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Optimales Faltkonzept?

Alles zum Thema Faltrad/Rad.
Pibach
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Optimales Faltkonzept?

Beitrag von Pibach » Mo 7. Sep 2015, 17:12

Ich hab mal paar Faltkonzepte gezeichnet.

1) Reifen neben den Rahmen ist inspiriert durch das Dahon Curl. Kein Anspruch auf exakte Maße, soll ungefähr 18" Reifen und einem typischen 57cm Oberrohr entsprechen. Wobei die Idee, die Hinterbauschwinge auf die Antriebseite zu falten (alte Version des Curl) nicht klappen kann, wegen Kollision mit dem Kettenblatt. Aber auf die Nichtantriebseite wird das sehr schon kompakt, wie die Skizze veranschaulicht. Hier wäre auch Platz für eine Kettenschaltung. Wesentlicher Nachteil wäre der S-förmig gebogene Hauptrahmen. Unschön.

2) Reifen unter den Rahmen - inspiriert durch Birdy, Bike Friday oder Bernds. Hier 20" Reifen. Man sieht, dass das bereits recht kompakt ist, auch wenn man den Hauptrahmen gar nicht faltbar macht - sogar wenn man das Vorderrad drin lässt. Wesentliches Feature wäre hier eine Arretierung des Faltmechanismus so dass man das Rad auf den Rädern rollen kann. Vorderrad raus und (achsversetzt) angelegt wird es naherzu "optimal" kompakt. Weiter ist das so "druckstabil", also Reifen liegen satt an so dass sich bei Druck nicht so leicht Teile verbiegen.

3) das ganze geht natürlich auch ohne Schrägversatz, also wie etwa beim Bernds. Dann muss dass Hinterrad im Schiebemodus allerdings etwas früher arretiert werden, damit die in einer Flucht bleiben. Dafür kann der Lenker nach innen gefaltet werden, das Vorderrad dann außen drauf (Skizze folgt). Das ist imho sehr nah an einem möglichen "Optimum". Bernds müsste das nur mal besser vermarkten ;) Und an einigen Detail feilen (z.B. die angesprochene Arretierund, und gebogenes Oberrohr würde etwas im Faltmaß bringen).

PS: Ich hab hier erst mal Schutzbleche ignoriert.
Dateianhänge
Unbenannte Zeichnung (4).jpg

Pibach
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Re: Optimales Faltkonzept?

Beitrag von Pibach » Mo 14. Sep 2015, 15:56

Hier eine 4.) Variante: Reifen falten schräg unter. Dabei neben den Rahmen (statt darunter, wie in Fall 2) bzw. 3). Und der Rahmen bleibt gerade (statt S-bend wie in Fall 1). Und ohne Gelenk im Hauptrahmen.
Dazu muss das Hinterrad weiter nach vorne gefaltet werden, damit der Schrägwinkel nicht zu groß wird. Kommt dann aber schick so neben die Gabel, so dass da auch noch der Lenker mittig dazwischen passt. Und lässt im "Quick Fold" noch genug Lücke, so dass man das Vorderrad beim Schieben noch gut mitlenken kann. Zum (seltenen) "Compact Fold", wird das Vorderrad rausgenommen und angelegt. Das wird vergleichbar kompakt wie mit Hauptrahmengelenk, ist aber leichter und stabiler.

Für 20" wäre das mein favorisiertes Faltkonzept.
Dateianhänge
Unterfaltung versetzt, straight Rahmen (2).jpg

Pibach
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Re: Optimales Faltkonzept?

Beitrag von Pibach » Di 15. Sep 2015, 11:16

Beispiele:
Tian's Rhine von hier:
Bild

Das ist soweit ich das kenne das Rad mit der besten Parallelstellung der Räder, die auch recht schön nah an den Rahmen herankommen. Wobei es mit ein paar kleinen Änderungen recht nah an ein "Optimum" kommen könnte, siehe meine Vorschläge hier.

Man kann auch erkennen, dass zwischen den Reifen noch Platz für mittiges, unterachsiges falten des Lenkers wäre, wenn man Nabenschaltung statt Kettenspanner verwenden würde. Hier würde ich einen URT Hinterbau vorschlagen, also etwa so wie bei den Anemos Yacht Modellen (siehe Bild unten). Allerdings müsste der Drehpunkt direkt hinter das Sattelrohr statt davor. Damit entfällt der Kettenspanner. Die Kette kann nicht abspringen. Und - noch ein Bonus - rotiert die Kurbel etwas zentraler beim Falten, was das Faltmaß noch mal etwas reduziert.
Bild

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Re: Optimales Faltkonzept?

Beitrag von alterfalter2 » Mi 16. Sep 2015, 14:48

@ Pibach
"Das ist soweit ich das kenne das Rad mit der besten Parallelstellung der Räder"

Parallel ist was anderes, Pibach - dies ist höchst druckempfindlich und für den Transport im Flugzeug ohne Koffer ungeeignet. Wenn Du einmal parallel stehende Räder bei einem gefalteten Faltrad betrachten möchtest, rate ich Dir zu einem Blick auf das Brompton.

Gruß TIL

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Re: Optimales Faltkonzept?

Beitrag von TomK » Do 17. Sep 2015, 11:59

... Das ist soweit ich das kenne das Rad mit der besten Parallelstellung der Räder ...
Nope, nicht mal annähernd. Strida und die div. IF Modelle mit einseitiger Radaufhängung stellen die Räder komplett nebeneinander.

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Re: Optimales Faltkonzept?

Beitrag von Pibach » Do 17. Sep 2015, 12:43

Äh, das ist doch offensichtlich.
Das sind 2 Beispiele für Variante 4.

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Re: Optimales Faltkonzept?

Beitrag von EmilEmil » Do 17. Sep 2015, 14:33

Erstmal, @P.Pibach,
schönen Dank für die Skizzen und die Erläuterungen.
Ich weiß, daß man ein Weitstrecken-taugliches Faltrad mit 20" Rädern bauen kann (Freihandfahrbar 8-) .
Das braucht nur ein Faltgelenk am Hauptrahmen und der Primärkettentrieb braucht nicht zusammengeschoben werden. Beim Einbau einer Nabenschaltung kann die Kette auch vollständig gekapselt werden. Beim Einbau einer 1x11 Kettenschaltung oder einer Dualdrive-Konfiguration ist wenigstens Teilkapselung möglich. Da wird zumindest das Kettenblatt gegenüber Partikeln und Wasser geschützt (Die Hosen der Radlerin auch !). Die Standfestigkeit einer Kette sagt dann nach 20 000 [km] höflich: Danke :!:
Ein mögliches Faltmaß ist in dem Fall 77 [cm] x 66 [cm] x 33 [cm] .
Ein großer Koffer von Samsonite (Cosmolite 86 [cm]) hat die Maße 86 [cm] x 58 [cm] x 36 [cm] .
Dieser Koffer-Hersteller sollte mit seiner langjährigen Erfahrung schon wissen, welche Maße ein Koffer haben sollte. Nicht die Länge 86 [cm] oder Tiefe 36 [cm] sind problematisch, wenn man die Maße auf ein Faltrad projeziert (Ein Faltrad sollte ähnlich getragen werden können), sondern die Höhe (58 [cm]). Nach meinen Überlegungen kann man diese Höhe nur mit 16" Rädern erreichen ebenso wie das Dreikantenmaß von 158 {cm].
Eine Höhe unter 60 [cm] scheint das Maß für ein Schließfach am Bahnhof zu sein. Notfalls kann man hier vielleicht ein 20" Faltrad diagonal plazieren (Konnte ich am Bahnhof leider nicht ausprobieren, weil das 20" Faltrad nicht zu Handen war). Das Brompton erfüllt diese von mir genannten Anforderungen nicht erst heute, sondern seit Jahrzehnten. Da muß man aber gewisse Einschränkungen akzeptieren.
Es ist bekannt, daß ich diese Unten-Durch-Falterei nicht mag.
Wenn man schon das Brompton nachkupfert, sollte man die Einschränkungen beseitigen und nicht das Konzept übernehmen und verschlimmbessern.
Bei vielen Falträdern mangelt es zB an der Standsicherheit nach dem Falten und Abstellen; das muß nicht sein, es genügt, sich über die Schwerpunktlage des gefalteten Pakets einige Gedanken (Ja Messen geht auch) zu machen und dann evtl eine leichte Abweichung der Drehachse des Gelenks vorzusehen, um einen Stütz-Effekt zu bekommen. Richtig gemacht, erschlägt man damit auch den Kulissen-Effekt ( Achse geht nicht genau auf Achse).
Aber nicht drauflos konstruieren und dann wegen Fertigungs-Ungenauigkeiten (-Unfähigkeiten ?) den Effekt haben, daß das Rad erst recht umfällt.
Wenn ich aber sehe, was beim Weltmarktführer da zusammengebastelt wird, bin ich froh, daß es einen Mantel der Faltradliebe gibt.

MfG EmilEmil

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Re: Optimales Faltkonzept?

Beitrag von Pibach » Do 17. Sep 2015, 16:39

EmilEmil hat geschrieben: Es ist bekannt, daß ich diese Unten-Durch-Falterei nicht mag.
Hier Skizze für Variante 5, also Seitenfalter mit Gelenk im Hauptrahmen. Variante 6 ist dabei Vorderrad achsversetzt, so dass die Räder etwas näher zusammen kommen. Hier beides Antrieb und Lenker in die Mitte faltend.

Um die Räder eng aneinander zu bekommen sollte der Lenker unterachsig gefaltet werden. Das geht allerdings nicht mit Schaltwerk, wäre nur für Nabenschaltung. Für die Skizze habe ich mal angenommen, dass das passt, also kein Schaltwerjḱ verbaut und Lenker lang genug, um unterachsig zu kommen. Das resultiert dann in einer relativ aufrechten Haltung - etwas Geschmackssache. Damit ein etwas kürzerer Lenker unterachsig kommt, müsste man etwas anderen Faltwinkel machen als bisher an den Dahons üblich, der würde also nicht parallel zum Boden, sondern etwas diagonal stehen, das kollidiert dann aber mit dem Antrieb. Andere Möglichkeit wäre Seitenfalter mit 16" Rädern, da käme ein "normallanger" Lenker auch unterachsig. Die bisherige Lösung von Dahon, teleskopierbaren Lenker finde ich zu spiddelig und Verstellen bei jedem Faltvorgang auch zu umständlich. Außenfaltender Lenker wäre wieder zu sperrig. Dahons falten auch die Nichtantriebsseite nach innen, Antrieb nach außen. Das umgeht zwar die Kollision eines innenfaltenden Lenkers mit einem Schaltwerk, hat aber andere (offensichtliche) Nachteile.

Anders als beim Untenrumfalten muss man bei den Seitenfaltern für den Compact Fold beide Räder rausnehmen. Beim Räder Anlegen ist dann die obere Hinterbaustrebe im weg, da die zentral durch das gefaltete Rad geht, die müssen also auf die selbe Seite. Insgesamt wird das nicht ganz so kompakt, siehe Skizze. Realbild meines Mu siehe hier.

Der Quickfold ist ähnlich vom Volumen wie bei den Unterfaltern, aber breiter. Für das Anlehnen an eine Wand ist aber vor allem schmales Falten wesentlich.

Weitere Unterschiede: Zum Schieben im gefalteten Zustand muss man dann eine Seite anheben und das etwas angekippt rollen. Zum Abstellen muss man immer die Sattelstütze einschieben, als dritten Aufstandspunkt. Das ist kein großes Problem, aber wenn es um "Optimierung" geht schon etwas nachteilig.

Ansonsten ist anzunehmen, dass Untenfaltung etwas steifer wird, da die Drehachse durch das Rahmendreck abgestützt wird. Beim Faltgelenk im Hauptrahmen ist dagegen nur eine schmale Abstützung möglich. Zumindest so wie das bisher konstruiert wird. Pacific hat mit dem IF Reach allerdings gezeigt, dass man bei Seitenfaltern das Hauptrahmengelenk auch stabiler auslegen kann.
Dateianhänge
Seitenfalter achsversetzt (3).jpg

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Re: Optimales Faltkonzept?

Beitrag von Pibach » Mi 21. Okt 2015, 02:35

Hier hab ich noch ein sehr schönes Beispiel für Variante 4 gefunden. Ein GE CYCLES Phantom-R:

Bild
Bild
Bild

Von hier.

Hier viele Photos.
Hier ist auch eine Reise-Photostory.

Den Rahmen kriegt man auch auf taobao. Hier.

Edit: oder geht es nur ums Umlackieren?

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Re: Optimales Faltkonzept?

Beitrag von EmilEmil » Sa 24. Okt 2015, 00:08

Eines von den vielen Brompton-Nachbauten mit dem Verschlimmbesserungs-Effekt.
Zwar gibt es beim Rahmen durchaus ambitionierte Rahmenbaukunst und größere Laufräder, im Endergebnis steht ein Faltmaß von Länge > 1,00 [m], Höhe von > 90 [cm] und Tiefe von > 40 [cm] zu Buche.
Die Hinterbau-Kinematik führt beim Ausfedern zum Pedalschlag und beim Erklettern von größeren Steigungen und beim Wiegetritt zum Klappmesser-Effekt (Die Reaktionskraft des Kettenzugs geht auch nicht annähernd (bei keinem der eingelegten Gänge) durch die Drehachse der Kettenstreben).
Die schräge Achse des Hinterbaus beim Einfalten findet nicht meinen Beifall. Um das Abfallen der Kette (das Kettenblatt bleibt parallel zur Symmetrie-Ebene) beim "Unten-Durch-Falten" zu verhindern, hat man der Kette am Kettenblatt eine Haltespange verpaßt. Auch das findet nicht meinen Beifall.
Fazit: Überflüssig oder die gemachten Schularbeiten überarbeiten.
Wer schon meint, ein Rad müsse Federung haben, sollte nicht unbedingt hinten anfangen. Wenn das sogar der gemeine Mtb-ler (Hardtail kam vor dem Fully) mitgekriegt hat, sollte das dem Faltradler genauso recht sein.

MfG EmilEmil

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