgänger bei Rot nicht fahren, sondern laufen.
Meinst Du, dass Fußgänger da noch höhere Quote haben? Ich denke nein, denn da ist Anhalten einfacher, ausserdem queert man ja idR die Straße und das dauert auch etwas länger. Könnte aber ähnlich sein?

In Berlin ist das übrigens extrem Stadtteil abhängig. In Kreuzberg zähle ich eine Rotradelquote von nahe 100%, zumindest ohne die großen Kreuzungen, wer hält wird zur Verkehrsgefährdung , weil damit keiner rechnet. In der Peripherie wird dagegen akkurat praktisch immer Rot beachtet.

Gilt auch für viele andere Regeln. Heute hat mich sogar eine ältere Dame angeschnauzt, ich hab ne Rolltreppe benuzt - hatte dabei inline Skates an. Da war ich richtig baff. War am Ostkreuz unterwegs...

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Re: Ramsauer kippt angeblich Dynamopflicht

Beitrag von Dööörk » Fr 2. Aug 2013, 23:49

Gerade heute war ich wieder mal im großen Nachbardorf (Wedding und Mitte). Eine handvoll Radler, überwiegend vom Teenager bis Mitte 30, haben sich als Farbenblind erwiesen. Bei den Fußgängern waren es mehr als zehnmal so viele, quer durch absolut ALLE Altersklassen.

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Re: Ramsauer kippt angeblich Dynamopflicht

Beitrag von Motte » Sa 3. Aug 2013, 08:34

Belegen könnte ich es nicht - meine aber auch, dass die Quote bei Fußgängern höher ist. Das Risiko ist in jeder Hinsicht besser abschätzbar. Während vor zwei Jahrzehnten die Leute meist noch darauf verzichteten, wenn Kinder an der roten Ampel warteten, wird das heute sogar gemacht wenn überhaupt nur ein Kind dort steht. (und sonst niemand).
Grundsätzlich betrifft es aber alle. Hatte auch seinen Grund, warum vor Jahren das Bußgeld dafür drastisch gestiegen ist. In Mülheim ist aufgrund eines Unfallschwerpunktes ein Rotlichtblitzer an einer Kreuzung mit Autobahnzufahrt (nicht Auffahrt) installiert worden und hat laut Pressebericht in den ersten vier Tagen 279 Rotlichtfahrer erwischt. Kraftfahrer sind also scheinbar auch nicht ohne - aber vermutlich an Stellen, wo man das als Einzelner nicht so mit bekommt.

Wir sind ja heute alle so wahnsinnig eilig, dass es schlicht nicht hinnehmbar ist, sich von irgendwelchem Kleinkram (wie anderen Menschen, Fußgänger/ Radfahrer/ rote Ampeln) aufhalten zu lassen. (wobei es in den meisten Fällen, bei hohem Verkehrsaufkommen ohne Ampel noch viel länger dauert)
Es gibt ganz sicher auch noch zu viel Ampeln, welche unnötig die alte Verkehrs Hierarchie zementieren und Fußgänger/Radfahrer über Gebühr warten lassen (jenseits der Logik von Räumzeiten). Mein Lieblingsbeispiel steht in Bottrop (Sterkrader Straße/ im Berkram) - an der Ausfahrt eines kleinen Altenheimes haben die Autofahrer Dauergrün und die Fußgänger und Radfahrer (natürlich mit nutzungspflichtigem, rot markiertem und zweifach beschildertem Radweg) eine Bettelampel. Unsinniger geht es nicht mehr.

Den Schwachsinn kann man hier bewundern: https://maps.google.de/maps?q=Bottrop+W ... 4,34.495,0

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Re: Ramsauer kippt angeblich Dynamopflicht

Beitrag von bikeingold » Sa 3. Aug 2013, 09:25

Hi,

na ja - Rote Ampeln. Ich bitte euch! Wenn ich als Fußgänger zum Überqueren einer vierspurigen Straße (also ca. 15m Wegstrecke) 4 Minuten benötige, weil der Übergang durch eine Verkehrsinsel zweigeteilt ist und der eine Übergang rot wird wenn der andere auf Grün schaltet...
...ich deswegen meinen Bus, Zug verpasse,... 1,5-2 Minuten "geschützt" durch eine kleine Verkehrsinseln inmitten von >50km/h fahrenden Fhzg. stehe...

...also da muss sich wirklich niemand wundern, wenn die Ampel ignoriert wird, oder? Solche Beispiele gibt es in Köln aber auch in Wtal leider immer noch zuhauf. Hier direkt vor meiner Haustür ist eine Kreuzung mit sogenannter Bedarfsampel für Fußgänger. Wenn du da auch nur eine Sekunde zu spät deinen Bedarf anforderst musst du einen kompletten Umlauf warten bevor Grün wird. Komischerweise wird in diesem Umlauf dann auch die Seitenstraße berücksichtigt (also für Fhzg. auf Grün geschaltet), wenn gar kein Fhzg. da steht. Stehe ich aber in dieser Seitenstraße mit dem Fahrrad auf der Kontaktschleife und es fordert kein Fußgänger Bedarf an, wird diese Ampel im Durchlauf nicht berücksichtigt. Sorry, aber bei so einem offensichtlichen Schwachsinn müssen sich die Flietzpiepen in der Verwaltung wirklich nicht wundern....

Oder wenn ich an einer Kontaktschleifen-LSA als Radfahrer gar kein Grün bekomme bevor nicht ein KFZ über die Kontaktschleife fährt...

... so was habe ich auf meinem Arbeits(rück)weg gleich zweimal. Andere Wege wären mit riesigen Umwegen verbunden und ... Also ich habe da zwar ein "schlechtes Gefühl" wenn ich diese LSA ignoriere oder kreativ umfahre (z. B. ausweichen auf Gehweg, nächste Hauseinfahrt auf die Fahrbahn abbiegen o.ä.). Aber sicher nicht weil ich gegen (in diesem Fällen nicht einhaltbare) Regeln verstoße, aus eigenem Interesse gestalte ich das schließlich so, dass niemand gefährdet wird, sondern wegen den drohenden Strafen im Erwischensfall. Wohlwissend dass die in Dland um sich greifende Bürokratie nicht zugänglich für Argumente ist. Wenn es nach "denen" ginge müsste man halt an der roten Ampel warten, warten, warten....

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Ingo

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