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QiCycle

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kiozen
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QiCycle

Beitrag von kiozen » Fr 25. Nov 2016, 17:41

Hi,

ich hatte hier (http://www.faltradforum.de/viewtopic.php?f=86&t=4516) vor ein paar Wochen wegen dem Import eines QiCycles aus China nachgefragt. Nun, was soll ich sagen, zuerst gab es das Rad beim Hersteller Xaomi nicht mehr. Wo anders habe ich mich nicht getraut. Aus dem Kopf gegangen ist mir das Rad auch nicht mehr. Also habe ich dann am 11.11 beherzt bei Aliexpress, wie schon im erwähnten Thread empfohlen, bestellt. Volles Risiko, gleich 2 Stück für knapp 900€ pro Rad. Meine Frau will auch eines haben.

Nach 2 Wochen bangen sind die Räder da. Versendet wurde über UPS. In Europa sind sie in der Niederlande angekommen. Der Verkäufer hat tatsächlich alle Steuern und Zoll übernommen und auch alles richtig deklariert, so dass die Räder schon 2 Tage später bei mir im Büro standen. Uff.

Und ich bin immer noch so von dem Rad begeistert, wie auf der Messe. Xaomi liefert ja schon viel Bildmaterial und Daten auf seiner Homepage. Deswegen hier mal ein paar Dinge, die man nicht unbedingt herauslesen kann:

Der Rahmen ist sauber verarbeitet (Schweißnähte/Lackierung). Außer den Reifen dämpft aber nichts. D.h. es ist ein Rad für glatten Untergrund. Feldwege und Kopfsteinpflaster dürften dem Rahmen auf Dauer zusetzen. Dafür ist der Rahmen in sich stabil. Sprich, da windet und wackelt nichts wenn man strampelt.

Die Griffe am Lenker sind aus einem sehr weichen Gummi. Genauso wie die Druckknöpfe am Boardcomputer. Das ist sicherlich Geschmackssache. Wie lange der Gummi hält, wird sich zeigen. Der Rest ist so wie bei anderen Rädern. Alle Kabel und Züge sind sehr sauber verlegt. Das Rad lässt sich ohne viel Kraftaufwand falten.

Der Boardcomputer ist auf Chinesisch. Ein Firmwareupdate auf westliche Schrift ist mir nicht bekannt. Der Händler war so nett und hat zu den 5 Bildschirmseiten Fotos mit Übersetzungen gemacht. Die Zahlen sind natürlich ganz normale Zahlen. Deswegen ist es eigentlich kein Problem alle nötige Information abzulesen. Naja und die Einstellung der 4 Fahrstufe erklärt sich eigentlich auch ohne die Schriftzeichen zu kennen. Man kann auch über BlueTooth das Handy verbinden. Die App zeigt auch die aktuellen Daten auf eine etwas westlichere Art und Weise an.

Der Boardcomputer zeigt den Ladezustand an, die Geschwindigkeit, gefahrene Kilometer, die aktuelle Leistung und den eigenen Verbrauch in kcal. Ganz nett. Wirklich toll ist aber die Kombination mit dem Torque Sensor. Die Firma, die den entwickelt hat, war auf der Messe und hatte deswegen das QiCycle zum ausprobieren angeboten. Xaomi war selber nicht vertreten. Der Sensor erfasst sehr gut die vom Fahrer aufgewendete Kraft. Mit der Information wird der Motor im Vorderrad dynamisch zugeschaltet. Wir haben einige Falträder auf der Messe ausprobiert. Nur die ganz guten (und leider auch recht großen) Räder konnten hier mithalten.

Geladen wird über eine mitgeliefertes Netzteil. Ein Adapter für die deutsche Steckdose war dabei. Wenn man den chinesischen Netzstecker betrachtet, wird schnell klar, dass in China eine andere Auffassung besteht, wie Elektrik zu sein hat ;) Das zieht sich das Kabel entlang bis zum Stecker am Fahrrad. Nach anfänglichem Schaudern muss ich aber zugeben, dass alles an sich ordentlich gemacht ist und nichts den Eindruck erweckt nach 20mal Stecken den Geist aufzugeben. Im Gegenteil, das könnte länger halten als manch westlicher High-Tech-Stecker.

Das sind mal die ersten Eindrücke. Ob es gut bleibt wird die Zeit zeigen. Ich beantworte natürlich gerne Fragen.

Grüße

Oliver

Pibach
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Re: QiCycle

Beitrag von Pibach » Fr 25. Nov 2016, 23:29

Sehr spannend.
Wie ist denn der "IDbike Torque Measurement Method"? (Link) Funktioniert das gut?

kiozen
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Re: QiCycle

Beitrag von kiozen » Sa 26. Nov 2016, 11:58

So wie ich den Herrn auf der Messe verstanden habe misst der Torque Sensor die elastische Verformung der Gabel, die durch den Zug auf die Hinterachse entsteht. Das scheint konstantere Werte zu liefern, als wenn man das Drehmoment an den Pedalen misst. Deswegen ist auch die schnelle Anpassung der Motorleistung möglich.

Für den Pedalritter bedeutet das: Der übliche Dynamikbereich der aufzuwendenden Kraft (maximale Beschleunigung, minimaler Aufwand die Geschwindigkeit zu halten), verringert sich für Geschwindigkeiten bis 25km/h. Darüber hinaus heißt es echt sportlich strampeln. Was dann bei langen Beinen und dem Formfaktor alles andere als angenehm ist.

Im Vergleich zu anderen Rädern reagiert das System schön dynamisch. Man hat wirklich das Gefühl, man tritt fast mit der gleichen Kraft, egal ob man beschleunigt oder nicht. Wir haben uns auf der Messe auch das Pocket+ von Vlec genauer angesehen. Das ist noch ein bisschen leichter. Klingt aber wie eine Modelleisenbahn. Und man muss erst viel Kraft aufwenden, damit der Motor plötzlich wie blöde einsetzt. Und wenn man aufhört zu treten, schaltet der Motor versetzt ab. So ähnlich machen das die anderen Räder im Preissegment um die 1000.- € auch. Da hat sich das QiCycle positiv hervorgehoben.

Sehr angenehm ist das in der Regensburger Innenstadt, die inzwischen auch für Räder freigegeben wurde, mit der Auflage, dass Fußgänger Vorrang haben. Hier schnurrt der Motor des QiCycles ganz leicht mit. Würde er so stark und abrupt wie beim Pocket+ einsetzen, müsste man Angst haben jemanden aus Versehen in die Kniekehlen zu fahren.

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Re: QiCycle

Beitrag von Ch.Bacca » Sa 26. Nov 2016, 12:29

Interessantes Konzept. Kannst Du mal eine Nahaufnahme des rechten Ausfallendes machen?

Der Sensor misst die Deformation einer aufgeschraubten Platte; zum Nachrüsten also nicht geeignet. Im 3D-Modell empfinde ich die Schrauben als erschreckend klein. Real ist das hoffentlich stabiler gebaut.

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Re: QiCycle

Beitrag von kiozen » Sa 26. Nov 2016, 14:32

Kommt man vor lauter Speichen mit der Kamera besch.. hin, aber ich habe es versucht.

Mit den 3 Schrauben ist der Sensor befestigt. (torque1&2). Und dann habe ich noch versucht von unten die Sensorfläche mit den dünnen Aussparungen zu photographieren. Einmal mit und ohne Blitz. Naja, mit ein wenig Fantasie... Ich hoffe die Bilder haben genug Aussagekraft.
Dateianhänge
torque4.jpg
torque3.jpg
torque1.jpg
torque2.jpg

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Re: QiCycle

Beitrag von Pibach » Sa 26. Nov 2016, 14:47

Genau diese Problematik - ungleichmäßiger Motoreinsatz - empfand ich bei Pedelecs bisher als etwas störend. Da stört der ruckelige Motor dann zum Teil mehr als er nützt, speziell im dichten Stadtverkehr mit vielen Ampeln und engen Kolonnenfahrten zwischen den Autos. Wenn man da eine Hand zur Fahrtrichtungsanzeige raus streckt, kann es einen leicht abwerfen. Hier verspricht so eine Drehmomentlösung Vorteile.

Bisherige Standardlösung ist es ja, einen "Gasgriff" zu verbauen. Also Kombination aus Pedalsensor, der die Tritaktivität als An/Aus misst und dann laut Gasgriff die Stromzufuhr hinzugibt mit einer gewissen Rampe, damit es nicht zu sehr ruckelt.
Insgesamt keine so elegante Lösung.

Demgegenüber gibt es dann noch die drehzahlabhängige Steuerung.

Rein rechnerisch müsste letztere noch etwas dynamischer reagieren:

Da das Drehmoment ja als Sinuswelle mit Frequenz der Kurbelumdrehung erfolgt, lässt sich 2 mal je voller Kurbeldrehung ein Wert ermitteln.

Bei einem 12er Magnetsensor ist dagegen 12mal je Kurbelumdrehung eine Cadenzmessung möglich, beim Anfahren immerhin nach dem 2. Magneten, also nach 1/6tel Kurbeldrehung wäre Motorreaktion bereits möglich.

Die Controller setzen das aber wohl noch nicht ordentlich um, soweit ich weiß.

Ob sich da nun so eine Drehmomentmessung in der Praxis lohnt, ist die spannende Frage.

Es ist jedenfalls toll, dass das in dem QiCycle bereits integriert ist - klingt nach einem recht gut durchdachten Gesamtpaket.

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Re: QiCycle

Beitrag von Ch.Bacca » Sa 26. Nov 2016, 16:46

kiozen hat geschrieben:Kommt man vor lauter Speichen mit der Kamera besch.. hin, aber ich habe es versucht.
Danke für die Fotos!
kiozen hat geschrieben:Mit den 3 Schrauben ist der Sensor befestigt.
Und an der Sensorplatte ist das Rad befestigt. Das ist es, was mir Unbehagen bereitet. Immerhin sind es 10.9er. M6? Ist das ein 4-mm-Innensechskant?

Wie ist denn die Geometrie des Rahmens? Wie würde ich mit meinen 1,9m drauf sitzen?
Pibach hat geschrieben:Die Controller setzen das aber wohl noch nicht ordentlich um, soweit ich weiß.
Software halt. Die wenigsten Softwerker haben Wissen bzw. wenigstens Gespür für das dynamische Verhalten elektromechanischer Systeme.

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Re: QiCycle

Beitrag von kiozen » Sa 26. Nov 2016, 17:38

Ich habe gerade mal eine Tour mit 20km gemacht. An der Donau entlang. Also nahezu eben. Leider habe ich das GPS zuhause gelassen, deswegen habe ich keine Referenz.

Code: Alles auswählen

Ich      Sohn
85kg     40kg     Gewicht
190m     176m     Größe
43%      61%      Akku am Ende
20.8km   21.9km   Distanz laut QiCycle Tacho
3.Stufe  2.Stufe  Motorunterstützung
Die Differenz in der Distanz ist etwas seltsam. Der Tacho nimmt die Information aus dem Vorderrad. Ich vermute mal der Motor wird dazu benützt. Gut möglich, dass mein Sohn, weil er leichter ist, mehr Schlupf hat. Oder die Messung ist so grottenschlecht. Ich weiß es nicht.

Die Hinterachse ist tatsächlich an der Platte befestigt und diese mit den 3 Schrauben am Rahen. Das sind 10.9er Schrauben. Ob das lange hält, werden wir sehen :D

Tja, wie sitzt man mit 1.90m auf dem Rad. Ich würde sagen wie ein Affe auf dem Schleifstein. Da der Lenker nicht in der Höhe verstellbar ist, ist er für uns etwas zu niedrig. Und die Oberschenkel sind auch eher waagrecht als senkrecht. Ohne Motor dürfte das Rad nach wenigen Kilometern die Hölle sein. Mit Motor habe ich gerade die 20km im schönsten Niesel-Nebel genießen dürfen. Das fährt sich im 3. Gang mit 25km/h gut dahin.

Es gibt bequemere Falträder, keine Frage. Aber die sind dann auch wieder größer und schwerer. Und das kann ich im Kanu nicht gebrauchen. Deswegen die Idee ein kleines, leichtes, nicht ganz so bequemes Rad mit elektrischer Unterstützung. Und genau in diesem Segment stellt das QiCycle einen sehr guten Kompromiss dar.

Um im Anzug und Krawatte ein paar Kilometer zur Arbeit zu fahren und nicht wie ausgespuckt anzukommen, dürfte mit dem Rad auch ohne Probleme zu schaffen sein. Für ernsthafte Touren würde ich mir dann doch lieber ein Birdy, Dahon oder Brompton anlachen.

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Re: QiCycle

Beitrag von Pibach » Sa 26. Nov 2016, 19:28

Ist das eine 34mm Sattelstütze? Da gäbe es diverse.
Ich hatte ja ein FSIR Spin, das von der Geometrie ziemlich ähnlich sein dürfte. Man kann damit schon ordentlich reintreten, die kurze Geo wird schnell normal und stört kaum. Nur Wiegetritt geht schlecht.

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Re: QiCycle

Beitrag von kiozen » Sa 26. Nov 2016, 19:47

Die Sattelstütze selber ist es ja leider nicht nur. Der Lenker müsste auch weiter nach oben. Und der ist statisch. Das passt aber schon. Wenn ich damit die ~20km wieder zurück zum Auto komme, ohne endfertig umzukippen, dann ist alles gut :D Und 20km gingen heute recht geschmeidig. Zum Schluss noch mit 40% im Akku. Ich habe also nach oben ein wenig Luft, bzw der Akku kann ein wenig altern.

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