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Ketten-/Kasettenwechsel Tern N8

keine langen Erklärungen - Fragen nach Durchmessern - Längen usw.
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kaikeas
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Ketten-/Kasettenwechsel Tern N8

Beitrag von kaikeas » Fr 26. Apr 2019, 16:20

Hallo an alle,

Ich habe vor ein paar Tagen bei meinem Tern Verge N8 Kette und Kasette (1x8 Claris) austauschen lassen. Da ich ein neues Schmiermittel (Motorex Dry Power Spray) ausprobieren wollte habe ich die neue, bereits geölte Kette und Schaltwerk (welches z. T. recht dreckig war) sehr gründlich mit WD40 gesäubert und neu geschmiert.
Seitdem klackert, quietscht und schaben fast alle Gänge. Lediglich der 7. läuft einigermaßen vernünftig, die kleinen Gänge sind hingegen sehr laut.
Abgesehen davon läuft die Kette (kein Springen) und das Schalten funktioniert auch. Es macht halt einfach nur keinen Spaß...

Nun zur eigentlichen "schnellen Frage": Hab ich die neue Kette durch das Reinigen / Entfetten unbrauchbar gemacht?

PS: Eine kleine Anmerkung: das Rad ist knapp ein Jahr alt und die Zähne des Kettenblattes sehen soweit noch gut aus (ca. 1300-1500 km gefahren). Ein leichtes Schaben der Kette im 8. Gang habe ich aber bereits ab dem ersten Tag festgestellt. Da man das nur auf sehr ebenem Asphalt bemerkt, habe mich aber nicht weiter daran gestört. Ich nehme an, das liegt an der Geometrie (und/oder der Fertigungsqualität) der 1x8 Schaltung und lässt sich nicht komplett vermeiden.

Ch.Bacca
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Re: Ketten-/Kasettenwechsel Tern N8

Beitrag von Ch.Bacca » Fr 26. Apr 2019, 17:15

kaikeas hat geschrieben:
Fr 26. Apr 2019, 16:20
... Hab ich die neue Kette durch das Reinigen / Entfetten unbrauchbar gemacht? ...
Vermutlich.

Ich hab meine erste Kette mit einem Hochdruckreiniger an der Tanke ruiniert. Die war nach 600 km verschlissen.

Ich benutze nun auch ein Trockenschmiermittel auf Wachsbasis und hab damit ansich ganz gute Erfahrungen gemacht. Allerdings würde ich nicht die Werksölung der Kette entfernen, sondern erst dann nachschmieren, wenn es nötig ist.

Nach einer Regenfahrt zwitscherte meine Kette auch fürchterlich. Abwischen, nachschmieren und gut.

Kannst aber nochmal das Forum durchsuchen. EmilEmil hat seine Methode der Kettenpflege beschrieben. Er entfettet sie auch vollständig, um sie dann neu zu schmieren.

spargelix
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Re: Ketten-/Kasettenwechsel Tern N8

Beitrag von spargelix » Fr 26. Apr 2019, 19:43

So viel wirst Du mit der trockenen Kette ja noch nicht gefahren sein, oder? Unbrauchbar ist die dann sicher noch nicht.

Dann holst Du Dir einfach ein gutes Kettenöl, abends satt einölen, über Nacht einsickern lassen und morgens die Kette durch einen Lumpen laufen lassen - feddich.
Gggf. am nächsten Abend nochmal.

Ich vertraue den ganzen Trockenschmierstoffen für Fahrradketten nicht, ich nehme da lieber gutes Kettenöl.

EmilEmil
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Re: Ketten-/Kasettenwechsel Tern N8

Beitrag von EmilEmil » Fr 26. Apr 2019, 20:36

Ich vermute, daß das zum Reinigen benutzte WD40 noch nicht endgültig verpflogen/eingedamft ist und mit dem Spray, dem ich sehr kritisch (Teuer, geht viel daneben (Bremsscheiben/Bremsflanken !) und bildet kein Reservoir wie das Öl) gegenüber stehe, eine ungünstige Verbindung eingegangen ist.
Öl muß möglichst einen Schmierfilm bilden, der bei einer Kette zusammen mit den unvermeidlichen Kontaktstellen Mischreibung verursacht.
Die Lagerkragen-Ketten können wegen des Trompeten-artigen Raumes seitlich zwischen Innen- und Außen-Lasche ein Öl-Reservoir bilden, aus dem das Öl in den Gleitflächenspalt nachfließen kann.
Eine hydrodynamische Trennung geht nur bei Drucköl. Die Mischreibung bezeichnet das Minimum des Reibwertes (Man vergleiche die "Striebeck-Kurve"). Das Einzige, was eine hydrodynamische Schmierung besser kann, ist wegen der völligen Trennung der Metall-Oberflächen das Abriebverhalten im Betriebszustand (Das Hochfahren und Runterfahren geht aber auch von der Mischreibung aus bzw. endet da).
Ich säubere (Die Abrieb-Partikel kontaminieren das Öl !) immer mit Wasch-Benzin, da ich da sicher bin, daß es nach 1 Stunde verflogen ist. Die wesentlichen Schmier-Eigenschaften von Öl sind hohe Viskosität und gutes Kriechverhalten. Beides zieht natürlich den "Dreck" an wie die Schiete die Fliegen. Deshalb wird die Kette äußerlich vom Öl abgewischt und bei einer offenen (Schaltungs-) Kette wird diese dann mit Wachs (Autowachs o.ä.) gegen den Schmutz versiegelt (Auftrag mit dem Pinsel; Ein altes Radrenner-Rezept !) . Bei Getriebenaben setze ich einen Chainglider zur Kapselung ein. Wachs stellt nach meiner Methode einen "flüssigen/festwerdenden" Chainglider dar.
Die Auswahl des Öl erfolgt bei mir nach den Werten aus dem Brugger Test ( Beurteilung des Abriebverhaltens !) Derzeit benutze ich Dynamic Kettenschmierstoff, von dem ich vor 3 Jahren 1/2 Liter gekauft habe. Ca. 2/3 des Schmierstoffs sind noch nicht verbraucht (Fahrleistung 4000 [km]/Jahr). Das Öl wird mit einer Tropfflasche auf die hintere Seite des unteren Ketten-Trumms aufgebracht.
Sheldon Brown hatte mal empfohlen, Motoröl zu benutzen. Hab ich probiert: Die Ergebnisse waren befriedigend. Ich bin davon abgekommen, weil ich die Kette immer 48 Stunden im Tauchbad halten mußte, bevor sie wieder verwendet werden konnte. Ein spezieller Kettenschmierstoff ist einfacher in der Anwendung und hat bessere Brugger-Werte.
Deine Kette ist bestimmt nicht kaputt.

MfG EmilEmil

kaikeas
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Re: Ketten-/Kasettenwechsel Tern N8

Beitrag von kaikeas » So 28. Apr 2019, 01:30

Vielen Dank für die ausführlichen Antworten, das hat 1000 mal mehr weiter geholfen als der Fahrradladen, der mir die neue Kette aufgezogen hat.

Ich habe das Trockenschmiermittel deshalb gewählt, da es laut Test sehr gute Kriech- und Schmiereigenschaften haben soll, deutlich besser als die meisten Öle. Verstehe daher nicht ganz die Aussage, dass es nicht so gut sein soll.
https://www.tour-magazin.de/zubehoer/we ... 30425.html

Ich finde aber die Erklärung, dass es mit dem WD40 reagiert haben könnte recht plausibel und werde daher mit Waschbenzin die Kette noch einmal komplett sauber machen, länger warten und dann erst neu einölen.
Tatsächlich habe ich nicht lange nach dem Säubern auch das Schmiermittel aufgetragen.

EmilEmil
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Re: Ketten-/Kasettenwechsel Tern N8

Beitrag von EmilEmil » So 28. Apr 2019, 10:07

kaikeas hat geschrieben:
So 28. Apr 2019, 01:30
……...
Ich habe das Trockenschmiermittel deshalb gewählt, da es laut Test sehr gute Kriech- und Schmiereigenschaften haben soll, deutlich besser als die meisten Öle. Verstehe daher nicht ganz die Aussage, dass es nicht so gut sein soll. .........
Erstmal gut, daß Du dich an einem Test orientiert hast; und der gewählte Test ist auch schon sehr informativ. Ich habe ihn ja auch vor einiger Zeit gründlich studiert.
Aber, es geht nicht nur um die Eigenschaften in dem Test. Sehr wichtig für die Praxis ist auch ein gewisses Zeitverhalten des Schmiermittels. Wenn Du nur ein Mittel für eine Tour (25- 120 [km]) benötigst, kannst Du mit dem gewählten Schmiermittel gut leben (Also auf jeden Fall aufbrauchen !). Ein Spray wird mit einem Verflüssiger gefügig gemacht und trocknet dann ab. Angenommen, es hat ein Reservoir gebildet, dann wird es nicht nachfließen. Da sich Schmiermittel aber immer "verbrauchen" besteht die Notwendigkeit, sehr häufig nachzuschmieren. Ein "Trockenschmiermittel" ist natürlich gegen Schmutzanhaftung ziemlich resistent. Da kann jedes Öl einpacken. "Verflüssiger", Treibgas, sowie häufiges Nachschmieren (Vorkehrungen, Bremsscheiben oder Felgen gegen das Schmiermittel beim Auftragen schützen zu müssen) lassen so ein Mittel als teure, etwas umständliche Alternative gegenüber Öl erscheinen. Daher meine Kritik an den Trockenschmiermitteln.
Ich säubere meine Ketten alle 2000 [km] im Waschbenzin Schwenkbad (Kleiner Besteckkasten, wo der Boden etwa so hoch wie die Kette bedeckt ist, Verbrauch ~ 0,25 [L], da ich das Benzin zwischendurch durch einen Filter (Kaffee) gieße und erneut verwende) und schmiere alle 600-700 [km] am Rad nach, um den Wirkungsgrad der Kette hoch zu halten.
Bei 4000 [km] Fahrleistung pro Jahr, muß ich pro Jahr 2 Ketten (Räder) säubern. Das gilt für die gekapselten Ketten (622 [mm] Trekkingrad mit 17400 [km], 540 [mm] Falter 18 000 [km], beide mit "erster" Kette, gut für Total 25000 [km]), für die offenen Ketten (406 [mm] Folding*Star 6400 [km] und 559 [mm] Fitnessrad 1600 [km] rechne ich mit einem Intervall von ca. 1000 [km], beide Räder sind bzgl. der Kettenwartung unter Beobachtung. Nun hab ich kein Talent zum Buchhalter und die Termine sehe ich nicht sklavisch streng. Trotzdem halte ich es mit Radio Eriwan "Im Prinzip ja....." (Wenn ich schon abgeleitet habe, wie es richtig sein sollte ).
Gar nichts tun geht gar nicht.

MfG EmilEmil

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