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Eine Reifenpanne jagt die andere. Pech? Systemfehler? Zufall?

Birdy, BD-1, Frog
Raffineur
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Pannenschutzeinlagen und Rollwiderstand

Beitrag von Raffineur » Di 1. Aug 2017, 11:03

Die laufen noch mal schlechter als integrierte Schutzschichten - deshalb wird das ja gemacht.
Da kann ich mir auch andere Gründe vorstellen. Werbung/Marketing/Verkauf zum Beispiel. Mir scheint es immer noch schlauer, eindringende Hindernisse nach dem Motto "mit Intelligenz kommt man weiter als mit Gewalt" zu entschärfen und nach innen auszuweichen als sich mit großem Materialaufwand gegen sie zu wehren. Zum Rollwiderstand der 2-mm-Einlagen kann ich nichts sagen, zu den 0,5 mm dünnen aber schon. Ich bin mir fast sicher, die meisten Radler würden bei einem Blindtest mit jeweils 6 bar keinen Unterschied bemerken. Und selbst wenn: Nach meiner Erfahrung bremst der Luftwiderstand weit stärker als der Rollwiderstand der Reifen. Weshalb ich jetzt mit einem Bullhorn-Lenker liebäugle.

berlinonaut
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Re: Pannenschutzeinlagen und Rollwiderstand

Beitrag von berlinonaut » Di 1. Aug 2017, 13:05

Raffineur hat geschrieben:
Di 1. Aug 2017, 11:03
Die laufen noch mal schlechter als integrierte Schutzschichten - deshalb wird das ja gemacht.
Da kann ich mir auch andere Gründe vorstellen. Werbung/Marketing/Verkauf zum Beispiel.
In der Tat. Vorteil für die Pannenschutzreifen gegenüber den Pannenschutzbändern ist die komfortablere und deppensichere Anwendung. Ein Pannenschutzband kann ja bei trotteliger Verwendung u.U. mehr Schaden als nutzen... Ansonsten bin ich da bei Dir:
- eine Pannenschutzeinlage kann ich mehrfach verwenden, die im Reifen eingebaute muss ich bei jedem Reifen neu kaufen. Umsatz für den Hersteller.
- Die Pannenschutzeinlage kann ich von diversen Herstellern kaufen (und sie werden idR eben gerade nicht von den Reifenherstellern angeboten) - den Pannenschutzreifen muss ich logischerweise vom Reifenhersteller kaufen. Umsatz für den Hersteller.
- Mit Pannensicherheit lässt sich werben - siehe den Ruf des und die Werbekampagnen für den Schwalbe Marathon. Umsatz für den Hersteller.
etc. etc.

In Abwesenheit von Daten mal eben fluchs zu behaupten "das ist Allgemeinwissen" macht Pibach zwar gerne mal, ist aber noch nie ein valides Argument gewesen. Dass, das dickere Pannenschutzstreifen im Reifen mehr Walkarbeit verursachen und damit mehr Kraft vernichten können als dünne Pannenschutzstreifen hingegen sehr wohl. Der M+ ist in meinen Augen ein echter Mühlstein - ich hatte den mal an einem Grossrad, verzweifelt ob ständiger Pannen wegen Scherben. Pannen hatte ich danach keine mehr, aber Fahrspass auch nicht. Dafür ein zusätzliches Fitnessprogramm... ;)
Dennoch halte ich je nach Anwendung und Nutzer einen stabileren Reifen für durchaus sinnvoll. Der Kojak ist nun mal drastisch anfälliger als ein Marathon. Wenn mich gelegentliches Flicken nicht stört (oder meine Strecken problemlos sind) fahre ich den Kojak gerne, weil er schnell ist. Wenn die Strecken mies sind, ich keine Lust auf Flicken habe oder wenn zuverlässig pünktlich und sauber ankommen wichtiger ist als das letzte Quäntchen Geschwindigkeit, dann eben was Stabileres - in der Regel eine Decke mit Pannenschutz. Und meiner Mutter würde ich den Kojak auch nicht auf's Rad machen....
Einlagen werde ich demnächst mal ausprobieren im Kojak - liegen habe ich sie schon einige Zeit. Ich empfinde nämlich auch den normalen Marathon als Kraftvernichtungsmaschine und habe Hoffnung, dass die Pannenschutzeinlagen da einen Ausweg bieten können. Ich glaube nämlich nicht, dass sie wegen Ineffizienz nicht gängig sind (dann gäbe es sowas wie den Marathon+ wohl gar nicht) sondern wegen des Montagekomforts. Der Durchschnnittsradler dürfte davon tendenziell überfordert sein - zu viel Komplexität. Der kriegt ja noch nicht mal seine Kette geölt, seine Gänge geschaltet oder seinen Sattel eingestellt.

Pibach
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Re: Pannenschutzeinlagen, Tannus-Reifen

Beitrag von Pibach » Di 1. Aug 2017, 13:38

Raffineur hat geschrieben:
Mo 31. Jul 2017, 11:10
Als absolut sichere Alternative gäbe es noch die luftlosen Tannus-Reifen...
Gibt dazu hier einen Thread. Patrick hatte die drauf. War nicht begeistert.

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Re: Pannenschutzeinlagen, Tannus-Reifen

Beitrag von Raffineur » Di 1. Aug 2017, 14:06

Pibach hat geschrieben:
Di 1. Aug 2017, 13:38
Raffineur hat geschrieben:
Mo 31. Jul 2017, 11:10
Als absolut sichere Alternative gäbe es noch die luftlosen Tannus-Reifen...
Gibt dazu hier einen Thread. Patrick hatte die drauf. War nicht begeistert.
Danke für den Tipp. Habe mich gerade durchgelesen. Allerdings ist der Thread schon vier Jahre alt, und inzwischen verwendet Tannus "Aither 1.1", das weniger Rollwiderstand als 1.0 aufweisen soll. Es hat halt alles Vor- und Nachteile. Hatte ich ja alle aufgezählt. Es kommt schlußendlich auf einen Versuch an. Wenn ich nur einen Händler finden könnte, der ein Tannus-bereiftes Testrad hat :roll: Und nicht gerade in Berlin sitzt ;)

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Re: Pannenschutzeinlagen, Tannus-Reifen

Beitrag von Pibach » Di 1. Aug 2017, 14:23

Raffineur hat geschrieben:
Di 1. Aug 2017, 14:06
Allerdings ist der Thread schon vier Jahre alt, ...
Wegen der fehlenden Vorspannung gegenüber Luftreifen kann so ein PU Reifen prinzipiell nur entweder wesentlich härter sein, um gleiche Walktiefe zu erhalten, oder er walkt eben mehr und verliert damit Energie.

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Re: Eine Reifenpanne jagt die andere. Pech? Systemfehler? Zufall?

Beitrag von Raffineur » Di 1. Aug 2017, 14:27

Wegen der fehlenden Vorspannung gegenüber Luftreifen kann so ein PU Reifen prinzipiell nur entweder wesentlich härter sein, um gleiche Walktiefe zu erhalten
Von mir aus gerne etwas härter. Das ist der Vorteil, wenn man Fullys fährt: Daß der Reifen nicht federn muß, sondern die Federung für den Komfort zuständig ist. Von Kopfsteinpflaster mal abgesehen.

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Re: Eine Reifenpanne jagt die andere. Pech? Systemfehler? Zufall?

Beitrag von Pibach » Di 1. Aug 2017, 14:44

Raffineur hat geschrieben:
Di 1. Aug 2017, 14:27
Das ist der Vorteil, wenn man Fullys fährt: Daß der Reifen nicht federn muß, sondern die Federung für den Komfort zuständig ist.
Eine Federung kann nur niederfrequente Stöße abmildern. Alles Hochfrequente kommt trotzdem durch. Nicht nur Kopfsteinpflaster. Außerdem verschlechtert sich mit härteren Reifen auch die Traktion/Bodenhaftung, Nässe und Schlick werden brandgefährlich und auf weichen Wegen (Feldwege/"Waldautoban" etc) steigt der Widerstand enorm.

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Re: Eine Reifenpanne jagt die andere. Pech? Systemfehler? Zufall?

Beitrag von Raffineur » Di 1. Aug 2017, 15:03

Eine Federung kann nur niederfrequente Stöße abmildern. Alles Hochfrequente kommt trotzdem durch. Nicht nur Kopfsteinpflaster. Außerdem verschlechtert sich mit härteren Reifen auch die Traktion/Bodenhaftung, Nässe und Schlick werden brandgefährlich und auf weichen Wegen (Feldwege/"Waldautoban" etc) steigt der Widerstand enorm.
Ist mir alles bekannt. Trotzdem danke. Ich dachte immer, ich würde von der Federung am Jetstream wenig spüren. Bis ich mal eine Proberunde mit einem Brommi gefahren bin. Die hat mich eines Besseren belehrt und mir drastisch vor Augen geführt, wie verwöhnt ich bin ;) Hochfrequenz hin, Niederfrequenz her. Natürlich sind auch 20-Zoll-Räder von Natur aus komfortabler als 16-Zöller. Insofern ist der Vergleich unfair.

Es gibt nicht die perfekte Lösung für alle Fahrsituationen. Ich fahre meistens bei trockenem Wetter auf Asphalt, und zwar längere Strecken (meistens 80-90 km pro Ausflug, unlängst 145 km pro Tag und Richtung). Wegen eines gelegentlichen Waldwegs lasse ich jedenfalls keine Luft aus dem Reifen, sondern nehme mir 30 Sekunden mehr Zeit. Und als ich kürzlich in einen sintflutartigen Regen geriet (hatte von der Unwetterwarnung nichts mitbekommen), hatte ich keine Sekunde Sorge, daß die Reifen den Fahrbahnkontakt verlieren könnten. Mit "großen Äpfeln" hätte ich wahrscheinlich Panik bekommen ;) Die könnten ganz schnell zu "Schwimmreifen" mutieren :lol:

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Re: Eine Reifenpanne jagt die andere. Pech? Systemfehler? Zufall?

Beitrag von Pibach » Di 1. Aug 2017, 15:18

Raffineur hat geschrieben:
Di 1. Aug 2017, 15:03
Ich dachte immer, ich würde von der Federung am Jetstream wenig spüren. Bis ich mal eine Proberunde mit einem Brommi gefahren bin.
Wesentlicher Faktor sind die Reifen. Federung bringt auf Straße tatsächlich sehr wenig, kostet aber Gewicht und Vortrieb.

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Re: Eine Reifenpanne jagt die andere. Pech? Systemfehler? Zufall?

Beitrag von Pibach » Di 1. Aug 2017, 15:33

Raffineur hat geschrieben:
Di 1. Aug 2017, 11:03
Die laufen noch mal schlechter als integrierte Schutzschichten - deshalb wird das ja gemacht.
Mir scheint es immer noch schlauer, eindringende Hindernisse nach dem Motto "mit Intelligenz kommt man weiter als mit Gewalt" zu entschärfen und nach innen auszuweichen als sich mit großem Materialaufwand gegen sie zu wehren.
Andersrum ist besser. Wenn der Mantel die Glasscherben erst gar nicht aufsammelt und sich einarbeiten lässt. Außerdem schützt Kevlargewebe im Mantel bereits diesen vor Beschädigung, nicht erst den Schlauch. Insgesamt ist ein integrierter Kevlarschutz leichter, rollt besser und bietet ausreichenden Schutz.

PU Pannenschutzbänder sind ja keine neue Idee, sondern kursieren schon seit ein paar Jahrzehnten. Entsprechend umfangreich gibt es auch Erfahrungsberichte dazu. Die schlechte Performance dieser Einlagen hat zu deren Aussterben geführt, seit es leichtrollende Mäntel mit wirkungsvollem Kevlargewebeschutz gibt.

Nicht von ungefähr werden auch keine PU Schutzschichten in "Anti-Platt" Reifen verwendet, sondern "hochelastischer" Kauschuk. PU ist eben zu steif und verschlechtert die Abrolleigenschaften zu stark.

Einen Hinweis auf die Größenordnung des Walkverlustes liefern auch diese Messungen zu Schlauchtypen. Allein schon Butyl-Schläuche (gleichen Gewichtes) erfordern dabei bereits ca 15% mehr Energie beim Abrollen als Latexschläuche. Schlauchlos rollt natürlich noch mal etwas leichter.

Ob man das spürt bzw. einen das stört und wie man das im Verhältnis zum Pannenschutz bewertet ist wieder eine andere Frage. Und wer schnell unterwegs ist, hat eh mehr Luftwiderstand, auch klar.

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