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Warum jährlich Felgenriss am Hinterrad des Tern Link D8?

keine langen Erklärungen - Fragen nach Durchmessern - Längen usw.
nur TECHNISCHE FRAGEN !!
EmilEmil
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Re: Warum jährlich Felgenriss am Hinterrad des Tern Link D8?

Beitrag von EmilEmil » Fr 8. Mai 2020, 00:31

Ich kann bei dem "Schlauch-Verdacht" nicht folgen. Wenn ein Maximal-Druck angegeben ist, muß sich der Radler auch auf diese Angabe verlassen können. Ein nicht anliegender Schlauch ist mir viel zu spekulativ.
Der Riß (Umfangsrichtung !) der Felgenflanke liegt eindeutig im Bereich des größten Biegemoments. Das Biegemoment wird aus 2 Quellen "gespeist": Einmal aus dem Innen-Druck des Reifens, der die Felgenflanke nach außen biegt, zum zweiten durch die Querkomponente der Membranspannung, die das Felgenhorn ebenfalls nach außen biegt. Wenn man den äußerlich sichtbaren Riß gedanklich auf die Innenseite der Felgenflanke projeziert, ist man an der Übergangsstelle, wo die Felgenflanke auf den Felgenboden trifft oder an einer Design-Knickstelle. Beides Orte mit Spannungs-Überhöhungen. An einer beliebig auf dem Umfang befindlichen Schwachstelle tritt der Riß, ausgehend von der Innenseite (Zugseite !) als Ermüdungsbruch auf. Nach der berichteten Kilometer-Leistung ist als weitere Charakterisierung ein Kurzzeit-Bruch oder ein Bruch im unteren Zeit-Bereich wahrscheinlich.
D.h. meine Vermutung ist ein strukturelles Versagen verursacht durch eine zu schwache Dimensionierung oder falsche Material-Auswahl.
In wie weit hier einem Hersteller eine Schuld zugewiesen werden kann, ist bei Problemen an der Schnittstelle zweier Hersteller immer schwierig. Veröffentlichte Daten von Felgen-Herstellern sind sehr selten und daher schwer zu bekommen.
Da wird dem TE wohl nichts übrig bleiben als die Reparatur selbst in die Hand zu nehmen. Bei der Felge würde ich mich an seiner Stelle mal umhören, ob es in der Größe eine besonders bewährte Felge großer Festigkeit gibt. Seinem Mechaniker weiterhin so großes Vertrauen entgegen zu bringen wie bisher, würde ich mir nach dem Fehlschlag der ersten Reparatur schon verkneifen. Gute Radschrauber sind nicht unbedingt gute Festigkeits-Ingenieure. Ein bißchen weniger Luftdruck schadet aber bestimmt nicht.

MfG EmilEmil

robs
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Re: Warum jährlich Felgenriss am Hinterrad des Tern Link D8?

Beitrag von robs » So 10. Mai 2020, 22:40

Hallo bergauf,
bergauf hat geschrieben:
Fr 8. Mai 2020, 00:27

Die "Bleche" heißen im Amtsdeutsch "verschiebbare Ausfallenden".
Der Haken dabei ist, dass der Rahmen dafür gemacht sein muß. Die passen nicht an "normale" Rahmen.

bergauf
Das Tolle an der Lösung ist, dass der Rahmen eben nicht dafür gemacht sein muss, was eine vergleichsweise einfache Möglichkeit darstellt, hinten eine Scheibenbremse nachzurüsten.

Viele Grüße
Robs
Scheibenbremse_web.JPG

EmilEmil
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Re: Warum jährlich Felgenriss am Hinterrad des Tern Link D8?

Beitrag von EmilEmil » Mo 11. Mai 2020, 01:23

robs hat geschrieben:
So 10. Mai 2020, 22:40
...…………..
Das Tolle an der Lösung ist, dass der Rahmen eben nicht dafür gemacht sein muss, was eine vergleichsweise einfache Möglichkeit darstellt, hinten eine Scheibenbremse nachzurüsten.
………..
Viele Grüße
Robs
Die sogenannten "Bleche" müssen aus Festigkeits- und Steifigkeitsgründen eine Dicke von 7 bis 8 [mm] haben. Bei einer üblichen Klemmweite von 135 [mm] benötigt man 14 bis 16 [mm] mehr, was eine Aufweitung der Hinterbau-Gabel um diesen Betrag bedingt. Ich sage nicht, daß das unmöglich ist. Jedoch ist Eigen-Arbeit gefragt. Denn der Radschrauber um die "Ecke" wird das nicht leisten können (wollen). Das hängt von seinen Konstruktionsfähigkeiten ab und vor Allem von der Haftungsfrage (Der "Aufweiter" wird mit einer solchen Arbeit zum Hersteller !). Neben der Aufweitung muß das Ausfallende auch die Möglichkeit (Platz ?) bieten, 2 Langlöcher nach zu rüsten (Wie das Links gelöst ist, kann ich nicht genau aus den Bildern des Zitats erkennen, Bild Rechts zeigt in dem Link diese Löcher !). Ein solches Ausfallende könnte auch den Rahmen im hinteren Bereich anheben, was nicht ohne Auswirkung auf die Fahr-Geometrie bleibt oder zusätzliche Maßnahmen an der Gabel erfordert.
Zurück zum Thema: CSS-Beschichtung von Felgen. Ich kenn das nur von transparenten Auto-Schiebedächern, die dadurch weniger Kratz-empfindlich gemacht werden. Ob das für eine Felge mit dem Problem einer schlechten Dimensionierung taugt, wage ich zu bezweifeln. Im Hinblick auf die Standfestigkeit der Felgen ist das sicher nicht verkehrt. Ich kannte für Felgen bisher nur eine Keramik-Beschichtung, die sich wohl wegen der Kosten nur für Vielfahrer lohnt, dem Durchschnittsfahrer in Deutschland (333 [km/Jahr ?] an den verkürzten Sitzhöcker-Knochen vorbei gegangen ist.

MfG EmilEmil

Pibach
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Re: Warum jährlich Felgenriss am Hinterrad des Tern Link D8?

Beitrag von Pibach » Mi 13. Mai 2020, 15:27

Sieht nach Überlastung durch zu viel Reifendruck aus. Wobei evtl noch Belastung durch die Bremsen hinzukommt.

Falsche Speichenspanung bricht normal etwas anders, um sicher zu gehen, die aber ab und zu prüfen.

Ich würde mit dem Druck runter gehen, rund 3 Bar sollte bei 47mm Reifen eigentlich reichen.
Und das ganze beobachten.

EmilEmil
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Re: Warum jährlich Felgenriss am Hinterrad des Tern Link D8?

Beitrag von EmilEmil » Do 14. Mai 2020, 11:04

Pibach hat geschrieben:
Mi 13. Mai 2020, 15:27
Sieht nach Überlastung durch zu viel Reifendruck aus. Wobei evtl noch Belastung durch die Bremsen hinzukommt...…..
Falsche Speichenspanung bricht normal etwas anders, um sicher zu gehen, die aber ab und zu prüfen...….
Da ich gerade dem Nachbarn einen 47 [mm] breiten Reifen (Schwalbe Land Cruiser, 622-47) gewechselt habe: Minimum-Druck = 3 [bar], Maximum = 5 [bar] , so steht es auf der Reifenflanke. Das ist auf den im Durchmesser kleineren Reifen wahrscheinlich auch so aufgeprägt. Reifendruck und Membranspannung biegen die Felgenflanke nach außen, die Bremskräfte biegen die Felgenflanke nach innen. Die Belastung wird dadurch nicht größer, sondern geringer, aber die Belastungswechsel werden häufiger. Der Kurzzeit-Festigkeit dürfte das ziemlich Banane sein.
Die Hauptursache bleibt aber die zu schwache Felgen-Dimensionierung oder ein zu schlapper Werkstoff (vgl. s.o.). Denn die Reifen-Hersteller bauen die Reifen im Hinblick auf Verträglichkeit mit den gängigen Felgen. 5 [bar] sollte eine Felge schon aushalten. Denn die gleiche Felge kann mit ziemlicher Sicherheit auch schmalere Reifen aufnehmen. Z. B. 35 [mm] breite Reifen mit max. Druck = 6,5 [bar].
Auch, wenn ich mir das Gemeinte zurechtlegen kann: Es ist neu für mich, daß Speichenspannung brechen kann ! Und ganz einfach ist die Prüfung der Speichenspannung nicht. Da braucht es schon Dehnungs-Meßstreifen o.ä.. Selbst für die Prüfung der Speichen-Spannkraft (Vermutlich ist die gemeint !) muß man einen Spannkraft-Messer besitzen (Man muß aber nicht Eigentümer sein, Leihe geht auch !). Solltest Du inzwischen Eigentümer eines Spannkraft-Messers sein, würde ich mich wundern; dann herzlichen Glückwunsch !

MfG EmilEmil

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