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Rotradeln und Idaho Stop

Alles zum Thema Faltrad/Rad.
Pibach
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Re: Rotradeln und Idaho Stop

Beitrag von Pibach » Fr 4. Dez 2015, 13:58

derMac hat geschrieben: Das hätte hier viele Missverständnisse und seitenweise wenig fruchtbare "Diskussion" erspart.
Weiß nicht, was Du konkret meinst. Obige hattest Du ja im PS nachträglich ergänzt - die hatte ich erst später gesehen, aber nicht priorisiert, ist ja auch nur m PS. Ich versuche schon auf alles einzugehen, geht aber nicht gleichzeitig. Ich bin auf die meisten Fragen von Dir aber auch schon vorher eingegangen, da wundere ich mich dann, wenn sich das wiederholt. Auf das PS z.B. hier. Auch diese Frage:
derMac hat geschrieben:Und ich verstehe immer noch nicht, warum für einen Vergleich der Gefährlichkeit von Rot- und Gründradeln nicht notwendig ist die jeweiligen Anteile zu kennen.
Da hatte ich ja vorher geschrieben:
Pibach hat geschrieben: Wirklich ausgewertet hat das soweit ich weiß aber noch niemand. Also Quote der Grünradler zu (Grünradel-) Unfällen und Quote der Rotradler zu (Rotradel-) Unfällen.
Vor dem Hintergrund ist Deine Frage "warum nicht notwendig" ja merkwürdig. Dito auch Dein Vorschlag, besser andere Statistiken zu nehmen - die es aber nicht gibt. Usw. das zieht sich so durch. Fällt mir dann insgesamt schwer, Deine Gedankengänge nachzuvollziehen. Für mich macht das eben recht wirren Eindruck und weiß dann gar nicht, wo anzusetzen.

Aber seis drum, wenn da jetzt was an Missverständnissen geklärt werden konnte würde ich das positiv sehen (und nicht "wenig fruchtbar" nennen).

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Re: Rotradeln und Idaho Stop

Beitrag von berlinonaut » Fr 4. Dez 2015, 14:28

Um da zumindest mal irgendwelche Zahlen reinzubringen, auch wenn da ein sehr grobes Schätzeisen in Verbindung mit Extremgaukelei zum Einsatz kommt:

Ausweislich der Berliner Unfallstatistik für 2014 tauchen bei den Unfallursachen der selbstverschuldeten Radfahrunfälle folgende Zahlen auf:
Das Befahren von Gehwegen in Verbindung mit falschem Verhalten gegenüber Fußgängern (96; + 17,07%) führt oft zu Verkehrsunfällen.
Vorfahrts- (182; + 10,30%) und Rotlichtmissachtungen (197; + 1,55%) sowie falsches Verhalten beim Abbiegen (184; - 2,13%)
Bei den Fremdverursachten Unfällen wiederum:
Fehlverhaltensweisen beim Abbiegen (1595;+ 15,0%)
Wenn wir - einfach um eine Zahl zu nehmen - eine frei erfundene 10%-Quote der Ampelquerungen aller Radfahrer in Berlin an allen Ampeln im Schnitt bei rot annehmen (und demzufolge 90% bei grün - siehe dazu [1]) und weiterhin hilfsweise mangels besserer Zahlen als grobe Vereinfachung annehmen, dass alle fremdverschuldeten Unfälle an für Radfahrer grünen Ampeln durch Abbiegen passiert seien und diese Abbiegeunfälle auch ausschliesslich Grünradler an Ampeln beträfen (was definitv nicht zutrifft, das dürfte in Wirklichkeit nur ein unbekannter Bruchteil dieser Zahl sein) und ausserdem annehmen, dass mit dieser Unfallursache alle "Grünradlerunfälle" abgedeckt sein würden (keine Ahnung ob das stimmt) - dann würde sich die These vom sichereren Rotradeln bereits pulverisieren. Und das im laut Pibach extrem "rotradelfreundlichen" Berlin. Mit einer Grünradlerunfallquote, die in jedem Fall deutlich höher angenommen ist als in Realität.

Das Ergebnis steht und fällt mit der Rotradlerquote, die wir schlicht nicht kennen. Was wir aber als gesichert annehmen können ist, dass heute wohl überwiegend die "erfahreneren" Radler (absichtlich) bei Rot radeln (plus einige Verpeilte und eine erkleckliche Anzahl Selbstüberschätzer und Nichtnachdenker ), wohingegen die unerfahreren und unsichereren Radler an roten Ampeln eher halten dürften.

Würden diese standardmässig ebenfalls bei rot radeln dürfte das vermutlich die Unfallquote nach oben treiben (selbst wenn wir als weitere Vereinfachung annehmen, dass die Unfallfolgen bei Rot- und Grünunfällen im Mittel identisch seien, was ich zumindest für unwahrscheinlich bzw. überprüfenswert halten würde).

Würden wir bei der Rotradelquote all die Ampeln ignorieren, die gemäss Idaho-Stop und vergleichbaren Regeln bereits heute ohne weiteren Wege-Umbau gefahrlos freigegeben werden könnten zum Fahren bei rot sähe es noch dramatisch (!) schlechter für die Gesundheitsquote der Rotradelfraktion aus. Spätestens unter dieser Annahme würde ich die oben erfundene 10% Quote durchaus für eine halbwegs zulässige konservative Schätzung halten - abgesichert ist sie natürlich trotzdem nicht.

Das ganze Konstrukt ist aufgrund der zahlreichen Annahmen und Vereinfachungen alles andere als exakte Wissenschaft und ganz sicher inhaltlich nicht korrekt - es könnte aber zumindest dabei helfen ein Gefühl für mögliche Zahlenverhältnisse zu entwickeln. Dass einige User hier der Polizeistatistik grundsätzlich misstrauen ist noch mal ein anderes Thema. Für ein Grobabbild ist es ja vielleicht auch für diese User akzeptabel - wenn jemand bessere Zahlen hat: Immer her damit. ;)

Die Statistik mit den Zahlen von 2014 findet sich hier: https://www.berlin.de/polizei/aufgaben/ ... statistik/

[1] Beim nachträglichen Googeln nach einer Zahl in Sachen Rotradlerqoute kam ich u.a. auf den Tagesspiegelbericht zur Fahrradstaffel in Mitte, der die von mir initial erfundenen 10% grob zu bestätigen scheint:
Dabei ist die Masse der Radfahrer besser als ihr Ruf, wie Staffelchef Sascha Ziegler bestätigt: „80 bis 90 Prozent verhalten sich regelkonform.“ Tatsächlich sank die Quote der von der UDV – von studentischen Hilfskräften, also ohne Polizeipräsenz – beobachteten Rotradler binnen Jahresfrist in Mitte von 15,2 auf 10 Prozent. Aber auch in Neukölln ging sie zurück, nämlich von 12 auf 9,4 Prozent.


http://www.tagesspiegel.de/berlin/fahrr ... 71376.html

Also ist tatsächlich bereits heute Rotradeln alles andere als ungefährlicher als Grünradeln.
Bei Freigabe "ungefählicher" und überflüssiger Ampeln für Radler (Idaho o.ä.) dürfte die Rotradlerquote dann deutlich unter diese 10% sinken (da nur noch an den verbliebenen "verbotenen" Ampeln gemessen), die Unfallzahl an "verbotenen" roten Ampeln aber vermutlich nur in geringem Masse oder gar nicht. Also weiterhin kein ungefährlicheres Rotradeln gegenüber Grünradeln sondern das Gegenteil.

Auch an anderer Stelle gibt es Zahlen zur Rotfahrerei - die sind aber nicht sinnvoll für unsere Zwecke interpretierbar IMHO; immerhin stehen sie nicht grundsätzlich im Widerspruch zur 10%-Annahme, eher deuten sie bei aller Vorsicht sogar auf eine real niedrigere Quote bundesweit hin, da hier ja vermutlich eher die fahrradaffininen erfahrenen Radler geantwortet haben und man daher mit einer Missweisung rechnen sollte :
An der Internet-Umfrage beteiligten sich etwa eintausend vermutlich fahrradaffine Menschen und gaben Auskunft über ihre Verkehrsmittelnutzung und das Verhalten der Radfahrer im Verkehr. Eine Frage bezog sich darauf, wie häufig Radfahrer rote Ampeln missachten. 39,4% der Befragten gaben an, grundsätzlich nie rote Ampeln zu überfahren. 40,4% sagten, dass sie selten das Rotlicht missachten und 16% tun das gelegentlich. 4,3% der Interviewten hatten die Selbsteinschätzung, dass sie häufig die Ampelzeichen missachten.
Quelle http://www.rad-spannerei.de/blog/2015/0 ... -ampeln-2/ das pdf ist hier zu finden: http://www.fahrrad.de/info/content/uplo ... tzung1.pdf


Zusammengefasst heisst das:

- als grobe Annäherung scheint eine reale Rotradelquote von 10% für Berlin heute als Annahme statistisch vertretbar zu sein (ohne dass Idahostop o.ä. Ampelfreigaben existieren würden)
- selbst bei einer eindeutig extrem deutlich überhöhten Annahme der Grünradlerunfälle (ohne Verschulden der Radler) zugunsten der Rotradler sind die Rotradlerunfälle heute deutlich überproportional: 1600 Unfälle für 90% Verkehrsanteil vs 200 Unfälle für 10% Verkehrsanteil.
- bei sinnvoller Freigabe von Ampeln nach Idaho oder Paris-Modell dürften sich die Zahlen vermutlich deutlich weiter zuungunsten der Rotradler verschieben (bei den dann verbleibenden micht freigegeben Ampeln).
- desgleichen bei Rotradeln durch alle Radler anstatt wie heute nur durch die "Erfahreneren".

Ergo: Die Annahme Rotradeln sei sicherer als Grünradeln ist aller Voraussicht nach falsch und wird durch die vorhandenen statischen Zahlen deutlich widerlegt.

(Edith wegen: grammatikalische/sprachliche Präzisierungen zum leichteren Verständnis, keine inhaltliche Änderung)
Zuletzt geändert von berlinonaut am Sa 5. Dez 2015, 11:57, insgesamt 4-mal geändert.

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Re: Rotradeln und Idaho Stop

Beitrag von Pibach » Fr 4. Dez 2015, 17:40

Ja, so kommt das voran.

Man sollte die Rotradler differenzieren, wichtiger Punkt, genau. Ich nenne die mal "Rotblindradler" (Übersehen des Lichtzeichens) und "Rotbewusstradler".

Gesucht ist dann eigentlich, wie Rotbewusstradeln im Verhältnis zu Grünradeln abschneidet.
Denn blindes Rotradeln ist offensichtlich extrem gefährlich und sowieso nicht sinnvoll.

Auch unaufmerksames Grünradeln ist besonders gefährlich - wobei da zwar auf das Lichtzeichen geachtet wird, aber nicht auf den Verkehr (beim Rotblindradeln wahrscheinlich weder noch).

Die Rotfreigabe erhöht dann nur den Anteil der Rotbewusstradler (also Annahme: der Anteil der Rotblindradler sei unabhängig von Rotfreigabe) - was insgesamt die Sicherheit zu steigern scheint, Rotbewusstradeln ist also offenbar (im diesen Fällen) sicherer als Grünradeln.

Da war ich vorher unpräziese - Danke für diesen Hinweis und Korrektur!
So formuliert ist das vielleicht auch weniger konträr.

Allerdings hoffe ich, dass die Zahl der Rotblindradler sehr klein ist. Die sind allerdings sehr präsent in den Rotunfallstatistiken!
Da muss man aufpassen, da die Statistiken das nicht unterscheiden, sondern nur zählen.

Man kann die Rotblinden und unaufmerksamen Grünradler auch als "Unsicherradler" zusammenfassen, also diejenigen, die das Verkehrsgeschen generell schlecht einschätzen können. In den Statistiken wird das leider nicht erfasst, sondern eben nur in Veruracherschuld - egal ob bewusst, unbewusst, überfordert oder wasauchimmer. Das wäre aber für die Bewertung von Maßnahmen extrem wichtig. Denn Unsicherradler erreicht man durch Maßnahmen zur Regeldurchsetzung nicht, da sie die entweder aus Unsicherheitsbewusstsein ohnehin einhalten oder aber schlicht wegen Überforderung übersehen.

Hier könnten man vermuten, dass die Fehleinschätzung von Gefahrensituationen mehrheitlich Kinder, Senioren und Frauen betrifft, bzw. Seltenradler. Jedenfalls geht das aus einigen Statistken hervor, z.B. zu LKW Unfällen.

Jedenalls zielen weder die Erfassungsmethoden für die Statistiken noch die unfallpräventiven Maßnahmen (Polizeieinsätze) überhaupt irgendwie in Richtung der tatsächlichen Gefahren - sondern sogar weitgehend in entgegengesetzter Richtung. Und die "Forschung" der Versicherer dient vornehmlich der Vernebelung der Zusammenhänge und der Förderung des KFZ Verkehrs.

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Re: Rotradeln und Idaho Stop

Beitrag von berlinonaut » Fr 4. Dez 2015, 18:57

Pibach hat geschrieben:Ja, so kommt das voran.

Man sollte die Rotradler differenzierten, wichtiger Punkt, genau. Ich nenne die mal "Rotblindradler" (Übersehen des Lichtzeichens) und "Rotbewusstradler".

Gesucht ist dann eigentlich, wie Rotbewusstradeln im Verhältnis zu Grünradeln abschneidet.
Denn blindes Rotradeln ist offensichtlich extrem gefährlich und sowieso nicht sinnvoll.

Auch unaufmerksames Grünradeln ist besonders gefährlich - wobei da zwar auf das Lichtzeichen geachtet wird, aber nicht auf den Verkehr (beim Rotblindradeln wahrscheinlich weder noch).

Die Rotfreigabe erhöht dann nur den Anteil der Rotbewusstradler (also Annahme: der Anteil der Rotblindradler sei unabhängig von Rotfreigabe) - was insgesamt die Sicherheit zu steigern scheint, Rotbewusstradeln ist also offenbar (im diesen Fällen) sicherer als Grünradeln.
Wie Du auf diesen mysteriösen Schluss kommst bleibt mir verborgen. :? Zum einen würde ich davon ausgehen, dass heute kaum ein Radler "aus Versehen" eine rote Ampel überfährt - viele machen das ohne Hirn, aber sicher nicht unabsichtlich. Wie Du ja auch selber schreibst. Mit andren Worten: Die "Unabsichtlichen Rotfahrer" sind vermutlich vernachlässigbar wenige (und Du kannst ihnen auch kaum untersagen, was Du bei anderen explizit gutheisst). Rotfahren ist heute und in Zukunft überdurchschnittlich gefährlich, egal wie hoch Deine Meinung von Deinen eigenen Pedalierkünsten ist und wie bewusst Du über rot radelst.

Zum Zweiten würde ich unter "Rotradler" dijenigen fassen, die verbotswidrig rote Ampeln ignorieren (wie Du es eine Seite weiter vorne auch selbst vorgeschlagen hast). Deren Quote würde bei eingeschränkter Rotfreigabe sinken, da die Freigabe aber bei den "ungefährlichen" Ampeln passiert (wo heute viele rotradeln, aber wohl auch heute schon kaum Unfälle passieren), die "gefährlichen" Ampeln aber übrig bleiben wäre mMn wahrscheinlich, dass sich die absoluten Unfallzahlen nicht gross ändern werden - die heutigen "überzeugten" Rotradler werden auch künftig an diesen Ampel rotradeln - und verunfallen.

Wenn Du Radler an freigegeben roten Ampeln künftig in die Gruppe der "bewussten Rotradler" zwangsweise mit reinrechnest schönst Du zwar die Statistik, änderst aber absolut nichts an der Unfall- und Gefahrensituation. Und lernst auch nichts zum Thema "Gefahren von legalem vs. illegalem Verhalten im Strassenverkehr unter besonderer Berücksichtigung der Rotlichtsituation mit dem Ziel der Vermeidung von Unfällen".

Ich würde die freigegebenen Ampel rausnehmen (schon allein weil über Rot fahren ja dann dort legal ist und entsprechend auch nicht mehr als Unfallursache auftaucht) und ggf. getrennt statistisch erfassen und/oder den Grünradlern zurechnen - dann ist der Effekt, dass die Rotfahrquote insgesamt sinkt (weil sie sich - wie auch heute schon - auf die illegale Rotradelei bezieht). Da die Unfälle aber auch heute schon vorwiegend an den gefährlichen, auch künftig nicht freigegeben Ampeln passieren dürften käme statistisch raus, dass Rotradeln noch sehr viel gefährlicher ist als heute (weil das nur an den gefährlicheren Ampeln überhaupt noch möglich ist).

Das Zahlengelage, dass ich im letzten Post veranstaltet habe, wäre eigenlich - wie Mac geschrieben hat - Dein Job gewesen (um Dein Argument zu untermauern oder eben zu widerlegen, so dass Du es in diesem Fall gar nicht erst posten musst). Die Zahlen existieren ja und sind auch nicht total schwer aufzufinden.

Nun, sobald jemand Dir diese Arbeit abgenommen hat und eine halbwegs fragile Datengrundlage existiert als nächsten Schritt zu behaupten, dass Du ja nun bestätigt seiest (obwohl das Gegenteil der Fall ist) und direkt grossflächig die nächsten Behauptungen und Vermutungen obendrauf zu setzten - erneut ohne jeden Beleg - halte ich für nicht sehr hilfreich... Versuch doch einfach mal Dein Posting Satz für Satz durchzugehen und jede Behauptung oder Vermutung mit statistisch sauberen Zahlen zu belegen und diese auch zu zitieren sowie die Quelle verlinken. Die Arbeit, deine Argumente zu unterfüttern wird sich ausser Dir niemand machen und wenn sie nicht belegt sind sind sie eben "nur eine Meinung" - damit wirst Du niemanden überzeugen und auf dieser Basis zu diskutieren hat keiner Lust (wie ja auch im Moderationsthread zum Thema "Spekulationen" thematisiert wurde, wo "spekulative, unbelegte Behauptungen" als explizit unerwünscht genannt wurden).
Zuletzt geändert von berlinonaut am Fr 4. Dez 2015, 22:25, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Rotradeln und Idaho Stop

Beitrag von CycoRacer » Fr 4. Dez 2015, 22:16

Pibach hat geschrieben:Rotbewusstradeln ist also offenbar (im diesen Fällen) sicherer als Grünradeln.
Ja auf jeden Fall, denn die Autofahrer müssen ja den spontan auftauchenden Rotradlern ausweichen und können ja nicht damit rechnen, dass noch jemand an der roten Ampel wartet und überfahren die wartenden Grünradler.

Irgendwie habe ich gerade ein Deja Vu. War mal nachts vor über 30 Jahren mit dem PKW auf einer verlassenen, kurvenreichen Landstraße unterwegs. Ein Hase überquert die Landstraße und stoppt plötzlich im Lichtkegel auf meiner Fahrspur. Ich reiße den Lenker rum und überfahre mindestens 6 andere Hasen, die sicher im Dunkel auf der linken Fahrspur gewartet haben und mir nicht vors Auto gesprungen sind. Der eine Hase, der überlebt hat, konnte jetzt allen anderen erklären, wie man sicher eine befahrene Straße überquert.

Hier ein Beispiel und ein Beleg für "sicheres" Rotbewusstradeln .



Gruß
Reimund

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Re: Rotradeln und Idaho Stop

Beitrag von Pibach » Sa 5. Dez 2015, 17:18

berlinonaut hat geschrieben: Wie Du auf diesen mysteriösen Schluss kommst bleibt mir verborgen. :?
Was genau hälst Du denn daran für "mysteriös"?
Zum einen würde ich davon ausgehen, dass heute kaum ein Radler "aus Versehen" eine rote Ampel überfährt - viele machen das ohne Hirn, aber sicher nicht unabsichtlich.
Hier mal ein Beispiel, wo man die Lichtzeichenbedingung schlecht einschätzen kann:




Die Straßenampel hat grün und ist links des Radweges, gilt also hier nicht, sondern die Fußgängerampel. Normal sollte so eine Fußgängerampel ja synchron zur Straße schalten - hier tut sie das aber nicht. Die Fahrradampel ist auch so weit zurückgesetzt, dass deren Zuständigkeitkeit schwer zu erkennen ist - hatte ich zunächst auch nicht gesehen. Der Radfahrer fährt - offenbar in Vorfahrtserwartung - einfach durch, ohne zu schauen. Da hier die Fußgängerampel gilt und rot zeigt, wäre er als "Rotblindradler" zu zählen, also jmd. der bei Rot radelt aber gefahrenblind, weil er fälschlich glaubt bei Grün zu radeln (und daher nicht mit Konflikt rechnet).

(Ich fahre übrigens grundsätzlich nicht auf einem Hochbordweg durch, wenn da parallle KFZ fahren, die in mich abbiegen könnten. Das ist auch bei "Echtgrün" gefährlich)
Ich würde die freigegebenen Ampel rausnehmen (schon allein weil über Rot fahren ja dann dort legal ist und entsprechend auch nicht mehr als Unfallursache auftaucht)
Im Falle eines Unfalls ist das rechtlich unabhängig von der Rotfreigabe. D.h. Radfahrer wäre bei Rot trotzdem schuld, auch in den Polizeistatistiken.

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Re: Rotradeln und Idaho Stop

Beitrag von berlinonaut » Mo 14. Dez 2015, 17:19

berlinonaut hat geschrieben:
Dabei ist die Masse der Radfahrer besser als ihr Ruf, wie Staffelchef Sascha Ziegler bestätigt: „80 bis 90 Prozent verhalten sich regelkonform.“


http://www.tagesspiegel.de/berlin/fahrr ... 71376.html
Zum Vergleich eine Meldung von heute:
Die Berliner Polizei hat am Wochenende intensiv nach alkoholisierten Autofahrern gefahndet. 24 betrunkene Fahrer wurden erwischt, knapp 15 Prozent der Verkehrsteilnehmer war nicht ordnungsgemäß unterwegs. (...) Insgesamt führte die Polizei 310 Kontrollen durch und testete dabei 5.854 Fahrzeugführer. Wie erwähnt waren 24 Fahrer waren deutlich alkoholisiert, 14 von ihnen galten mit einem Alkoholwert von mehr als 1,1 Promille sogar als absolut fahruntüchtig - der höchste Wert betrug 2,04 Promille.

Eine alkoholisierte Fahrerin wurde zufälligerweise erwischt, als sie entgegen der Fahrtrichtung auf die Stadtautobahn-Auffahrt steuerte. 52 weitere Fahrer standen offenbar unter Einfluss von Drogen.

Des Weiteren wurden 47 Fahrzeugführer angetroffen, die nicht im Besitz einer Fahrerlaubnis waren, bei 15 kontrollierten Fahrzeugen bestand kein Versicherungsschutz. In 862 Fällen wurden Ordnungswidrigkeitenanzeigen gefertigt, weil gegen sonstige Verkehrsvorschriften verstoßen wurde - das sind knapp 15 Prozent der Fälle.
http://www.tagesspiegel.de/berlin/poliz ... 20690.html

Unfreiwillig komisch ist in dem Artikel btw. folgender Satz:
Schon bei leichten Schlangenlinien oder anderen Auffälligkeiten überprüften die Polizisten die Fahrer mit Alkohol- als auch Drogenvortestgeräten.
:shock:

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Re: Rotradeln und Idaho Stop

Beitrag von Pibach » Mi 16. Dez 2015, 10:46

Dieser Bericht ist wirklich unterirdisch, wie auch der ganze Einsatz der Fahrradstaffel. Reines Rethorikspielchen und Verwurschtelung irgendwelcher Zahlen zu klientelgerechten Aussagen, während die tätsachlichen Zusammenhänge vertuscht werden. Solcherlei Schindluder sollte man nicht mitmachen.

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Re: Rotradeln und Idaho Stop

Beitrag von Motte » Mi 16. Dez 2015, 14:17

Als Kinder haben wir den Witz mit einem Taxifahrer erzählt. Der über etliche Ampeln bei Rot drüber donnert um bei Grün dann voll in die Eisen zu gehen. Der Fahrgast fragt, was das nun wieder soll und bekommt zur Antwort: "Könnte ja ein Kollege von Rechts kommen". :lol:

So lange nur sehr wenig Radfahrer unterwegs sind, könnte man als Radfahrer sicher gefahrlos an vielen Stellen rechts abbiegen.
Wenn ich aber sehe, dass der Grünpfeil hier im Revier oft als "Freie Fahrt für freie Bürger" missgedeutet wird, dann hab ich Zweifel, dass die Radfahrer mit ihrem Grünpfeil besser klar kämen.

Lass mich aber gern vom Gegenteil überzeugen. So lange ein nicht unbeträchtlicher Teil der Radfahrer hier aber gezielt Ausflugsgebiete (mit gem. Geh/Radweg) am Wochenende für ihre sportlichen Trainingsfahrten aussuchen, hab ich Zweifel ob die mit der neuen Freiheit zurecht kämen.

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Re: Rotradeln und Idaho Stop

Beitrag von Pibach » Mi 16. Dez 2015, 18:38

Motte hat geschrieben: Wenn ich aber sehe, dass der Grünpfeil hier im Revier oft als "Freie Fahrt für freie Bürger" missgedeutet wird, dann hab ich Zweifel, dass die Radfahrer mit ihrem Grünpfeil besser klar kämen.
Soweit ich weiß hat der Autogrünpfeil nicht zu Sicherheitseinbußen bei den Autofahrern geführt, wie eingangs gesagt. Problem ist halt, dass viele Autofahrer sich in den Radweg reintasten und den dann blockieren bzw. wenn sie auf den Autoverkehr achten, leicht den Radverkehr übersehen.
Für Radfahrer besteht dieses Problem so ja nicht (die biegen ja in den Radstreifen ein).
Bleiben aber die beschriebenen anderen Konfliktpunkte, z.B. Busse, die in die Radspur schneiden, um zu ihrer Haltebucht zu kommen. Da muss man schauen, welche Ampeln freigegeben werden können.

Die bisherigen Feldversuche (Paris, Idaho) sind jedenfalls überwältigend positiv, von daher scheint es, zumindest für deren Bedingungen, gut zu funktionieren.

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